Thank you, Chemnitz!

Am Freitag, den 02.03. hatte das AJZ zu einer kleinen Reihe von Konzerten geladen. Nach einem kurzen Kampf mit dem inneren Schweinehund und ein paar gelungenen Bestechungsversuchen steht die Abendplaung fest. Es wird tapfer dem Ruf des AJZ gefolgt. Dort beginnt der Abend ruhig an der hinteren Bar mit Verköstigung in Form von Pasta sowie ein, zwei Bieren. Dabei kann man sich nicht nur gehörig den Bauch vollschlagen, sondern ganz nebenbei auch noch ein ernsthaftes Gespräch mit diversen Bandmitgliedern führen.
Nach getaner Arbeit wird dann zum musikalische Hauptgang gerufen. Wir begeben uns in den kleinen Raum des AJZ und bekommen sogleich hipste Chillwave-Musik von Slow Magic auf die Ohren. Jeder im Publikum ist sofort von dieser Musik angetan, bei der jeder einzelne Ton mit einem Maximum von Sonne durchzogen zu sein scheint – und das Anfang März im nasskalten Chemnitz. Allein dieser eine maskierte Mann, der tapfer trommelnd auf der Bühne steht um seine elektrischen Stücke jedem Einzelnen noch eindringlicher zu präsentieren, macht das Konzert zu einer lohnenswerten Investition. Nach einer kurzen Umbauphase steht dann die Chemnitzer Band Noxious Noise auf der Bühne und bringt das Publikum mit einer Mischung aus Indie, Postpunk und New Wave zum Tanzen. Der Headliner des langen Abends sind dann die Selebrities, ein paar New Yorker, die versuchen die 80er Jahre wieder aufleben zu lassen. Vom Guardian zuletzt als Band der Woche betitelt, könnten sie so etwas wie das nächste tolle angesagte Ding werden.

Und was hat Chemnitz an diesem Abend, einem Freitag, für die Künstler zu bieten? Insgesamt fünf zahlende Besucher. Verloren und verlegen gehen sie in den Weiten des Raums unter und dürfen sich hin und wieder mal ein „Thank you, Chemnitz“ anhören. Somit hat Chemnitz es wieder einmal geschafft, dem Ruf als Hauptstadt des Grau(ens?) gerecht zu werden. Qui bono, Chemnitz? Doch woran wird es gelegen haben? In der Zwischenzeit haben ja Tanzveranstaltungen wie Talschocken oder RumpelSpielchen, Konzerte von Kraftklub, Deichkind oder Andrea Berg und selbst die Demo am 05.03. gezeigt, dass sich der normale Chemnitzer wieder gemeinhin aus seiner heimeligen Behausung traut. Aber anscheinend sind es zur Zeit nur die großen Namen die für volle Räume sorgen. Bleibt zu hoffen dass demnächst auch mal eine Veranstaltung Leute anzieht, die zwar keine großen  Namen, jedoch mehr als genug Qualität bietet.

Zum Beispiel:
Zun Zun Egui am 16.03. im Weltecho
oder
Mount Washington am 22.03. im nagelneuen Atomino

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