Fast-zinierend. Chemwitz offenbart seine lyrischen Kalauer.

Wenn es um den Vorwurf geht, Chemnitz erschwere es systematisch allen Kreativen, die außerhalb des Gunzenhauser-Kosmos existieren und kreieren möchten, dann sind wir von re:marx sicherlich mit an vorderster Front. Eine oft verkannte Form von „Kreativität“ aber wird von Rathaus und Amtsträgern ausnahmslos geduldet, ist in Chemnitz unterschwellig omnipräsent und wird von uns nun mit diesem Artikel geehrt: das Wortspiel. Ein Themengebiet das Neuropsychologie und Germanistik zusammenbringt. Noch ist nicht klar, wie viele Fantastillionen Synapsen sich im menschlichen Hirn gleichzeitig vernetzen, um Wortspiele a) zu generieren und b) zu entschlüsseln. Theologen sprechen die Fähigkeit zum Wortspiel gar nur einer göttlichen Instanz zu, während Theoretiker fieberhaft nach DER Formel für das perfekte Wortspiel suchen. Wo auch immer die Wahrheit liegen mag, Fakt ist: Wortspiele werden in unserer Stadt inflationär genutzt, egal ob jugendstilbewusster Krassberg oder studentischer Brennpunkt Burnsdorf. Der Grat zwischen pun (engl.: Wortspiel) und punishment (engl. Bestrafung) ist dabei oft äußerst schmal. Während die naturgemäß eher artikulationsschwachen Wortaggrobaten an der Zenti gerade noch so ein „Schlaaaaand“ rausbekommen, sieht´s vor allem im Chemnitzer Mittelstand schon wesentlich kreaktiver aus. Hier tummeln sich haufenweise Kleinstadt-Goethes, Ghetto-Rilkes und ehemalige Werbetexter für Lieferando. Aber auch Club-Szene und Chemnitzer Netzwelt entstellen großzügig Worte, um Aufmerksamkeit zu generieren. Unser Chemnitzer Guide to Wortspiele bringt euch der Materie näher.
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