Support your local record label: Interview zur No Divas Labelnight am 18.01.2013 in der Sanitätsstelle

Die Freunde elektronischer Musik merken es schon seit einiger Zeit – in Chemnitz geht wieder was. Nach Jahren des Nischendaseins sprießen Partys bei denen House oder Techno laufen, wie Pilze aus dem Boden, fast jedes Wochenende kann irgendwo im 4/4-Takt getanzt werden. Und auch die Qualität der dargebotenen Musik hat sich erhöht, denn immer öfter verirren sich national bis international angesagte Acts und Djs in die Stadt der Moderne, was nebenbei bemerkt auch Ausdruck einer lebendigen Chemnitzer Clubkultur ist, denn die Clubkultur unserer Zeit basiert zu großen Teilen auf dieser Musik und der Popularität ihrer Macher.

Womit wir dann auch schon beim Thema wären – die Musik und ihre Macher. Was sind das für Leute, die sich Nächte um die Ohren schlagen, um die musikalische Basis einer Partynacht zu erzeugen und dieses Erzeugnis dann in Szene zu setzen? Um diese Frage zu beantworten beleuchtet re:marx das junge Chemnitzer Platten-Label No Divas, das seit vergangenem Jahr in der Stadt sein Unwesen treibt und traf sich mit dem Label Betreiber und DJ Arne Zwanzig aka Arno zum Interview bei Kaffee und Kippe:

Wie gründet man ein Plattenlabel?

Ein Label zu gründen ist eigentlich ganz einfach. Jeder kann sofort eins gründen. Da gibt es keine rechtlichen Vorschriften. Ein Gewerbe sollte man allerdings schon angemeldet haben. Alles andere, wie z.B. eine GEMA-Registrierung kann man machen, ist aber nicht unbedingt notwendig oder sinnvoll. Das hängt halt immer davon ab, was man mit dem Label vor hat. Erfahrung mit Musik und gute Kontakte sind viel wichtiger.

Und was hast du mit dem Label vor?

Also ganz banal gesagt: Musik zu veröffentlichen. Aber da kommt natürlich noch mehr dazu, was alles irgendwie miteinander zusammenhängt. Musik- und Veranstaltungspromotion oder Artistbooking. Grundsätzlich ist ein Label, wie No Divas, keine Unternehmung im klassischen Sinne, die irgendwie Gewinn erwirtschaftet. Ich mache das eher aus Spaß, Liebhaberei und dem Ansporn Chemnitz irgendwie in der Szene zu repräsentieren. Logo_ND_blackWofür steht der Name „No Divas“?

Das ist eigentlich kein Name, sondern ein Statement gegen Leute, die denken sie sind etwas besonderes, weil sie Musik abspielen. Von denen gibt es nämlich immer mehr und viel zu viele. Richtige DJs sind meiner Ansicht nach dazu da, um als Teil der Party mit den Gästen zu feiern und diese zu unterhalten, indem sie Platten auflegen. Wer das ohne digitale Hilfsmittel gut kann, darf sich auch feiern lassen. Denn Popularität ist ja irgendwo auch wichtig in dem Bereich. Dieses Prinzip haben wir bei unseren Partys, wie z.B. DAS FEST. bis jetzt auch immer erfolgreich durchgezogen.

Was habt ihr bis jetzt an Musik veröffentlicht und wie sieht euer Plan für die Zukunft aus?

Im vergangenen Jahr haben wir unsere ersten beiden Singles veröffentlicht, die jeweils von Dominik Hissliner und mir produziert und von Andreas Henneberg in Berlin gemastert wurden. Die Resonanz war trotz der begrenzten Mittel für Promotion sehr gut. Für 2013 planen wir erstmal weitere Veröffentlichungen von uns beiden. Außerdem hab ich gerade letzte Woche einen Produzenten aus Frankreich unter Vertrag genommen, der in Kürze ein paar Tracks auf No Divas herausbringen wird. Weiterhin stehen noch einige Kooperationen mit anderen Chemnitzer Produzenten im Raum. Davon ist aber noch nichts spruchreif. Lassen wir uns also überraschen.

Wie schon erwähnt, geht es ja nicht nur um das Veröffentlichen von Musik, sondern auch um Partys. Am Freitag findet eure Labelnight in der Sanitätsstelle statt. Was plant No Divas da noch in Zukunft?

Also zunächst mal unsere Labelnight am 18.01., die mir besonders am Herzen liegt, weil wir damit nicht nur No Divas pushen, sondern auch Locals und Freunde supporten wollen. Diesmal haben wir Pandaro vom Blume Openair als Gast da, der ja vielen Clubgängern in Chemnitz schon ein Begriff ist. Außerdem werden Dominik Hisslinger und Aarde das Label vertreten. Im Februar wird es dann wieder DAS FEST. mit einem sehr schönen Booking in der Sanitätsstelle geben und im April kehrt DAS FEST. dann wieder zurück ins Weltecho, um sich mit einem großen Knall in die Sommerpause zu verabschieden. Wie es danach weitergeht, steht noch in den Sternen.

Gibt es sonst noch etwas, was du loswerden möchtest?

Ja, support your local record label und kommt am Freitag in die Sanitätsstelle. Das wird erste Sahne. Es gibt gute Djs, gute Musik und eine fette Party. Außerdem würde ich mich gern auf diesem Weg bei allen bedanken, die No Divas bis hierhin unterstützt haben. Besonderer Dank geht dabei an Marco, Johanna, Felde, Ingo sowie Timo & die Sani-Crew und natürlich an alle fleißigen Flyerverteiler.

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