Zehn/Kurze Fragen mit: BLOND

„Blonde on Blonde“ – das weiß unsere distinguierte Leserschaft natürlich – ist eine recht berühmte Dylan-Platte, die im Mai dieses Jahres ihr 50-jähriges Jubiläum feierte und die absolut nichts mit diesem Beitrag zu tun hat. Außer, dass wir an dieser Stelle eben endlich mal wieder ein popkulturell vernuscheltes Wortspiel statt behämmerter Blondinenwitze machen und uns wie ein freewheelin‘ Freak fühlen können. Und: Blonde on Blonde ist furchtbar alt, die Band BLOND (nicht zu verwechseln mit Deborah Harry)  hingegen blutjung, was redaktionsintern große moralische Fragen wie „Wann ist ein Schnaps ein Schnaps?“ und „Warum bin ich und wenn ja wieviele ?“ aufwarf.
Weil wir gewissenhafte Blogger ohne Hemmungen sind, haben wir uns vorher durch einen mit familiären Blut unterzeichneten Vati-Zettel rechtlich abgesichert, und fühlen uns für nichts verantwortlich. Wohl wissend, dass die Moral dieses Formates schon beim Ansetzen des ersten Schnapsglases (damals mit Ingo im Echo) einen polnischen Abgang gemacht hat.

Im folgenden Interview sprechen also BLOND über BLOND, nur dass wir eigentlich gar keine Fragen zur Band gestellt haben, sondern lieber alles über Brüder, Bieber und Bernsdorf wissen wollten, und natürlich darüber, wie sie den Mauerfall damals erlebt haben. Am Ende gab es nicht nur Schnaps, sondern auch Beef, so roh und blutig wie die Sitten am Sonnenberg.

Zehn Kurze/Fragen mit: Jan Kummer.

Aus Rücksicht auf die Wähler ist er nicht Bürgermeister geworden.
Wenn es nach ihm ginge, würde Chemnitz noch Karl-Marx-Stadt heißen.
An seinen Texten hat sich die Stasi die kleinen grauen Zellen wund geschubbert.
Und seine Hochzeit hat er beinah beim Friseur verpennt.
Jan Kummer ist der erste Interview-Gast, bei dem wir überlegt haben, ob wir ihn nicht Siezen müssten. Der Don Brummer, Maler, Atomino-Gründer, Papa von zwei Kraftklub-Kids, 371-Kolumnist etc. pp., Jahrgang 1965, muss auch darüber nachgedacht haben. „Hallo, ich bin der Jan“, ist das erste, was er sagt. Und dann redet er vier Stunden ununterbrochen, signiert ein AG Geige-Plakat, raucht eineinhalb Schachteln Petra, die Mutti aus Tschechien mitgebracht hat, trinkt eine halbe Flasche Whiskey, hat nix zum Abendbrot gegessen und sieht trotzdem so aus als könnt er noch fahren:
Zehn Kurze/Fragen mit dem ewig unverstandenen Chuck Norris von Chemnitz!

Rein oder nicht rein? Das ist hier die Frage: The Doors of Decision

Sie sind aus Stahl, erfüllen Brandschutzverordungen und sind meistens geschlossen: Die Türen der Chemnitzer Clubs. Im Grunde unterscheiden sie sich nicht von allen anderen Türen. Und auch die Tatsache, dass öfter wartende Menschen vor ihnen stehen, hebt sie nicht unbedingt von einfachen Klotüren ab. Was eine echte Clubtür wirklich auszeichnet ist ihre „Härte“. Rein oder nicht rein? Das ist hier die Frage:

Weltecho

Eine Chemnitzer Clubtür: Am Tag belangloser Durchgang. Bei Nacht, Pforte der Entscheidung.

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Unknown Pleasures – Kultur im sächsischen Manchester. Teil Zwei: Musiker-Leben mit Bombee.

Die ohnehin recht übersichtliche Chemnitzer Club-Szene ist derzeit stark angeschlagen: Erst musste das Atomino vom Brühl weichen – jetzt steht auch noch dem Weltecho dank Bürgerinitiative mitsamt Klage ein ähnliches Schicksal bevor.
Während die Bühnen nach und nach im Nichts verschwinden, hat sich re:marx für den zweiten Teil der „Unknown Pleasures – Kultur im Sächsischen Manchester„-Reihe auf die Suche nach jener seltener Spezies begeben, die mit den Bühnen dieser Stadt auch ein Stück ihres natürlichen Lebensraums zu verlieren droht: Chemnitzer Musikern.

Gefunden haben wir Philipp und Felix von Bombee, die mittlerweile so was wie ein echtes Schwerkaliber der hiesigen Elektro-Pop-Szene sind und erst unlängst (also im September 2013) mit ihrer aktuellen EP „Aurelia“ auf Deutschlandtour gingen, um den sagenumwobenden Chemnitzer Band-Spirit weit über die Grenzen Sachsens hinaus zu tragen.

Ein Gespräch über das Musiker-Daseins in Chemnitz, und darüber, wie es nach ihrer im Oktober erschienen „Aurelia EP“ weiter geht, was für 2014 alles geplant ist und wie schlimm das P1 in München wirklich ist.

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Unknown Pleasures – Kultur im sächsischen Manchester. Teil eins: Die Chemnitzer Filmwerkstatt.

Es gibt Großstädte, in denen tobt das kulturelle Leben auf den Stra… Also, es gibt Großstädte.
Und es gibt Chemnitz. Chemnitz ist Chemnitz. Ein städtisches Dorf/eine dörfliche Stadt, in der etwa 240.000 Einwohner im absoluten Einklang mit der Stille leben. Wie in einem urbanen Kloster mit eingeklagter Ruheoase und angebautem Rentnerparadies, dessen Keller-Gewölbe und Geheimgänge jedoch zu einer himmlischen Party-Hölle führen können – wenn man sie nur kennt. Es scheint, als wären die meisten Menschen, die hier leben, schon vor Jahren ins subkulturelle Zölibat getreten, um tagtäglich der allmächtigen Arbeit zu frönen. (Oder um an auserwählten Orten [Zenti, Netto in Bernsdorf] den Konsum hochprozentiger Getränke zu zelebrieren) Die süßen Sünden des frivolen Stadtlebens (Clubs, Bars, Musik, Unterhaltung) gilt es dabei weitestgehend auszublenden. Eine Stadt, vereint im Glaube an die Ertüchtigung – und im Bedürfnis nach nächtlicher Naherholung. Anders als im exhibitionistischen Hipster-Vergnügungspark Berlin, wo man sich gerne als hedonistischer Techno-Lustmolch, selbstoptimierter Startupper oder freischaffender Medienirgendwas mit veganer Bio-Chai-Latte und Dauergästeliste stilisiert, definiert sich das drecksche Industrieloch Chemnitz über die fleißige, bodenständige Arbeiterseele mit dem großen Rückzugsbedürfnis. Industrielle Introspektive statt subkulturelles Schaulaufen. Trotzdem ist der gemeine Chemnitzer heimlich stolz auf sein geliebtes „sächsisches Manchester.“

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Support your local record label: Interview zur No Divas Labelnight am 18.01.2013 in der Sanitätsstelle

Die Freunde elektronischer Musik merken es schon seit einiger Zeit – in Chemnitz geht wieder was. Nach Jahren des Nischendaseins sprießen Partys bei denen House oder Techno laufen, wie Pilze aus dem Boden, fast jedes Wochenende kann irgendwo im 4/4-Takt getanzt werden. Und auch die Qualität der dargebotenen Musik hat sich erhöht, denn immer öfter verirren sich national bis international angesagte Acts und Djs in die Stadt der Moderne, was nebenbei bemerkt auch Ausdruck einer lebendigen Chemnitzer Clubkultur ist, denn die Clubkultur unserer Zeit basiert zu großen Teilen auf dieser Musik und der Popularität ihrer Macher.

Womit wir dann auch schon beim Thema wären – die Musik und ihre Macher. Was sind das für Leute, die sich Nächte um die Ohren schlagen, um die musikalische Basis einer Partynacht zu erzeugen und dieses Erzeugnis dann in Szene zu setzen? Um diese Frage zu beantworten beleuchtet re:marx das junge Chemnitzer Platten-Label No Divas, das seit vergangenem Jahr in der Stadt sein Unwesen treibt und traf sich mit dem Label Betreiber und DJ Arne Zwanzig aka Arno zum Interview bei Kaffee und Kippe: Weiterlesen

Interview + Veranstaltungshinweis: Echolot Series | 30.11.2012 | Weltecho

Es war im Jahre 1913, als der Physiker Alexander Behm sein Verfahren zur elektroakustischen Messung von Wassertiefen patentieren ließ. Seitdem sind nun fast 100 Jahre vergangen und damals konnte noch niemand ahnen, dass ausgerechnet dieses als Echolot bezeichnete Verfahren namensgebend für eine der außergewöhnlichsten Veranstaltungsreihen im heutigen Chemnitz sein würde. Zumal die Erzgebirgsmetropole geographisch bedingt eher weniger mit Hochseeschifffahrt am Hut hat. Diesem Widerspruch zum trotz findet eben diese Veranstaltungsreihe seit Anfang des Jahres im Chemnitzer Weltecho statt. Der Fokus der Veranstaltungen liegt dabei auf „dem erweiterten Spektrum elektronischer Tanzmusik“, was zur Zeit ja fast auf jede Veranstaltung in und um Chemnitz zutrifft. re:marx wollte daraufhin ganz genau wissen, worum es beim Chemnitzer Echolot eigentlich geht und traf Frank Schönfeld aka Felde – den Booker des Chemnitzer Echolots – zum Interview bei Tee, Wein und Kippe: Weiterlesen

Interview mit Super700

Wenn Kritiker- und Publikumslieblinge unsere Stadt aufsuchen, sollten diese wenn möglich bereits beim Passieren des Chemnitzer Ortseingangsschildes abgefangen werden, um sie dann mit knallharten Fragen zu durchlöchern. Gesagt, getan: Die Berliner Indie-Pop-Gruppierung Super700 war im Rahmen der Tour zu ihrem aktuellen dritten Album „Under The No Sky“ zu Gast im Atomino, und wir von re:marx ließen uns natürlich nicht lumpen, wie aus einer Limette alles aus ihnen herauszuquetschen.
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Re:portage – The Sound Of MS Beat.

Das war nun also dieser Weltuntergang von dem jetzt immer alle reden. Mit Pauken und Trompeten verabschiedete sich Mutti Erde vergangenes Wochenenede am Staussee Oberrabenstein mit einer fetten Party von ihren Fans. Unzählige Jünger pilgerten friedlich und feierwütig zum Ort des Geschehens, um noch einmal ein zweitägiges apokalyptisches Abendmahl zu zelebrieren, ein letztes Abenteuer voller Tanz, Musik, Kunst und Krempel, kurz: ein wundervolles Wunderland namens MS Beat. 

re:marx war dabei. Stolz können wir nun von uns behaupten: we survived the Weltuntergang. Doch verarbeiten wir die Erlebnisse auf dem diesjährigen MS Beat Festival nicht mit ödem Text, sondern in opulentem Bild und wildem Klang. Letzterer macht nun den Auftakt. In Kooperation mit re:marx und dem MS Beat Festival war unser rasender Reporter Tag und Nacht (vor allem da!) für uns unterwegs um apokalyptische Impressionen eines imposanten Spektakels zu sammeln. Ein Stimmungsbild zum Nachhören. Hier und jetzt. Viel Spaß.

Apocalypse, now!

MS BEAT FESTIVAL 2012 +++ erste Stimmen wurden laut +++ Exklusiv bei re:marx Freikarten gewinnen +++ heiße Polen-Mädchen +++ grobe Bratwurst+++
Endlich: Ende in Sicht! Einst von den Maya in ziemlich weiser, unglaublich weiter und wissenschaftlich total fundierter Voraussicht prophezeit, droht am 21.12.2012 nun die Deadline des Daseins auf unserem wunderbaren Planet Erde. Alle Zeichen stehen dabei schon längst auf Untergang, die Uhr schlägt fünf vor Zwölf – und jeder hat ein dickes, rentables Stück vom letzten Kuchen. Die Maya hatten ihren Kalender, die apokalyptischen Reiter ihre Gäule, die Europäische Union hat den Euro, manche haben Atombomben, andere haben Terroristen, der Himmel hat das Ozon-Loch und Pro7 den Disaster-Day…
Und Chemnitz??

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