Vom hässlichen Schlot zum schönen Schornstein: Lang leuchte der Lulatsch.

Die städtische Stromerzeuger-Koryphäe eins energie hat erkannt, was wir schon lange wissen: Die DDR ist vorbei, der Nischel muss weg! David Hasselhoff wird kommen und den Marx-Kopf niedersingen und damit wohl auch die indigenen Nischel-Jumper ausrotten. Das wird dann kurz traurig, aber irgendwie sind trotzdem alle glücklich, liegen sich in den Armen, tanzen auf den Trümmern, schwingen Wunderkerzen. Denn: Endlich kann sich die Stadt ein ordentliches Vermarktungskonzept zulegen, die Bronzezeit ist vorbei. Chemnitz braucht dann eine neue Corporate Identity, und da diese wohl eher nicht himmelblau wird, haben wir da sieben ganz besondere Farben im Sinn. Der Lulatsch — auch bekannt als „Heizkraftwerk Chemnitz-Nord“ — trägt nicht umsonst den gleichen Namen wie Oberbürgermeisterin Babalulatsch:

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re:2017 – Ein Ausblick

Da wir nach außen hin nur einen sehr sparsamen Umgang mit Selbstzweifeln pflegen, können wir wiederholt feststellen, dass 2016 das beste re:marx-Jahr seit ungefähr 2015 war.
Wir haben uns in blaue Sicherheitsmülltüten geworfen und den Kassberg beschützt, uns gewissenlos auf’s Kosmonaut erpresst, für den Wallfrieden eingesetzt, eine Horde Orcas auf die Pinguine vor dem Brazil losgelassen, unsere erste eigene Kochsendung produziert, uns durch einen verspäteten Instagram-Einstieg endgültig in Hipster-Sphären katapultiert, den Untergang des Stadthallenparks und viele weitere Wahrheiten visionär vorausgesagt (Bombendrohung im Roten Turm, Kulturhauptstadt-Bewerbung), ein erfolgreiches Meme gepostet und Infografiken eingeführt. Und wir haben unser fünfjähriges Bestehen mit einer als Party-Schande vom Sonnenberg in die Blog-Annalen eingehenden Festivität zelebriert, wobei letzteres eine ziemlich ekelhafte Wortkombination ist.

Mit unserem Jahresausblick 2016 hatten wir zwar oft Recht, aber eben nicht oft genug: Am Ende ist doch wieder fast nichts passiert, weil in Chemnitz einfach nie irgendwas passiert. Als hoffnungslose Betonromantiker warten wir dennoch Jahr für Jahr auf den großen Chemnitz-Knall, das ultimative Ereignis, das passierende Irgendwas, das am Ende doch wieder nur ein Nichts ist. Deshalb haben wir, tief eingeschneit in unserem Garagenbüro, das Jahr 2017 aus der verglimmenden Asche eines Lagerfeuers gelesen.


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