Viel Lärm um Nichts: die re:marx Neujahrsansprache 2014.

Und so fand er sein jähes Ende, der 31. Dezember, der selige Silvester-Segen, der einzige Tag im Jahr, an dem man sogar in Chemnitz auch nach 23 Uhr noch Lärm in der Innenstadt machen darf. Krach, so scheint es, wird zum Jahreswechsel hier ganz besonders intensiv gefeiert – und dementsprechend enthusiastisch auch kriegsähnliche Knallerei in die himmlische Peripherie gefeuert. So lange, bis das ganze Pulver, das Geld, der Krach, die Euphorie, die Energie schon wieder verschossen ist, bevor das neue Jahr überhaupt beginnt. Am Ende des bunten Lichtspektakels, das die sternhagelvolle Winternacht Jahr für Jahr auf`s Neue erhellt, steht trotz des grenzenlosen Geböllers, trotz aller wilder Zukunftsspekulation und guter Vorsätze dennoch nur bei den wenigsten eine echte Erleuchtung. Vielmehr ist das, was bleibt vom alljährlichen Urknall, eine große Leere, ein akuter Anfall von Sentimentalität, vielleicht auch Selbstmitleid, eine beachtliche Menge Restalkohol und das körpereigene Gänsefett, das sich während der Weihnachtstage in der Bauchregion angesammelt hat.
leuchterAber weil Neujahr ist, und weil wir brave Blogger sind, wird es Zeit für einige wehmütige Zeilen zum Jahresende respektive Jahresanfang.
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Über Coldplay, Startnext und die Brigitte – Interview mit Yesterday Shop

Blogger sind auch nur Menschen (und betonen dies gerne und vor allem oft). Deswegen benötigen auch Blogger für gewisse Dinge manchmal etwas mehr Zeit. Die soll eigentlich bereits genug Entschuldigung dafür sein, warum wir jetzt erst ein Interview in die große weite Welt hinauswerfen, was bereits am 16. Januar 2013 stattfand. Die im Jahre 2006 gegründete Band Yesterday Shop machten im Zuge der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums Halt im Chemnitzer Atomino und präsentierte dort ihren postrock- und shoegazebeeinflusten Indie-Pop-Rock, der sowohl live, als auch auf Tonträger massiv zu überzeugen weiß. Wir unterbrachen Sänger Clemens Kluck beim Stullenessen, um mit ihm gemeinsam über Gott und die besagte Welt zu plaudern.
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Interview mit Super700

Wenn Kritiker- und Publikumslieblinge unsere Stadt aufsuchen, sollten diese wenn möglich bereits beim Passieren des Chemnitzer Ortseingangsschildes abgefangen werden, um sie dann mit knallharten Fragen zu durchlöchern. Gesagt, getan: Die Berliner Indie-Pop-Gruppierung Super700 war im Rahmen der Tour zu ihrem aktuellen dritten Album „Under The No Sky“ zu Gast im Atomino, und wir von re:marx ließen uns natürlich nicht lumpen, wie aus einer Limette alles aus ihnen herauszuquetschen.
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Alle Jahre Rummel – Das Stadtfest in Chemnitz

Der Rummel hat wieder – in Form des Stadtfestes –  Einzug in Chemnitz gehalten. Abgesehen von den schier endlos nebeneinander aufgereihten Fress- und Saufbuden gab es auch in diesem Jahr eine alternative Bühne, die den Besuch des Stadtfestes auch für eingefleischte Skeptiker zumindest ein bisschen attraktiver machte. Die Hoheit über diese Bühne hatten drei Chemnitzer Clubs: am Freitag das Atomino und am Samstag der Südbahnhof sowie das Weltecho.

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Auf ein Naturellradler mit: Randy Fischer

Randy Fischer ist nicht nur der nette Mann neben der Bar im Atomino, er ist auch selbst immer wieder an den Plattentellern, und hat einige Bands zum Gastspiel nach Chemnitz holen können.

Seit wann wohnst Du in Chemnitz?

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re:marx Clubcheck part II: ATOMINO

So schnell kann es gehen… Das Stairways ist (vorerst) wieder geschlossen. Eine Entwicklung die zeigt, dass wir mit den Einschätzungen in unserem ersten Clubcheck gar nicht mal so falsch lagen. Auch wenn es schade für die mutigen Macher am Terminal 3 ist: irgendwie war das abzusehen. Im zweiten Teil unserer Reihe beleuchten wir nun den Club der Stadt, der dank seiner Haus- und Hofkapelle auch über die Stadtgrenzen hinaus viel Aufmerksamkeit und Fame erhalten konnte und das ganze Gegenteil zur großräumigen Lichterflut des Stairways ist.

Vor kurzem dazu gezwungen sich ein neues Zuhause zu suchen, fand das Atomino seine neue Heimat am legendären Brühl. Wie viele Träume waren hier schon geplatzt? Wie viele Pläne gescheitert? Das Viertel zwischen Georgstraße und Müllerstraße scheint verhext zu sein. Verlassen ist es nach wie vor.

Das Atomino beweist mit seinem Umzug viel Mut, denn es reiht sich ein in die Liste der optimistischen Projekte, die mit ihrem Anfangen eine Belebung des gesamten Boulevards lostreten wollten. Bis jetzt sind alle diese Versuche gescheitert. Doch das muss beim Atomino deswegen nicht zwangsläufig auch der Fall sein, denn zum einen zeichnen sich durch die geplante „Erschließung“ des Brühls als Campus Viertel verbesserte Bedingungen ab. Und zum anderen ist das Atomino einer der bekanntesten Clubs der Stadt mit einem festen Stammpublikum. Wie gut der Club auf den neuen Abschnitt in der atomaren Clubgeschichte vorbereitet ist, soll wie schon im ersten Teil anhand unserer bewerten Kriterien ergründet werden:

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Re:marx an der Bar im Atomino.

Da wo einst kreisförmige Beete mit streng geometrischem DDR-Charme wohl gediehen, wächst nun das hoch modernisierte, schnelllebige und ökologisch ohnehin total nachhaltige Grüne Band der grauen Stadt Chemnitz. „Wall“ heißt es, was natürlich eine Referenz an den dunkelgrünen Walld sein soll. Da wo einst die runden Beete waren, da befand sich sozusagen der ehemalige Wintergarten vom Atomino, der unerschütterlichen Club-Bastion in den doch eher etwas lockeren Festen der Chemnitzer Hochkultur-Burg.

Wer raus rauchen musste, der saß an den Beeten. Wer suffige Club-Tränen trocknen lassen wollte, der saß an den Beeten. Wer sich vom heißen Tanz erholte, saß an den Beeten. Heimliche Liebeleien – hinterm Beet. Wer ohnehin schon zu betrunken war, lag im Beet. Egal ob im Sommer, im Winter, oder irgendwann dazwischen: die Beete waren die Auffangstation für die Clubgänger und deren Geschichten. Jetzt sind die Beete weg und alles ist so gerade, irgendwie. Es gibt zwar Bänke, aber das ist ja auch langweilig. Doch nicht nur die Beete sind weg, das Atomino ist es auch bald. Es zieht um, weg vom einstigen schönsten Platz in Chemnitz, in eine Gegend, in der man die runde DDR-Geometrie noch zu schätzen weiß – in Richtung Brühl also. Genauer gesagt, die Mühlenstraße, Karl-Liebknecht-Schule, die 2010 schon einmal von den Begehungen eingeweiht wurde und die jetzt erneut mit verschiedenen Kultureinrichtungen wiederbelebt werden soll.

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Auf ein neues Bier mit: re:marx.

Liebe Pieple,

2011 war ein Jahr. Vielleicht war es nur ein Jahr wie jedes andere. Vielleicht war es aber auch ein ganz besonderes Jahr. Schließlich wurde re:marx geboren, eine Institution, die dem kulturellen Dasein in Chemnitz einen neuen Glanz und noch viel mehr Glorie verlieh – und zwar so viel, dass sogar die TAZ endlich auf die Stadt aufmerksam wurde. 2012 sollte deshalb nicht minder spektakulär werden. Auch wenn – oder gerade weil – ja die große Apokalypse unaufhörlich naht. Doch keine Angst, re:marx wird für euch als feste Bank im Weltuntergangssturm bestehen bleiben und weiterhin journalistisch sachlich, präzise, knallhart und investigativ aus der schönsten aller grauen Städte berichten. Denn 2012 verspricht viel, vor allem viel Bewegung in der nebulösen, aber existenten Chemnitzer Szene.

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