Post der Moderne (KW 15): Was diese Woche in Chemnitz geschah.

Zunächst eine allgemeine Meldung, die uns diese Woche sehr bewegt hat: Der Chef von Rügenwalder Mühle hat gesprochen und es klingt ein wenig wie eine wegweisende Weisheit von Konfuzius: „Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft“, sprach er.  Weil die Wurst zunehmend unbeliebter wird und Wurstesser im veganen Weltbild ähnlich beliebt sind wie Raucher in Restaurants. Allein die Gefahr des Passiv-Wurstessens könnte schließlich Tiere töten und darf auf keinen Fall unterschätzt werden. Es dürfte also nur noch eine Frage der Zeit sein, bis sich das Wurst-Verbot in Supermärkten durchsetzt. Was ungerecht wäre, denn auch Rohkost kann gefährlich sein. Wir finden die Rügenwalder Analogie aber ganz aufregend: Denn irgendwie galt Rauchen ja mal als cool, als ein Ausdruck der Rebellion, ein stinkendes Statement der Non-Konformisten und war manchmal trotzdem sexy. Wenn das nun bald auch für die Wurst gelten sollte, dann haben wir bisher alles richtig gemacht.

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real, marx: Einmal hin, alles drin. Ein Poethischer Report von den Begehungen.

Mal ganz ehrlich. Wer vergangenen Freitag das Sensationsspiel des CFC gegen Mainz 05 im DFB-Pokal verpasst hat, kann nur einen vernünftigen Grund dafür gehabt haben: Die Begehungen in Bernsdorf. In seiner elften Auflage beging das Kunstfestival dieses Jahr vom 14. bis 17. August den Rosenplatz – ein beschaulicher kleiner Park, idyllisch gelegen zwischen Fetisch-Laden und Nutten-Netto. Chemnitz-Kenner wissen, dass Bernsdorf dem Sonnenberg als angesagtes Problemviertel längst den Rang abgelaufen hat. Der Rosenplatz schien deshalb der perfekte verlassene Ort, um Kunst zu kuratieren und Werke zu installieren zwischen der knarrenden Schaukel auf dem Spielplatz und dem kühlen Serbst-Wind, der leise in den Baumwipfeln wehte. Begangen wurde auch die vergangene Edeka-Kaufhalle auf der Bernsdorferstraße, seit deren Schließung nie wieder auch nur ein einziger Edeka-Supermarkt in Chemnitz gesichtet wurde. Aus diesem Supermarkt wurde nun ein Kunstmarkt, weshalb bei den diesjährigen Begehungen grundsätzlich viel über Konsum im Konsum reflektiert werden durfte. Aber kommen wir zum Wesentlichen: zu uns. Re:marx war erwartungsgemäß dabei und überlegte zunächst lange, wie man sich dem Kunst-Konsum am besten annähern könnte, stieß aber schließlich auf etwas, das stets volksnah, simpel und für alle zugänglich ist: Lyrik! [Bzw. das, was man heute gemeinhin für Lyrik hält]. So kroch in unserem Autorenkreis nicht nur ein heimlicher Hobby-Dada-Dichter aus seinem Kreativkeller ans virtuelle Tageslicht, nein wir praktizierten auch die kunstvolle Form der öhm Live-Lyrik, in Echtzeit geschrieben von den Dichten an der MS BEAT Bar, die endlich noch Dichter werden wollten. Die Resultate: Berauschende MSBeat-Poesie über Konsum; Alkohol-Konsum, Wurst-Konsum, Pfeffi-Konsum, Bier-Konsum, Kunst-Konsum. Alle Gedichte der dichten Dichter und ein bisschen visuelle Poesie in Form von Fotos könnt ihr jetzt und hier konsumieren.

IMG_6303„Immer wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Pfeffi her.“ [Terle M.]

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