Kein Blog ist illegal: Die Wahrheit über re:marx.

In Zeiten, in denen grau-schwarz bekleidete Menschen mit glänzenden Glatzen, zahnlosen Mündern, furchtbaren Dialekten und selbst gebastelten Galgen durch sächsische Städte flanieren und wahllos „Wir sind das Volk“ und „Lügenpresse“ skandieren, als wären nur stumpfe Parolen in ihre geistige Pack-DNA einprogrammiert, ringen seriöse Qualitäts-Medienmacher wie wir nicht nur mit unserer zunehmenden Verzweiflung, sondern natürlich auch um das Vertrauen der Leser.  Ja, auch wir waren vielleicht nicht immer ehrlich zu euch, haben verschwiegen, dass der Mann hinter re:marx in Wirklichkeit Katharina Witt ist und wir vor vier Jahren von ab-in-den-Urlaub aufgekauft wurden, weshalb unsere Inhalte seither von Michael Ballack fremdbestimmt sind. Außerdem haben wir kein Impressum, was uns zu virtuellen Vagabunden, faktisch Klicks-klauenden Kriminellen, mindestens aber illegalen Einwanderern in der Chemnitzer Blogosphäre macht. Als Internet-Invasoren haben wir das Socialweb-System unterwandert wie die NPD nach der Wende die Sächsische Schweiz.
Kein Blog ist illegal, würden gute Menschen jetzt sagen, aber wir sind es doch, irgendwie. Es ist das letzte Fünkchen Rebellion, das in unseren angepassten, pseudo-individuellen Hipsterleben glimmt.
Weil ihr uns trotzdem vertraut und unsere Überschriften lest und manchmal unsere Posts liked, wollen wir – anlässlich unseres fünfjährigen Bestehens und als Zeichen der Dankbarkeit für eure Treue – endlich ehrlich mit euch sein und schonungslos offenlegen, wie und wo wir manipulieren. Wir leaken uns selbst – ein Beitrag, so transparent wie das Glas des geplanten Kellnberger-Towers, denn in Zeiten gläserner Konsumenten braucht es auch gläserne Blogger. Möglicherweise werden uns nach diesem Beitrag noch mehr Menschen hassen als zuvor – insgeheim hoffen wir aber, dass unsere gnadenlose Ehrlichkeit inmitten all der staatlich manipulierten Systemmedien mit noch mehr Fame belohnt wird.

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Bevor ihr euch die liebevoll-schlampig geschwärzten Dokumente anseht, die wir euch hier exklusiv verfügbar machen, solltet ihr folgendes über uns wissen:

  • Re:marx ist ein restriktives Regime.
  • Wir haben kein Impressum, weil wir unsere private Anschrift nicht ins Internet schreiben wollen. Wir sind sehr introvertiert.
  • Unser Server steht in dem vogtländischen Provinzstädtchen Treuen und gehört dem Bruder eines inaktiven Mitgliedes.
  • Wir hatten mal eine geheime Facebook-Gruppe namens „re:marx“. Doch als die Mitglieder darin zunehmend verstummten und wir nicht wussten, wie man sie am elegantesten rauswirft, haben wir einfach eine andere Gruppe namens „real:marx“ gegründet und darin einfach ohne sie weitergemacht..
  • Wir wollen Beef mit dem Musikmagazin Hedvig. Wir fühlen uns von der Jugend bedroht, weil unser Altersdurchschnitt etwa bei 30 liegt.
  • Falko Rock wollte kein Interview-Bier mit uns trinken, weil wir kein Impressum haben.
  • 95 Prozent aller Beiträge stammen von einer Person, dem Mann hinter re:marx, der immer in der „wir“-Form schreibt, was wahlweise auf eine Multiple-Persönlichkeitsstörung oder einen äußerst vielseitigen Charakter schließen lässt.
  • Wenn der Mann hinter Re:marx einen Text „okay“ findet, gilt das bereits als überschwängliches Lob.
  • Unser Techniker hat keinen Bock, die Fortsetzung des Kraftklub-Videos fertig zu schneiden.
  • Der Mann hinter Re:marx ist in sehr regelmäßigen Abständen sauer auf die anderen Redakteure, weil die so wenig machen und will dann immer alles hinschmeißen und endlich nach Berlin oder Leipzig ziehen.
  • Vielleicht arbeiten wir bei der Freie Presse, an der Uni oder im E-Commerce-Business.
  • Wir waren fast alle mal Mitglieder der Musikredaktion von Radio UNiCC.
  • Uns gibt es nur wegen der Beta-Bar.
  • Rico Ranunkel existiert in Wirklichkeit gar nicht. Sein Name ist eine Referenz an Miko Runkel. Seine Misanthropie ist real.
  • Wir haben letzten Sommer Alkohol im Stadthallenpark getrunken. Aus Bierflaschen.
  • Wenn wir einen neuen Beitrag posten, aktualisieren wir im fünf Sekunden-Takt unseren Facebook-Feed, um zu gucken, wer das liked. Wenn keiner liked, sind wir direkt suizidgefährdet.
  • Wir liken unsere eigenen Beiträge.
  • Wir treffen uns monatlich, und meistens kommt wenig dabei heraus.
  • 90 Prozent unserer großartigen Ideen werden nicht umgesetzt.
  • In den Schnapsgläsern bei den „Zehn/Kurze“-Interviews ist Schnaps.

Die Dokumente:

Januar 2013
Arrogant, überheblich, re:marx. Wie die Blogger über Konkurrenten denken, die 2389879 Mal so viele Likes haben wie sie selbst, zeigt dieses schockierende Dokument.

unterwegs
Februar 2013
Lange bevor das Wort „Lügenpresse“ wieder en vogue war, bedienten sich die Lügenblogger von Re:marx bereits Manipulations-Methoden, die jedem ehrlichen, bodenständigen Bürger-Blogger die tätowierten Glatzen-Haare zu Berge stehen lassen würden. So interviewten sie sich zum Teil selbst, wie dieses Dokument beweist.

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März 2013
Doch es kommt noch schlimmer: Bei einem Voting für ein Party-Konzept stimmen die Redakteure selbst mit ab – sogar offen sichtbar als „Re:marx“. Noch perfider: Sie haben eigene Konzepte eingereicht, für etwas, das eigentlich eine Leser-Aktion sein soll.

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November 2013:
Fälschung, Betrug, Manipulation. Das sind die Mittel, mit denen Re:marx ohne Gewissensbisse arbeitet. Im November 2013 kommt es zum ersten öffentlichen Skandal. Das Blog verlost auf Facebook für den 401. Liker angeblich ein von H.P. Baxxter handsigniertes iPad. Es gibt einen Gewinner – doch dieser muss entsetzt feststellen, dass das Ganze eine fiese Finte war, für nichts als fünf Minuten Fame im Netz. Das iPad hat nie existiert. Dafür aber hat Re:marx einen gebrochenen Mann und Spuren der seelischen Verwüstung hinterlassen. Der Umgang der Redakteure mit dem enttäuschten Fan ist kalt und herzlos:

ipadEin anderer Beitrag aus dem November 2013 zeigt, wie Re:marx suggestiv statt investigativ versucht, seine Leserschaft zu beeinflussen – in diesem Fall sollen es Horoskope richten.

horroskope
Februar 2014:
Für den 500. Like verlost Re:marx einen Praktikumsplatz. Auch das ist gelogen, aber auch hier gibt es einen Gewinner. Es ist Marcus Jänecke, der spätere Blogosphären-Guru der Stadt. So reagieren die Redakteure:

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April 2014:
Nach dem Zehn/Kurze-Interview wünscht sich Jan Kummer eine Neuauflage, weil er mit einer Kraftklub-Frage unzufrieden ist. In der Redaktion stößt das auf Unverständnis.kummer

Das 371 startet die Initiative zum Myblögchen. Auch re:marx ist geladen. Aber die arroganten Arschgeigen haben wie immer keinen Bock auf auch nur irgendeine winzig kleine Geste der Integration in die Chemnitzer Internetgesellschaft. Stattdessen wollen sie sich inkognito und zu allem Überfluss auch noch unter dem Namen anderer Blogs in die Veranstaltung einschleichen.

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Mai 2014
Das innerstädtische Alkoholverbot tritt in Kraft – und re:marx plötzlich in Aktion:

langeschnäpse3Re:marx erfindet nicht nur die „Nacht der langen Schnäpse„, sondern auch Rico Ranunkel, der sogar ein eigenes Facebook-Profil bekommt.

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  Februar 2015

Zehn/Kurze-Alltag:

kraftklubSo sieht das aus, wenn sich Lügenblogger ihre Interviewfragen erarbeiten:
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Februar 2016:
Re:marx erhält eine Textspende. Der Mann hinter Re:marx stellt den Text zur Diskussion frei. Es kommt fast zum re:marxschen Frühling. Revolte in den Kommentarspalten. Doch am Ende siegt wie immer die diplomatische Schein-Demokratie.

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Arbeitsmoral und Struktur:
Saufen, saufen, saufen. Geile Ideen, aber keinen Bock, daran zu arbeiten. Hetzen gegen Arbeitslose. Hauptsache Fame auf Facebook. Dieser einmalige Einblick in den Arbeitsethos von Re:marx offenbart Fürchterliches:

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Klassisches Beispiel: Der Mann hinter re:marx wünscht sich mehr Engagement, mehr Inhalte, mehr Ideen. Die Reaktionen:
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Brisant: Dieses Protokoll aus dem Februar 2015 erhält die bisher streng geheime Beef-Liste der bloggenden Beton-Basher und arroganten Alliterations-Affen.

protokoll_Beef Auch andere aktuelle Großprojekte, die vielleicht in Planung sind, sagen viel über die Motivation und die Arbeitsmoral hinter Re:marx.

protokoll3 Die Hürden der digitalen Kommunikation.

Wie re:marx grandios daran scheitert, im echten Leben zueinander zu finden, zeigen diese Dokumente, in denen sich die Gruppierung eigentlich für ein Treffen verabreden will, aber scheitert, weil Kommunizieren über Facebook so anstrengend ist. Symptomatisch für unsere Generation.

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Am Ende, nachdem wir uns das alles selbst noch mal reflektierend durchgelesen haben, bleibt uns nur zu sagen: Man muss uns einfach hassen. Wir hoffen, ihr tut das auch weiterhin so inbrünstig – auf die nächsten fünf Jahre.

Bonus-Dokumente für alle drei Leute, die diesen selbstreferenziellen Scheiß tatsächlich zu Ende gelesen haben:
Weil uns Falko Rock einst ein Interview verwehrte, sind wir schwer getroffen.  Unsere gekränkte Blogger-Eitelkeit hat das bis heute nicht richtig verdaut, was sich auch in unseren niederträchtigen Kommentaren widerspiegelt. Hier diskutieren wir Reaktionen auf eine „Hallo Chemnitz“-Satire. Sorry Falko, aber das werden wir dir nie verzeihen.

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