Die Post der Moderne (KW 28): Was neulich in Sachsen geschah.

Aufgrund des andauernden Post-Streiks konnte die Post der Moderne in den letzten Wochen ja leider nicht ausgeliefert werden. Dafür schicken jetzt aber alle Briefe nach Freital. Also: Freital. Dieser Ort war uns ja noch nie so ganz geheuer. Wie er da so friedlich schläft, eingekuschelt zwischen den Felswänden des östlichen Erzgebirges. In diesem Tal, das immer halb im Schatten liegt. Ein recht beschaulicher, oder eher rechts beschauerlicher Vorhof des fürstlichen Dresdens, wo erst August der Starke regierte und später Lutz Bachmann. Denn auch in Freital wohnen, wie in vielen ostdeutschen Ortschaften auch, besorgte Bürger. Die Bürger Freitals sind jedoch besonders besorgt, so besorgt, dass sie hier ein großes, widerwärtiges Lichtenhagen-Revival feiern wollen. History repeats itself: Tröglitz, Schneeberg, Freital, Dresden, und wie die Käffer alle heißen – die Aufklärungsversuche gleichen Don Quijotes Kampf gegen Gebetsmühlen. Alles gesagt, alles geschrieben, alles beim Alten geblieben. Die Frage, die uns umtreibt, ist eher, warum gerade in der Peripherie Dresdens (sächsische Schweiz) die Ideologien der NPD auf derart fruchtbaren Boden treffen – von dem sich ja auch Pegida nährte.

pdm

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