re:marx Clubcheck IV: Club FX.

Ein bisschen Kult, ein bisschen Kotze: Der Club FX, oder umgangssprachlich –  der Fuchsbau.  re:marx wagte nun einen kollektiven Party-Abend im legendärsten aller Chemnitzer Clubs. Natürlich nicht ohne Spaß, dabei aber stets mit absolout investigativ-journalistischer Mission folgt nun hier an dieser Stelle der re:marx Clubcheck, Teil vier.

Ambiente:
Wie es sich für einen echten Fuchsbau gehört, vermittelt der Club FX, von Insidern auch „Fux“ genannt, die schummrig-düstere Atmosphäre einer Höhle (siehe auch Licht). Neben zwei Floors und einem größeren Bar-Areal besteht der mit reichlich Sitzgelegenheiten ausgestattete Bau hauptsächlich aus gemütlichen Nischen und Winkeln, in denen das Höhlenambiente vor allem durch die Abwesenheit von Licht am besten zur Geltung kommt (siehe auch Abschleppchancen). Im rechten Flügel des Baus wurden Decken und Wände mit alten Bravos tapeziert – ein Relikt aus der DDR-Vergangenheit des wahrscheinlich ältesten Studentenclubs der Stadt. (Nein, Bravos gab es damals nicht – aber Westpakete)
Abgesehen vom kuschligen Keller-Charme kann das Ambiente im zwischen Bahnhof und Straße der Nationen eigentlich optimal gelegenen Club allerdings stark schwanken. In Abhängigkeit der anwesenden Gäste bzw. davon, wie gut gefüllt der Club ist, also eigentlich in Abhängigkeit davon, ob gerade Schulferien sind (voll), oder Semesterferien (leer), kann es schon öfter mal passieren, dass die Räumlichkeiten stark durch Erbrochenes und andere Arten von Dreck, mindestens aber klebrige Alkoholreste verschmutzt sind. Deshalb gilt: Hemd und Herrenschuhe oder Highheels und Hurendress sind hier im Gegensatz zum Brauclub eigentlich vollkommen überflüssig.

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abgefakt: Holi Open Air Chemnitz || Alter Spinnereimaschinenbau

Ehrlich gesagt: Die Invasion der Holi Open Airs in Deutschland finden wir fragwürdig. Sehr fragwürdig. Das Gelände des ehemaligen Spinnereimaschinenbaus als Veranstaltungsort mit Potenzial finden wir hingegen reichlich spannend. Beides in Kombination: zumindest interessant und bestimmt totally abgefakt.

Das war:
Ein uraltes Frühlingsfest im Norden Indiens. Eine spirituelle Farborgie mit erotischem Charakter (Vgl. Wiki Pedia, 2012). Menschen, frei von jeder Kaste, bewerfen sich mit bunt gefärbtem Wasser und ebensolchem Pulver, in Indien auch Glual genannt. Damals alles natürlich noch voll öko und so. Jetzt bestimmt so schädlich wie Bubble Tea.

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re:marx in der Zwischenzeit – Ist das Kunst oder kann das weg?

August. Es ist wiedermal soweit: das Sommerloch schlägt wild mit gähnender Leere um sich. Wobei „wild“ natürlich das vollkommen falsche Wort ist – denn eigentlich passiert nichts. Nichts ist wiederum auch nicht richtig, denn irgendwas ist immer, sogar in Chemnitz (Stadtfest, Treibsand, diverse Open-Air-Offerte) und irgendwie waren da ja auch noch die Begehungen. Das Festival für junge Kunst ist mittlerweile nicht nur eine wichtige Institution im Kunst-und Dunstkreis der Chemnitzer Szene (die soll`s ja auch geben) sondern bietet damit gleichermaßen auch eine kulturelle Bastion im ewigen Sommerloch.

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The Final Countdown.

Es ist die Meldung der Woche – Beunruhigung allerseits. Die Medien schlagzeilen panische Purzelbäume, die Menschen verbarrikadieren sich ängstlich in ihren Häusern, kaum einer wagt sich noch nach draußen. Zurecht, denn: Die Sonne scheint! Und das mitten im Sommer.
Experten wissen bereits: dieses ungewöhnliche, seit Urzeiten nicht mehr dagewesene Natur-Phänomen kann nur der ultimative Vorbote sein, ein grausamer Vorbote zum Weltuntergang. Dessen Datum wurde nun neu berechnet: vergesst den 21. Dezember – der 27. Juli naht. Meteorologen sagen bereits apokaylptischen Sternenhagel für den Stausee Oberrabenstein voraus. Friede, Freude und Festivalstimmung bedrohen die Region um Chemnitz. Das Ende dieser Woche markiert das Ende dieser Welt. Doch wir sagen: fürchtet euch nicht.
Dabei sein ist alles!

abgefakt: Heckert.

re:marx war stromern. Weit weg im legendären Heckert-Gebiet.

Das war:
Nichts. Absolut nichts. Naja gut, Felder. Ein paar kleine Dörfer. Doch ab 1974 sprossen aus den Feldern unzählige Wohnungen mit Fernheizung und eigenem WC – Sensation! Aus dem Nichts wurde  ein Ort der Superlative – das zweitgrößte, letztendlich aber nur noch drittgrößte Neubaugebiet der DDR. Fast 100.000 Menschen lebten hier, doch dann kam die Wende..

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abgefakt: Cube Club

Das war:
ein großer bunter Würfel für alles mögliche, guten & schlechten Geschmack, vor allem aber exzessive Partys

Das ist:
ein großes klaffendes Bagger–Loch über dem bedrohlich die latente Abrissbirne schwingt, fast schon symbolisch für die üblen seelischen Wunden, die die Club-Kultur in Chemnitz so gerne mit sich herumschleppt

Das könnte sein:
Anders – das wird bald sein: das Chemnitzer Modell, das nicht etwa für eine besonders intensive Kulturförderung steht, sondern für eine ganz verrückte infrastrukturelle Veränderung mit Straßenbahn und Hauptbahnhof und so.

Das wird hier wohl nichts mehr:
das Chemnitzer Modell, das für eine besonders intensive Club-Kulturförderung steht reanimiert die alten Party-Geister

Darum muss man hier gewesen sein:
Weil man gar nicht weiß, wie lange der Würfel überhaupt noch steht und hier zwischen Baggern und Bauschildern noch einmal stumme Tränen in Andenken an die schönen wilden Nächte vergießen und Abschied nehmen kann.

Abgefakt: Konzert- Pavillon auf der Schlossteichinsel

Das Schloss Chemnitz ist nicht etwa ein besonders schöner grauer Betonblock, nein, das Schloss Chemnitz ist ein richtiges schönes altes Schloss, dessen Peripherie kleine Fachwerkhäuser, geballte Gastronomie und ein gewisser Teich ausmachen. Nirgendwo ist Chemnitz romantischer und niedlicher als hier! Ebenjener Schlossteich gilt wahrscheinlich deshalb vor allem an Sonntagen als Spaziergangsmekka des Chemnitzer Fuß- und Radfolkes. So findet man auf dessen Insel ein breites Publikum von Kind bis Punk, Penner bis Hund, Student bis Hobbyfotograf. Hin und wieder ist die Insel so menschenüberlaufen, dass man befürchtet, man werde sogleich in den Fluten des Schlossteiches versinken. Aber ein Anker der Ruhe ist dem populären Stadtidyll geblieben… Der Konzertpavillon.

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