Partypopundpoesie ohne Grund: Wenn wir nicht so arrogant wären, würden wir jetzt haltlos über PARTY OHNE GRUND spekulieren

Re:marx kommt zu jeder Party und macht Stress ohne Grund, kennt das Fler-Original und die KIZ-Adaption, weiß aus dem Kopf in welchem Lied und in welcher Zeile die Textausschnitte zu finden sind und rühmt sich damit vor Leuten, die das eher als peinliche Offenbarung empfinden. Peinliche Offenbarungen gönnen, kurz POG oder Party ohne Grund, mischt seit kurzem mit geklauten Witzen oder unlustigen Memes das Chemnitzer Internet auf und stellt unser labiles Selbstwertgefühl, das aus 1539 Followern besteht, zunehmend auf die Probe. Eigentlich eine Art Re:marx light, nur eben für Leute, die keine ganzen Texte mehr lesen und sich nur noch auf Zweizeiler konzentrieren können – aber auch nur dann, wenn es ein Foto dazu gibt. Mit Zweizeilern für digitale Einzeller, der zu Tränenlachsmileys rührenden Poesie des Pöbels, konnten sie mittlerweile über eintausend Liker generieren, nur um dann zu Lesungen statt zum Braustolz-Fest einzuladen. Wenn jemand seine Zielgruppe nicht kennen will, dann sind wir das! Vielleicht ist das alles auch tiefgründige Satire und es versteht einfach wieder niemand. Auch das, von uns geklaut!

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Okay, wir geben es zu: Wir haben einen leichten PARTY OHNE GRUND-Komplex. Was noch untertrieben ist – wir sind regelrecht besessen von diesem postmodern postenden Projekt, aber eher so auf paranoide Art. Dass aufregende Dinge im Chemnitzer Internet passieren, ist ja doch eher selten: Die Bloggerszene ist überschaubar, auf Twitter ist auch nicht so viel los, Facebook-Projekte wie „Dinge, die ein Chemnitzer nicht sagt“,  „Occupy Conti-Loch“ oder „Herzschlag der Moderne“ (erinnert sich noch jemand?) scheitern schneller als man „The Rage of Chemnitz“ sagen kann – typisch re:marx, immer alles mies machen, was anderen Leuten einfach nur Spaß macht. Es könnte der Like-Neid sein, der hier gnadenlos an unseren raucherbeingelben Seelen nagt – eine Eigenschaft, so hässlich wie das Heckert im November-Nebel, aber man muss auch zu seinen schlechten Seiten stehen. Vielleicht empfinden wir es auch nur als schreiend große Ungerechtigkeit, wenn wenig Aufwand mit viel Fame belohnt wird, während wir um jeden einzelnen Like kämpfen müssen wie die SPD um Wähler, aber die Gesetze der digitalen Natur sind nun einmal hart.
Und vielleicht ist das auch alles gar nicht so wichtig, also die Sache mit dem Like-Neid, wurden wir doch vor kurzem berühmt-berüchtigter als Ingo-Steuers Stasi-Akte, die auf dem Grund des Schlossteichs vermutet wird und keinen interessiert. Mit einem Meme über den Lulatsch, niemand erinnert sich, schnupperten wir am Clickbait-Fame – die Like-Night war eröffnet und billiges Heroin schoss uns durch die Adern wie Tränenlachsmileys in die Finger unserer neuen Fans.

Als Mittel der Katharsis  (Nein, das ist nicht das, was man im Krankenhaus gelegt bekommt und hat auch nix mit der übernächsten WM zu tun) widmen wir POG heute und einmalig einen ganzen Beitrag – und dann werden wir nie wieder auch nur ein einziges Wort darüber verlieren. Nicht versprochen! Vorher aber wollen wir uns an der Internetbörse verspekulieren und konspirative Theorien ins Netz tröpfeln lassen wie feine Chemikalien in die Luft: Denn die wichtigste Frage ist immer noch: Cui Bono? Das heißt: Wer könnte hinter Party Ohne Grund stecken – und warum? Eines schon mal vorweg (Achtung: Spoiler!): Es ist nicht Michelle Obama. Und auch nicht Chad Kroeger. Ist es Herbert Grönemeyer? Rando Re:marxkotte wagt einen Annäherungsversuch.
Gern würden wir dafür auf irgendwelchen Gehaltslisten stehen, beipielsweise auf der vom Karl-Marx-Kopp-Verlag, – auf die Klauliste (noch einmal und es gibt was in die Kauleiste) von POG haben wir es schon geschafft, hoffen aber, dass unser Name auf den Abschusslisten folgender Personen(gruppen) landet, von denen wir vermuten, dass sie hinter der Vermemisierung des Abendlandes stecken. Re:marx kommt auf keine Party und ist beleidigt ohne Grund.

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