Wiki-How Chemnitz: Eine Bürgerwehr gründen und die Stadt wiederbeleben

Mehrmals wöchentlich zusammen mit den besten Buddys abhängen ist „beste Leben“, wie du sagen würdest, aber ihr könnt nicht immer nur kiffen und zocken oder zusammen ironisch den Bachelor schauen, denn Chemnitz hat so viel mehr zu bieten: Schlechte Fußwege, laute Ampeln, keine Parkplätze, eine prekäre Sicherheitslage und eine menschenleere Innenstadt nach Acht. Chemnitz braucht euch! Nicht breit auf dem Sofa, sondern draußen auf der Straße als selbstbesessene Selbstjustiz, als ehrenamtliche Egofighter, als freiwillige Straßenbelebungsmaßnahme. Heute erklären wir euch, wie ihr in nur acht Schritten eure eigene Bürgerwehr gründet und Chemnitz vor dem Verderben rettet. 

1_ Mobilisiere motivierte Mitstreitende
und gründe eine Gang, das klingt nicht ganz so bieder wie „Bürgerstreife“ und beschreibt im Grunde auch gut, was ihr als Bürgerwehr so macht: Abends in der Gruppe ein bisschen sinnlos draußen abhängen, Quality Time in Chemnitz genießen, als Bande bonden, saufen und vielleicht ein bisschen Stress. Handelsübliche Bürgergangs sind meistens zu Fuß und  mit Hunden, die Chico heißen, oder mit ihren Elektro-Seniorenmobilen unterwegs, aber wenn ihr richtig cool seid, könnt ihr die Stadt auch auf Inlinern oder Segways unsicher machen. 

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re:marx in Gefahr: Wir sind wieder Wehr. Unterwegs als Bürgerwehr in Chemnitz.

Anfang März, es ist kalt in Deutschland. Kalt und dunkel, vielleicht regnet es auch.
Wir sind besorgt.

Das Pflaster des Chemnitzer Marktplatzes ist nicht nur holprig, es ist auch gefährlich. Wenn es dunkel wird trauen sich nur noch die Wagemutigsten hinaus in die feindselige, schwarze Nacht: Angst. Angst vor Kriminalität. Angst vor Armlängen, die zu kurz sind. Angst ums Abendland. Angst bis zur Morgenlanddämmerung.
Fast vollständig umnachtet scheint so manch besorgter bürgerliche Geist.

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Kreuzungsgefährlich und auch ein bisschen revisionistisch: Die Reichsstraße in Chemnitz, wo schöne blaue Narzissen wachsen.

Überall im Land, von der Maas bis an die Memel, streifen derzeit Bürgerwehren über Bürgersteige, um die abendländische Sicherheit zu schützen und unsere schönen deutschen Frauen zu retten (aber nur die Blonden!). Wutiges Patrouillieren auf den bürgerlichen Pfaden der Selbstjustiz. Die Selfmade-Sheriffs mit ganz viel Pfeffi-Spray und Schlagstock im Gepäck stilisieren sich als Freund und Helfer der überforderten Polizei – nachtwandeln aber aus Gründen einer übersteigerten Empathie mit sich selbst. Kleingärtner zum Beispiel, die ihre Lauben vor Lauch-Langfingern schützen und um ihre Beete beten, in denen noch deutscher Kohl gedeiht, bald aber Kichererbsen wachsen werden – wenn wir nicht aufpassen. Wenn wir uns nicht wehren.

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