Unser Album des Monats Juni: Glass Animals – ZABA

Heute ist wieder einer dieser Tage. An dem eine unendliche Leere die Seele umschlingt wie Lianen die Bäume im Dschungel. Denn heute ist fußballfrei. Spielpause! Keine WM! Kein Kahn, kein Scholl, keine geballte Expertise von Bla Rethy, kein tattriger Blatter auf der Tribüne, kein Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit, kein Wet-Look-Jogi im Regen von Recife, keine Kathrin Müller-Hohenstein, die mit Poldi am Pool sitzt und mit den Füßen leise Muster ins Wasser malt. Und so droht man in ein bodenloses Loch zu fallen, ein Loch, größer als das Conti-Loch, ein Loch, größer als das größte Sommerloch jemals sein kann.

Aus dem Boden dieses bodenlosen Loches kriecht nun die Re:marx-Redaktion, oder das was von ihr übrig blieb – ein armseliger Haufen fußballfressender Zombies, getrieben von der ewigen Erinnerung daran, dass es noch ein Leben jenseits der grünen Hölle von Manaus gibt.
In Chemnitz zum Beispiel! Aber Moment: Gibt es Chemnitz überhaupt noch? Nach unserer ausgelassenen Abi-Feier am Staussee am vergangenen Wochenende waren wir uns eigentlich ziemlich sicher: Ja, Chemnitz hat Swag, oder wie man das so sagt, wenn man gerade Abi feiert. Aber jetzt ist es wieder da, dieses Loch. Dieser gefährliche Sog des Sommers, obwohl ja eigentlich noch gar nicht so richtig Sommer war.
Doch auch wenn wir uns in dieses Loch haben fallen lassen wie Robben in den Strafraum – der Druck bleibt enorm, Experten sind sich einig: Re:marx muss jetzt liefern, re:marx ist inhaltlich noch nicht wieder bei 100 %. Nachdem Ideen wie „mit einer Algerien-Flagge zum Public Viewing auf den Markt gehen“ an der Mauer der Motivationslosigkeit scheiterten und Chemnitz auch sonst nichts weiter zu bieten hat, außer Pressefest und Filmnächte und irgendwelche mickrigen Festivals, blieb für diesen Beitrag nur eine der letzten Säulen unseres leeren Lebens: Musik. Das Album des Monats. Wobei hier in der redaktionsinternen Befragung das Panini-Album ganz weit vorne lag und kurz dahinter „One Love, One Rhythm – The Official Fifia World Cup Album 2014“. Letzteres kann man aber getrost in die Eistonne treten, denn hier kommt die mit Abstand heißeste Platte des Jahres. Sagt re:marx. Frauenzeitschriften würden an dieser Stelle vermutlich irgendwas von smooth und sexy schreiben, Pitchfork irgendwas von Jungle und LSD faseln und Rihanna würde tweeten how „phucking hot da music“ is. Und wenn wir schon mal bei Twitter sind:

Ein Album, 140 Zeichen (0614)


Glass Animals – Black Mambo from Harry Reavley on Vimeo.