re:marx in der Zwischenzeit – Ist das Kunst oder kann das weg?

August. Es ist wiedermal soweit: das Sommerloch schlägt wild mit gähnender Leere um sich. Wobei „wild“ natürlich das vollkommen falsche Wort ist – denn eigentlich passiert nichts. Nichts ist wiederum auch nicht richtig, denn irgendwas ist immer, sogar in Chemnitz (Stadtfest, Treibsand, diverse Open-Air-Offerte) und irgendwie waren da ja auch noch die Begehungen. Das Festival für junge Kunst ist mittlerweile nicht nur eine wichtige Institution im Kunst-und Dunstkreis der Chemnitzer Szene (die soll`s ja auch geben) sondern bietet damit gleichermaßen auch eine kulturelle Bastion im ewigen Sommerloch.

Längst ist es der besondere Verdienst der Begehungen, den Chemnitzern ihre Orte – die Vergessenen, die Verfallenen, die Verborgenen, die Verbotenen – wieder ein bisschen näher zu bringen. Und sei es nur für vier Tage:  vielleicht ist es ja ein Neuanfang, vielleicht aber auch ein Abschied. So wie bei dem diesjährigen Austragungsort des Festivals: das ehemalige Forum. Einst ein Veranstaltungskomplex mit unwiderstehlich sozialistischem Charme, steht es nun gnadenlos dem Abriss geweiht.

re:marx nahm also Abschied vom Forum, aber leider auch ein bisschen Abstand von der Kunst, die immer abstrakter und dabei immer weniger ästhetisch zu werden scheint.
Ist das Kunst? Kann das weg? Oder bin ich einfach nur zu blöd dafür?
Denn so leicht der Zugang zum verwunschenem Ort war, so unzugänglich wirkte ein Großteil der Exponate. Vor allem die vielen Installationen führten den Otto-Normal-Kunst-Rezipierenden ad absurdum. Zudem wirkten viele der Ausstellungsräume zu leer, zu roh, zu ungenutzt. Nur wenigen Künstlern gelang es, die zugegebenermaßen auch arg weitläufigen, aber dennoch ziemlich großartigen Räume mit ihren Werken effektiv einzunehmen – etwas, das in den Vorjahren eigentlich immer perfekt umgesetzt werden konnte.

Nun aber Schluss mit dem Chemnitzer Gebashe und her mit den Fotos aus dem tollen Forum Chemnitz, das wir ohne die Begehungen so nicht noch einmal zu Gesicht bekommen hätten.

Motto: In der Zwischenzeit. Hier symbolisiert durch diese dezente Kuckucksuhr. Mobiltelefone und Uhren und überhaupt alles, was die Zeit anzeigt, mussten übrigens am Einlass verpfändet werden. Zeit spielte keine Rolle, nur Raum. Schöne Idee. (Außerdem fiel so die ein oder andere verspätete Performance nicht auf 😉

Performance im Saal: Klangexperimente – Soundinstallation. Welch wundervolle Popkonzerte man hier aber veranstalten könnte…

Heimlicher Favorit: asiatisches Gehänge (ein Netz aus diesen kleinen Plastikteilchen, die in die Klamotten eingenäht sind und zur Schild-Befestigung dienen) über sozialistischen Lampen.

Asiatisches Gehänge: red edition. Ohne Lampen, aber mit Shadowplay.

Mobilee: Grüße an die Finanzkrise.

… playing videogames.

Toller Treppenaufgang. Im Hintergrund erkennbar: Mosaik aus Zeiten des sozialistischem Realismus oder so. Definitiv das schönste Kunstwerk.

Kunst an der Wand.

Kunst im Keller (kunstvoll auch die schiefe Kamera-Führung)

Die ehemalige Großküche mit Schlachthof-Flair.

Die neue Großküche: Catering vom Huhlern Clan.

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