Auf ein neues Bier mit: re:marx.

Liebe Pieple,

2011 war ein Jahr. Vielleicht war es nur ein Jahr wie jedes andere. Vielleicht war es aber auch ein ganz besonderes Jahr. Schließlich wurde re:marx geboren, eine Institution, die dem kulturellen Dasein in Chemnitz einen neuen Glanz und noch viel mehr Glorie verlieh – und zwar so viel, dass sogar die TAZ endlich auf die Stadt aufmerksam wurde. 2012 sollte deshalb nicht minder spektakulär werden. Auch wenn – oder gerade weil – ja die große Apokalypse unaufhörlich naht. Doch keine Angst, re:marx wird für euch als feste Bank im Weltuntergangssturm bestehen bleiben und weiterhin journalistisch sachlich, präzise, knallhart und investigativ aus der schönsten aller grauen Städte berichten. Denn 2012 verspricht viel, vor allem viel Bewegung in der nebulösen, aber existenten Chemnitzer Szene.

Und dennoch: etwas fehlt. Denn bereits zu Anfang des Jahres mussten wir uns schweren Herzens von einer weiteren kulturellen Chemnitzer Institution verabschieden, die für das Dasein von re:marx von immenser Bedeutung war und uns alle noch mehr zu einer eingeschworenen Blog-Gemeinde zusammenschweißte. Und auch wenn ihre Lebenserwartung von vornherein eher nicht ganz so hoch war – so ward sie doch zu einer festen, temporären Basis im Leben einiger unserer Redakteure. Hier gab es immer ein Feierabendbier für Opfer (oder zwei oder drei oder…) konspirative Treffen, ein exklusives Publikum, lange Nächte, Polizeieinsätze, pinke Popmusik und die besten Konzerte der Stadt – die BETA-BAR.

Deshalb darf, bevor wir uns 2012 all den neuen Anfängen widmen, hier just an dieser Stelle kurz getrauert werden.

Einige von uns werden aufgrund des schweren kulturellen Verlustes in den ersten zarten Wochen des Jahres sicherlich von Melancholie, Apathie und Appetitslosigkeit geplagt, vor den Stadtmagazinen sitzen und sich schluchzend fragen: Chemnitz, was nun? Zu wehmütig ist der Blick zurück, zu trist das Hier und Jetzt, zu verschwommen der Blick nach vorn. Trost spendende Abendalternativen gestalten sich derzeit rar, denn nicht nur, dass die Beta-Bar nicht mehr existiert. Nein, auch das Weltecho renoviert, das Exil macht Winterurlaub und das Atomino zieht bald um. Ja nicht mal Schnee fällt leise rieselnd vom Himmel. Stattdessen: Grau, Grau, Grau – die Hauptstadt des Grauens oder so. Aber wir wissen: die Hoffnung stirbt zuletzt und genau deshalb stirbt sie eigentlich nie. Und vielleicht ist Chemnitz genau deswegen auch die heimliche Hauptstadt der Hoffnung!

(Diese aufwändige Fotocollage zeigt den legendären ARNO, an der Bar, zusammen mit einigen wichtigen Akteuren aus deren Dunstkreis)

Trostspendende Abendalternativen gibt es bald wieder, zum Beispiel hier.

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