Harry Potter, Hack und Hauls : Chemnitzer Blogger und was re:marx von ihnen lernen kann. Eine kleine Blogkunde.

Alle Jahre wieder im März feiern wir großes Jubiläum. Dieses Mal sind es vier Jahre re:marx, was fast schon fünf Jahre sind, was fast ein halbes Jahrzehnt, was im Internet wiederum eine halbe Ewigkeit ist. Alle Jahre wieder fühlen wir uns wie kurz vor der inhaltlichen Insolvenz. Alles schon geschrieben und alles schon ignoriert, was es zu schreiben und was es zu ignorieren gab:
Alle zwei Jahre macht das Atomino irgendwo zu und irgendwo anders wieder auf. Ein alter Club schließt, ein neuer wird eröffnet. Jemand klagt über Lärm. Jemand hat die Ironie nicht verstanden. Niemand kommt zum Konzert. Fensterscheiben werden eingeschlagen, Autos angezündet, Kulturgelder gekürzt. Ein paar kackbraune Nazis marschieren an betongrauen Kellnbergerfassaden vorbei. Queen Antifa marschiert buntbefahnt dagegen. Ein Projekt, das spannend klingt, verläuft sich im Nichts. Falko Rock postet ein neues Foto auf Instagram. Das Leben in Chemnitz dreht sich so zuverlässig im Kreis wie sich die Welt um Re:marx dreht. Dachten wir jedenfalls immer. Doch als dann das Kurze Kraftklub-Interview das vorgegebene Ziel (20.000 Facebook-Follower) nicht erreichte, gerieten wir kurz ins Zweifeln. Was könnte man besser machen – falls besser überhaupt noch möglich ist? Wo kann man billig Themen kaufen? Wie fesselt man die Leserschaft? Wie löst man einen Shitstorm aus?
Im regelmäßigen Rahmen unserer  schonungslosen Selbstreflexion haben wir aufgrund der großen Ideenleere  beschlossen, uns einer der gängigsten Praktiken der Lügenpresse zu bedienen: Unreflektiertes Abschreiben der Fehler der anderen. Oder vielmehr: Inhalte klauen bei anderen Blogs. Wobei uns die Erkenntnis, dass es in Chemnitz außer uns tatsächlich noch andere Blogs gibt, zugegebenermaßen recht schmerzlich traf. Jemand hat uns ins Revier gepisst – das riecht nach Beef! Jetzt wird zurück gepisst. Auf der Suche nach dem verlorenen Inhalt haben wir Chemnitzer Blogs auf Herz (Impressum) und Nieren (Facebook-Follower) geprüft – und uns dabei gleich Anregungen für eine neue thematische Ausrichtung geholt. Es folgt Teil eins der Blogkunde: Buch-, Back- und Beautyblogs.

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Nagellack von Essie: Farbton „Bahama Mama“, 7,89 €, erhältlich bei DM | Tasse von Ikea: Farbton „Messy Mokka „, Preis auf Anfrage

Buchblogs.
Wer hätte das gedacht: Lesen hat wieder swag, oder läuft bei dir oder wie man das jetzt so mit 18 sagt. Bücher sind, man mag es kaum glauben, bei der verkommenen Jugend nämlich ähnlich populär wie Schminke und Smartphones. Deshalb findet man in der unendlichen Geschichte des Internets nicht nur Fashion- und DM-Hauls, sondern auch abertausende blutjunge Buchblogger und – noch besser – Booktuber. Menschen, also meistens Mädchen, die ihr Bücherregal nach Farbe sortiert haben und Filmchen über ihre SuBs, Rebuy-Hauls und Follow-Me-Arounds:Bookshelf drehen oder Rezensionen über die angesagtesten Dystopie-HighFantasy-ChickLit-Reihen daherplappern.
Für uns Intellektuelle ist das fast ein bisschen wie Porno gucken: Bei YouTube-Videos von abgefilmten Bücherregalen (so genannte Bücherregal-Touren) tropft uns der steile Vampirzahn. Blöd nur, dass bei fast allen derselbe Schund im Regal steht. Also „Shades of Grey“ und irgendwas von Stephanie Meyer oder Ken Follett. Oder die „Wanderhure“. Vielleicht ist das über Jahrhunderte hinweg kolportierte Gerücht, Lesen mache schlau, ja auch einer der größten Irrtümer des menschlichen Denkens. Angesichts des Buchbloggerschwarms ereilt uns nä-h-h-h-mlich der Verdacht, dass Lesen in Wirklichkeit dümmer macht. „Ach Mensch, lest doch alle mal was Ordentliches“, denkt man da jedenfalls als überdurchschnittlich interllektueller re:marx-Literat, weil man als solcher selbst ja zum vierten Mal den „Mann ohne Eigenschaften“ liest und im Schlafe den „Faust, der Tragödie zweiter Teil“ vollständig rezitiert und die Leseliste der weltberühmten Rory-Gilmore-Reading-Challenge schon im Grundschulalter komplettiert hatte. Unnötig zu erwähnen, dass wir vor allem inbrünstig lieben, was eine Syntax von drei Kilometern hat.

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Schwerer zu besteigen als der K2: Der SuB eines anonymen Lesers. Schon beim Basislager auf dem „Zauberberg“ scheitern erfahrene Leser. Auch im Bild: Die Orchidee von Shades of Grey.

Chemnitz jedenfalls kennt man als Weltstadt der Literatur – nicht nur dank Stephan Heym (Hat der nicht was mit Vampiren geschrieben?) und Peter Härtling und Re:marx (Popp-Literatur vom Feinsten). Es gibt zwei bis drei gute Buchläden und den Schrank vorm Tietz. Und es gibt Literaturblogs.

Anna Moffey: Ist Autorin oder, wie es besser heißen sollte, Amazon-Self-Publisherin im  populären Fantasy-Mainstream. Teil eins ihrer viel antizipierten „Nebelring“-Saga erschien Ende letzten Jahres als Nikolaus-Geschenk für vernebelte Magie-Liebhaber. Auf ihrem Blog findet man eine exklusive Leseprobe der Nebelring-Saga, Interviews mit anderen sehr seriösen Self-PublisherInninen und ganz viel Harry Potter Fanfiction. Wobei unsere neiderfüllten Schlangenzungen an dieser Stelle leider schweigen müssen: Schließlich war Harry damals der Grund für das fiese Leseverbot, das man mit 13 Jahren von den eigenen Erziehungsberechtigten aufgebrummt bekam.
Likes auf Facebook: 581
Letzter Eintrag vom: 11.Januar 2015
rechtmäßiges Impressum:
Ja.
Wichtigster Fakt aus „Über mich“: Ist als Kind kopfüber in einen Putzeimer gefallen, war schlecht in Mathe und Physik
Was re:marx hier lernen kann: Exklusive Leseproben haben auch wir schon verschenkt, leider war das kein Fantasy- sondern ein autobiografischer Tatsachen-Roman und deshalb bis in alle Ewigkeiten zur kommerziellen Erfolglosigkeit verdammt. Vielleicht ist es Zeit für die erste Rico Ranunkel Fan-Fiction „10 Shades of Schnaps – geheimes Verlangen“ und die Fortsetzung der Stadthallenbrunnen-Dystopie „Pfeffigrünes Herz – schnapsfeuchte Begierde “
Erhöhte Fame-Fantasien auf einer Skala von Bis(s) bis Silmarillion:
Harry Potter und der Orden des Wirdnix.

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Die große Re:marx-Lesechallenge: Lese ein Buch, in dem viele verschiedene Rauschmittel vorkommen (Mitte)

Kapriziös: Bei dem „Blog für Leser und Sinnsucher“ geht es immerhin um Bücher, die endlich mal nicht Twighlight oder die Tribute von Panem oder von Nicolas Sparks und Cecilia Ahern sind. Man findet Buchbesprechungen, Lesestatistiken und natürlich ganz viel über Harry Potter.
Likes auf Facebook: 58
rechtmäßiges Impressum:
Ja.
Letzter Eintrag vom: 08. März 15
Wichtigster Fakt aus „Über mich“:  Ist nicht größer als 1,60; hat erst vor acht Jahren so richtig mit dem Lesen begonnen
Was re:marx hier lernen kann:
Als Buchblogger hat man immer Content, immer, immer, immer! Man kann Bücher besprechen und Sterne verteilen – und sich das von den Verlagen finanzieren lassen. Man kann schöne Sätze herausschreiben und sich als sensiblen Sinnsucher präsentieren:

„Klar geworden ist mir die Bedeutung von Ironie. Ironie ist eine Frage, auf die man keine Antwort, sondern Ärger bekommt.“

„Das beschäftigte ihn eine Weile, und ich drängte ihn, noch etwas von dem Mâcon zu trinken, da ein guter Weißwein, vollmundig, aber mit niedrigem Alkoholgehalt, geradezu als Arznei gegen diese Krankheit gelten könne.“

„Und da sich Gin zu Künstlichkeit ebenso verhält wie Tränen zu Wimperntusche, merkte man mit eins auch nichts mehr von ihren Vorzügen“

„Herrgottimhimmel. Gibt es einen Priester in dieser Kneipe? Ich will beichten! Ich bin ein verdammter Sünder! Ein Todsünder, ein Fleischessender, ein kleiner Sünder, ein großer Sünder – wie du es auch nennen willst, Herr – ich bin schuldig.“

*(Wer allen Zitaten Autor und Werk und Verlag und Erscheinungsjahr korrekt zuordnen kann, gewinnt ein exklusives Exemplar von Ranunkels Harald-Juhnke-Fanfiction „10 Shades of Schnaps“)

Man kann seinen SuB – nein, nicht das Franchise-Sandwich vom Hauptbahnhof, sondern den „Stapel ungelesener Bücher“ – und den Lesefortschritt dokumentieren. Man kann sich den an eigenen Lesestatistiken und dabei fantastisch an sich selbst aufgeilen und an „Challenges“ teilnehmen, die nach der neuen Brigitte-Diät klingen („SuB-Radikalkur“) Man kann in aller Öffentlichkeit endlich der Nerd sein, der man immer schon war. Ja, man muss dafür nicht einmal unter Menschen gehen, braucht keine lästigen Redaktionskonferenzen in lauten Restaurants, keine frische Luft, keine Bewegung, nichts von all dem. Auf dem Sofa liegen und lesen können reicht. Herrlich!
Potenzial der Niveau-Steigerung auf einer Skala von Shades of Grey bis Ulysses: Ausweitung der Krampfzone.

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Zuletzt gelesen und folgendermaßen bewertet: IT- und Computerrecht: vier von fünf Pfeffis |Telekommunikations- und Multimediarecht: fünf von fünf Pfeffis | Statistik für Psychologen: ein von fünf Pfeffis | Oxford Advanced Learner’s Dictionary: sechs von fünf Pfeffis – absolutes Lieblingsbuch! Unbedingt lesen!!!!!!1!1!!

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Gestern erst gebacken: einfache und leckere Cupcakes

Kochblogs: Allein dass wir hier „Kochblogs“ schreiben, als wären wir ein Senior, der zum ersten Mal in der WordPresse ließt, zeigt, dass wir absolut keine Ahnung von der Materie haben. Es muss natürlich Food-Blog heißen und es braucht Hochglanz-Fotos von hip hergerichteten Hauptspeisen. Auch als Food-Blogger hat man immer mindestens so viel Content wie der eigene Darm-Ausgang. Nahrungsaufnahme ist schließlich essen-tiell, außer man ist gerade auf Brigitte- oder Nulldiät. Aber selbst dann kann man täglich die kotzgrünen Kohl-Shakes und die unterzuckerte Wut über nur zwei verlorene Kilos geschwächt ins Internet schreien.

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Was haben Oliver Kahn und nicht-vegane Foodblogger gemeinsam?

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Uhiesig: Erster Gedanke: Was soll zur Hölle das sein? Spätere Erkenntnis: Ein Begriff aus dem Erzgebirge, den man als zum Singsang verdammter Vuchtländer ja gar nicht kennen kann. 50 Styles of Sächsisch und so. Uhiesig haaßt – man hätte es ahnen können – hier fei alles, was net ausm Arzgebirg kimmt. Ausländisch halt, und damit hat man im Erzgebrige ja so seine Probleme. Um ein Zeichen für mehr Toleranz zu setzen, errichten die zwei Damen mit diesem Blog ein Manifest für die fremdländische Feinkost – die sie entweder selbst zubereiten oder in den exotischen Restaurants dieser Stadt (Vapiano, Buono, Cuibono) verspeisen.
Likes auf Facebook: 210
rechtmäßiges Impressum: Ja
Wichtigster Fakt aus „Über mich“:  essen neben Neinerlaa auch gern international
Was re:marx hier lernen kann:
Statt ständig der „Dialektik der Aufklärung“ lieber mal den Dialekt des Arzgebirgs einflechten – wirkt viel bodenständiger als immer diese Fremdwörter, deren Bedeutung wir selbst gar nicht kennen, und sorgt außerdem  für Leserbindung. Auf „Uhiesig“ gibt es sogar ein Wörterbuch des Zweitgrausamsten aller Dialekte. Hätten wir längst auch machen sollen.
Erfolgsversprechen auf einer Skala von Neideidl bis Hundsgriebl: Holzmichel! 

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selbstgekauftes Eis

Minced Meet: Kommen wir also zu unserem unangefochtenen Chemnitzer Lieblingsblog. Bei Minced Meet („Healthy, easy und delicious“) geht es um minced Meat: Also um Hack, Hack, und nochmals Hack. So viel Hack, dass wir bei der bloßen Lektüre die Reste rohen Fleisches zwischen unseren Zähnen spüren können. Meat and Greed wider des wilden Veganismus, quasi. Das wiederum ist genau unser Ding: Hack fressen. Die Hacktivistinnen bloggen alles, was man aus Hackfleisch machen kann, würdigen  das gute Mensa-Hack und präsentieren guten Rat aus der Bibel „Hits mit Hack“ – und das im internationalen Format. Leider ist der
Letzte Eintrag vom:
März 2014
rechtmäßiges Impressum:
nein. (Bonuspunkt hierfür)
Wichtigster Fakt aus „About“: „WE LOVE MINCED MEAT!“
Was re:marx hier lernen kann:

Kacke später auf einer Skala von Mettigel bis Rindertartar: Hochzeitstorte aus Hackfleisch

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Wurst mit Wurstsalat: Das Rezept gibt’s nächste Woche im Re:marx-#ThrowbackWurstday

 Wenn man – wie wir – auch nur mit Wasser kochen kann, bleibt nur ein Restaurant-Besuch als Ausweg aus dem traurigen Tal des trockenen Reises. Dachte man sich wohl bei  So schmenkt Chemnitz: Nach Teer und Taubenfedern, nach Betonbrot und Glasnudelfassaden. Wer weiß das schon. Hier möchten es zwei herausfinden und probieren sich mittels eines ausgeklügelten Bewertungssystems durch die  hiesige Gourmetszene. Also durchs Ikea-Restaurant. Testsieger bisher übrigens: Das Cortina. Hat ja nicht umsonst drei Michelin-Sterne.

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Unser Testsieger: Das Restaurant „Nordsee“. Fettiger Fisch frisch aus dem Roten Turm.


Beauty-Blogs:

Vollkommen zurecht gilt Chemnitz als das Mode-Epizentrum des Ostens. Das war nicht immer so: Zu Beginn des Bachelor-Studiums der Autorin vor 3000 Jahren war Chemnitz noch eine Hochburg der Jack-Wolfskin-Funktions-Tracht. Mit Erscheinen von Re:marx auf der Bildschirmfläche hat sich auch das stylische Erscheinungsbild der Stadt  gewandelt: Parka und Skinny Jeggins sind anstelle beiger Blazer getreten und manchmal weiß man vor lauter Hipstern gar nicht mehr, ob man noch an der Zenti oder doch schon auf der Warschauer Brücke steht. Beide gelten immerhin als der Ballerman ihrer Stadt. Umso verwunderlicher ist es da, dass wir, nach dem Ableben der Street-Style-Bible StyleSnap, keinen einzigen verdammten aktuellen Fashion-Blog gefunden haben. Auch unsere Suche nach Chemnitzer YouTubern – YouTuber werden scheint derzeit die einzig vernünfitge Perspektive  – blieb lange ohne Erfolg. Doch dann sind wir auf LadiesFirstify gestoßen – die laut BILD „süßeste Sächsin seit es YouTube gibt“  – und die Zahlen sprechen für sie:

Abonnenten auf YouTube: 31.418
Likes auf Facebook: 1.694

LadiesFirstify beherrscht die hohe Kunst des Beautybloggens nahezu meisterhaft. Hier findet man alles, was das nude-gepuderte Kosmetikherz begehrt. Hauls und „Aufgebrauchts“ und „Top Tens“ und Tops und Flops, bei denen es vor allem um eines geht: Produkte. Um Produkte, die alle sind, um Produkte, die neu gekauft wurden, Produkte die beschissen sind (absolut sehenswert!), um die besten Lippenstifte, Herpespflaster,  Kondomgeschmäcker. Dazwischen streut sie jedoch Sätze wie „Oar jetzt wird’s grad dunkel wie’n Bärenarsch, Leute! Meine Fresse!“ – und das finden wir fast schon wieder geil.
An dieser Stelle hinterlassen wir euch einen ihres aktuelleren Beiträge, weil er alles verbindet, wovon wir hier die ganze Zeit heimlich geträumt haben: YouTube-Star-Sein, Gristschän Grey und das hemmungslose Ausleben unseres Dialektes.

Was re:marx hier lernen kann: Über 25.000 Leute haben mittlerweile unser Kraftklub-Interview auf YouTube geklickt – da muss sich doch was draus machen lassen! Wir wollen anonyme YouTuber werden! Ground Control to major Tom Beck – can you hear me?? Mit einem Format wie „Top Ten: Kurze Fragen“, mit freundlicher Produktplatzierung von Absolut oder Jägermeister oder Wilthener Goldkrone oder Berliner Luft oder Jack Daniels oder am besten gleich von allen fünf Herstellern ließe sich doch bestimmt ein ganz neuer aufregender Markt erschließen. In dieser leeren Flasche ist noch so viel drin. Da tröpfelt beispielsweise gerade ein ganz frischer Kontext von  „Aufgebraucht“-Videos heraus. Tankstellen- und Hackfleisch-Hauls! Schnaps-Regal-Touren! Topflops. Chemnitz! Das Leben! Tom Beck?? Bei Interesse finden Sie unsere Kontaktdaten im Impressum.
Erfolgs-Aussichten auf einer Skala von Ricola Ranunkel bis Unge: Salami Slimani.

10 Gedanken zu „Harry Potter, Hack und Hauls : Chemnitzer Blogger und was re:marx von ihnen lernen kann. Eine kleine Blogkunde.

  1. Entweder war eure Recherche oder meine SEO schlecht. Oder es gab einfach nichts zu meckern. Vielleicht trifft man sich ja auf der nächsten Party mal an der Bar.

  2. Kaum ist der Weltfrauentag vorbei, bekommen die Damen gleich wieder eine Schelte! Obgleich ich – wahrscheinlich zu unrecht – einen sexistischen Subtext unterstelle, muss ich zugeben auch herzlichst gelacht zu haben: nerdige Bücher-Subs, Beauty-Queens die sich an 50 Shades er-buttermilch-götzen und Frauen-You-Food-Porn sind also die Themen die (Eurer Meinung nach) die jüngere Generation unserer Stadt virtuell bewegen. Dieses durch und durch bunte Potpourri schreit nach einem zweiten Teil Eurer Version von Prism is a Chemnitzer. Vielleicht kommen dann auch wir vor, schließlich habe ich Euer Triforce Logo sofort erkannt und behaupte ganz unverblümt eine minimale Interessenüberschneidung! Vielleicht ja wegen eures implizierten Alters? Doch halt! Lese ich hier nicht einen Funken jugendlicher Rebellion heraus? Bonuspunkte für nicht gesetzeskonforme Impressen von einem gestandenen remarx-Literaten lassen einiges durchblicken. An dieser Stelle sollten wir weiter reinen Wein einschenken. Wir kommen zwar nicht aus einem Kuhkaff (z.B. Treuen) und, apropos Tiere, mögen diese nur ungerahmt, müssen aber eingestehen, dass wir altertümliches Kulturgut – nein, keine Bücher – mögen, zelebrieren und huldigen sowie ab und an auch kilometerlange Syntax lieben. Wir sind nicht Foto-YouTube-gen aber letztendlich auch keine fürchtenswerte bad neighborhood, auf die es sich nicht zu verlinken lohnt. In diesem Sinne bis zur nächsten Poesie über die Chemnitzer-, Karl-Marx-Städter- und gern im Cui buono essende Blogger.

    -Cat

    • Es entsteht der Eindruck, als versuchtest du uns mit deiner Wortverpixelei zu beeindrucken, auf dass wir deinen Blog abdrucken, was wiederum irgendwie zu viel Druck ausübt. Anders lässt sich deine aufwendige Recherche im Darknet aka Kuhkaff kaum erklären. Dabei sind Spuren, die nach Treuen führen zwangsläufig Finten, gilt die kleine Stadt an der Treba doch als das Bielefeld des Vogtlands, nur ohne Teich. Man kann – nichtsdestotrotz – dein Wohlwollen für unsere #Arbeit (lol) kaum überlesen, schließlich nutzt du die böhmermannschen Methoden uns zu stalken besser, als Lothar Matthäus es bei seinen Ex-Frauen je könnte. Die Erwähnung jedes noch so kleinen Pixels (reimt sich ziemlich schlecht auf den behaarten Teil der Armbeuge) hängt jedoch von unserer von Amtswegen neutral gegenderten Chefetage ab, sollte die vom wochenendlichen „50 Shades of Grey meets Weltfrauentag“-Suff schon wieder nüchtern sein. Am Ende möge noch eine kleine orthografische Korrektur erlaubt sein: politisch korrekt heißt das Wort SexismusInnen.

  3. Liebes Re:marx-Team,

    vielen Dank für die erheiternden Zeilen. Auch wenn der Leser hier manchmal den Sinn sucht.
    Falls dann doch noch eine Fortsetzung der Stadthallenbrunnen-Dystopie “Pfeffigrünes Herz – schnapsfeuchte Begierde” veröffentlicht werden sollte, würde ich mich freuen, ein paar Sternchen vergeben zu können. 😉

    Viele Grüße
    Janine

  4. Herzallerliebstes Re:marx- Team (oder lieber viel-schizophrener Autor)…der Nischel der Recherche, welcher den Umfang der Chemnitzer Bloggosphäre in ihrer Vielfalt und Qualität geprüft hat, konsumierte womöglich zu viel Hack und Potter, sodass er für die anderweitigen Genres außerhalb seines Food-Book-Hauls keine kognitiven Kapazitäten (oder Alliterationen) mehr übrig hatte. Jetzt bekommt ihr was ihr wollt: ein klein wenig Shit, wenn auch nicht im Storm: hier ein Überblick weiterer interessanter (und teilweise auch noch aktueller Blogs von Studenten der TU Chemnitz) http://www.medientage-chemnitz.de/?p=1977

    • Liebe Laurentia:
      Keine Sorge. Diese Liste kennen wir schon auswendig. Nach wie vor gilt die Regel: Erst lesen, dann Shitstormen. Irgendwo in den Untiefen dieses Textes steht nämlich was von Teil eins. Heißt: Irgendwann gibt es vielleicht auch einen Teil zwei, vielleicht sogar Teil drei. Vielleicht aber auch nicht. Ob dann alle Blogs erwähnt werden, die gern erwähnt werden würden, weiß nur der Mettigel.

      • Beim zweiten Lesen hat mein Nischel es auch erkannt, dass dieser gut versteckte Hinweis auf eine eventuelle Fortsetzung, tatsächlich gegeben wurde. Entschuldigt bitte die von mir produzierte heiße Luft…ich bin gespannt was noch so kommt und rezensiert wird.
        PS: Bzgl. Buch und Beauty hätten dennoch, wenn der Mettigel es gewollt hätte, laut o.g. Link weitere lesenswerte Blogs genannt werden können. Wäre ja schade, wenn diese und andere sich der Aufmerksamkeit des gemeinen Re:marx-Lesers komplett entziehen, weil der Mettigel vielleicht doch keine Lust mehr auf Teil 2 haben könnte 😉

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