Abartig! Diese behämmerten Blogger bashen die Begehungen!

Jemand wird hier bald Lofts ausbauen. Eigentum, durchsaniert, Beton und Glasfassaden, bestimmt.
Alle würden gerne einziehen. Stell dir vor. Wie geil. Ich nehme die dritte Etage. Was man hier alles machen könnte. Wenn man nur.
Niemand kann sich das leisten.

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Wir stehen irgendwo in der ehemaligen Sporett-Fabrik, oder Poelzig-Areal, zwischen unheilvoll aufbrausenden Soundinstallationen, halben Dutts und halb das Gesicht bedeckenden Hornbrillen. Wir, das ist eigentlich nur eine Person, der Mann hinter re:marx, aber weil sein Charakter so vielfältig und ihm der Kollektiv-Gedanke so wichtig ist, spricht er gerne von sich im Plural. Oder in der dritten Person. Jedenfalls haben „wir“ eine Mission, die weit darüber hinaus geht, die neuen Sticker (8,8 Cent das Stück, mattes Papier, ordentlich groß, Abziehhilfe) unauffällig an der Bar zu drapieren. Wir wollen abfaken, und zwar die Begehungen. Weil es die Begehungen schon in den Deutschlandfunk geschafft haben, und wir nur von NRJ erwähnt wurden.

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abgefakt: Zeitgeist 2014. Teil II (Juli bis Dezember)

Juli:
Eintrag vom 02. Juli 2014
Liebes Tagebuch,
„Heute ist wieder einer dieser Tage. An dem eine unendliche Leere die Seele umschlingt wie Lianen die Bäume im Dschungel. Denn heute ist fußballfrei. […] kein Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit, kein Wet-Look-Jogi im Regen von Recife, keine Kathrin Müller-Hohenstein, die mit Poldi am Pool sitzt und mit den Füßen leise Muster ins Wasser malt. Und so droht man in ein bodenloses Loch zu fallen, ein Loch, größer als das Conti-Loch, ein Loch, größer als das größte Sommerloch jemals sein kann.“


Was sonst noch geschah:

Der Aufreger des Monats:
Diese „bloggende Selbstherrlichkeit“, diese „Bastion der Arroganz“, dieser „lose Verband wahnsinniger Geisteswissenschaftler“ (Zitat re:marx über re:marx) ging uns so richtig auf die Eier. Zeit für ein abgefakt! Die Chemnitzer Community dankte es uns inständig – scheinbar haben wir damit vielen Lesern aus der Seele geschrieben.

IMG_6249Was außer sonst noch sonst noch geschah:

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real, marx: Einmal hin, alles drin. Ein Poethischer Report von den Begehungen.

Mal ganz ehrlich. Wer vergangenen Freitag das Sensationsspiel des CFC gegen Mainz 05 im DFB-Pokal verpasst hat, kann nur einen vernünftigen Grund dafür gehabt haben: Die Begehungen in Bernsdorf. In seiner elften Auflage beging das Kunstfestival dieses Jahr vom 14. bis 17. August den Rosenplatz – ein beschaulicher kleiner Park, idyllisch gelegen zwischen Fetisch-Laden und Nutten-Netto. Chemnitz-Kenner wissen, dass Bernsdorf dem Sonnenberg als angesagtes Problemviertel längst den Rang abgelaufen hat. Der Rosenplatz schien deshalb der perfekte verlassene Ort, um Kunst zu kuratieren und Werke zu installieren zwischen der knarrenden Schaukel auf dem Spielplatz und dem kühlen Serbst-Wind, der leise in den Baumwipfeln wehte. Begangen wurde auch die vergangene Edeka-Kaufhalle auf der Bernsdorferstraße, seit deren Schließung nie wieder auch nur ein einziger Edeka-Supermarkt in Chemnitz gesichtet wurde. Aus diesem Supermarkt wurde nun ein Kunstmarkt, weshalb bei den diesjährigen Begehungen grundsätzlich viel über Konsum im Konsum reflektiert werden durfte. Aber kommen wir zum Wesentlichen: zu uns. Re:marx war erwartungsgemäß dabei und überlegte zunächst lange, wie man sich dem Kunst-Konsum am besten annähern könnte, stieß aber schließlich auf etwas, das stets volksnah, simpel und für alle zugänglich ist: Lyrik! [Bzw. das, was man heute gemeinhin für Lyrik hält]. So kroch in unserem Autorenkreis nicht nur ein heimlicher Hobby-Dada-Dichter aus seinem Kreativkeller ans virtuelle Tageslicht, nein wir praktizierten auch die kunstvolle Form der öhm Live-Lyrik, in Echtzeit geschrieben von den Dichten an der MS BEAT Bar, die endlich noch Dichter werden wollten. Die Resultate: Berauschende MSBeat-Poesie über Konsum; Alkohol-Konsum, Wurst-Konsum, Pfeffi-Konsum, Bier-Konsum, Kunst-Konsum. Alle Gedichte der dichten Dichter und ein bisschen visuelle Poesie in Form von Fotos könnt ihr jetzt und hier konsumieren.

IMG_6303„Immer wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Pfeffi her.“ [Terle M.]

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re:marx in der Zwischenzeit – Ist das Kunst oder kann das weg?

August. Es ist wiedermal soweit: das Sommerloch schlägt wild mit gähnender Leere um sich. Wobei „wild“ natürlich das vollkommen falsche Wort ist – denn eigentlich passiert nichts. Nichts ist wiederum auch nicht richtig, denn irgendwas ist immer, sogar in Chemnitz (Stadtfest, Treibsand, diverse Open-Air-Offerte) und irgendwie waren da ja auch noch die Begehungen. Das Festival für junge Kunst ist mittlerweile nicht nur eine wichtige Institution im Kunst-und Dunstkreis der Chemnitzer Szene (die soll`s ja auch geben) sondern bietet damit gleichermaßen auch eine kulturelle Bastion im ewigen Sommerloch.

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Sie verlassen den Verantwortungsbereich: Begehungen 2011 in Wort und Bild.

Das vergangene Wochenende war wundervoll – doch der plötzliche Sommereinbruch erschwert eine ausführlich-investigative Berichterstattung und so tröpfeln die richtigen Worte für das Kunstfestival Begehungen, das vom 18. bis 21.08 in der ehemaligen JVA auf dem Chemnitzer Kaßberg stattfand, nur mühsam aus dem erhitzen Gehirn. Und dennoch: re:marx war verdeckt vor Ort um die subjektiven Eindrücke mit euch zu teilen. Es folgt eine Collage aus Bild und Wort, die wohl mehr Bild als Wort ist, aber Bilder sagen ja bekanntermaßen auch viel mehr als Worte, oder wie war das?

1)
wir verlassen den verantwortungsbereich, lassen die verantwortung am tor zurück, der stacheldrahtzaun nimmt sie uns ab. beeindruckend.

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