re:marx in Gefahr: Die Akademisierung der Vorstellung, die Gegenwart sei einzig Objekt einer anhaltenden Rationalisierung in Chemnitz.

Was macht man mit seinem Leben, wenn man einen eingefleischt-schwäbischen Namen wie Heiner Rindermann trägt? Metzger, Torrero, Tierarzt? Eher falsch. Korrekte Antwort: Man wird Entwicklungspsychologe und liefert steile Thesen, getarnt als empirisch belegte Fakten, aus denen jemand wie Thilo Sarrazin dann einen Bestseller bastelt. Anschließend lobt man im erzkonservativen Kampfblatt FAZ Sarrazins Buch als „[…] eine Art bürgerlicher Kampfschrift für Stabilität und Disziplin, Eigenverantwortung und Leistungsprinzip, Realismus und Pragmatismus, Erziehung und Fleiß.“ Schließlich übernimmt man die Professur an der Uni einer Stadt, wo Leistungsprinzip, Pragmatismus, Realismus und ganz besonders fleißige Arbeit so wichtig sind wie gefühlt nirgendwo anders. Ihr wisst natürlich wovon wir reden: Von der sächsischen Ingenieurshochburg Chemnitz und deren – selbstverständlich – Technischen Universität.

Pragmatismus-Hochburg im Nebel

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