Gib mir mein Herz zurück: Ein Wochenende auf dem Kosmonaut (Chemnitz Fanfiction)

Eigentlich wollte sie einfach nur noch raus. Raus aus dieser Stadt, die sie schon so lange zu kennen, so lange zu hassen glaubte. Doch dann erhält die wicked Wutbloggerin Rema den Auftrag, auf dem Kosmonaut-Festival über eine Band zu berichten. Aus dem Bericht wird nichts, aber nichts wird nach diesem Wochenende mehr sein, wie es mal war. Denn da war er plötzlich: Dieser eine Moment, in dem sich für die superjunge Journalistin alles verändert.

Disclaimer: Das ist unsere allererste Chemnitz-Fanfiction, wir hoffen, sie gefällt euch und würden uns sehr über Feedback, Verbesserungsvorschläge und ähnliches freuen. Alle Personen dieser Geschichte sind absolut frei erfunden, außer natürlich die Stadt Chemnitz.

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re:marx auf dem Kosmonaut: Als Oldtimer auf dem Autotuner-Treffen. 

Früher war Auto-Tuning ein Großereignis für Leute mit tiefergelegten Freizeitinteressen und fragwürdigen Felgenfetischen, die sich regelmäßig im größtmöglichen Parkhaus ihrer Stadt trafen, um Speziallacke anzurühren, Motorhauben mit Wolfsmotiven airzubrushen und natürlich für die Sexy Carwash-Show. Auto-Tune war auch das, was Xzibit damals bei „Pimp my Ride“ gemacht hat, der zweitbesten MTV-Show nach „Cribs“: Pools und Cocktails-Bars und bombastische Bassanlagen in Kofferräume einbauen und Menschen mit dem simplen Satz „Hey, I’m Xzibit, and I’m here to pimp yo `ride“ zu Tränen rühren.
Heute ist Autotune der Stoff, aus dem große Youtube-Hits und die Stimme von Cher gemacht sind: Automatische Tonhöhenkorrektur, das klingt nach betrunkenen Handy-Tippfehlern, wurde aber einst entwickelt, um schiefe Stimmchen im Studio wieder gerade zu biegen. Mittlerweile werden vor allem Rap-Tracks inflationär damit aufgepimpt, mit der Konsequenz, dass ein Großteil der Musik immer mehr nach einem Rummelbesuch auf Gras, oder schlimmer, Opioiden, klingt. Das heißt dann Cloud Rap, weil es direkt aus der Internet-Cloud in die Downloadordner tröpfelt — und am Cloud Rap scheiden sich auf dem diesjährigen Kosmonaut nicht so sehr die Geister, sondern eher die Alter, die Alters, die Eltern oder was auch immer der autokorrekte Plural davon ist. Weil wir super gern über Dinge berichten, von denen wir absolut keine Ahnung haben, Basketball-Spiele zum Beispiel oder eben Deutsch-Rap, haben wir uns dieses Jahr aufs Kosmonaut gewagt, um mit Festivalberichterstattung krass abzureißen, obwohl wir schon mindestens Ende Zwanzig sind. Am Ende sind wir auf dem Kosmonaut zwar als Musikkritiker gescheitert, aber als Influencer und auch als Chemnitzer gewachsen.

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