I Bless the Rains Down in Africa – Spaziergang im Chemnitzer Tierpark

Wir wollten einen tristen Ausflug machen. In Chemnitz. Im Herbst, unter grauem Himmel, im feinen Nieselregen vielleicht. Aber dann war Wetter zu schön, der Himmel zu blau, die Sonne zu strahlend — wie immer in den letzten sechs Monaten. 2018, ein einziger ewiger Sommer, der selbst in einer Stadt wie Chemnitz mittelschwere Paradiesdepressionen ausgelöst hat. Ein Sommer, so gnadenlos schön, so furchtbar lang, dass man sich mit Regengenerator auf voller Lautstärke in abgedunkelten Räumen verschanzen und zum Netflix gucken in den Keller gehen musste, um gegen das schlechte Schöne-Wettergewissen anzukämpfen.
Was kann man also tun, wenn sich die mittlerweile weltberühmte Chemnitzer Tristesse, wegen der man die Stadt so verzweifelt liebt, aber auch so verdammt oft verflucht, einfach nicht einstellen will, nicht mal dann, wenn die Nazis mit ihren tätowierten Mondgesichtern die Sonne verfinstern?
Wir empfehlen einen ausgiebigen Spaziergang im Chemnitzer Tierpark. 

Weiterlesen