Die Post der Moderne: Was im Juni und Juli in Chemnitz geschah

Eigentlich wollten wir uns ins Sommerloch zurückziehen und unsere „post“-pandemische Social Awkwardness auf Cultursommer-Veranstaltungen spazieren tragen, doch daraus ist leider nichts geworden, denn kaum hat man Chemnitz als langweilig abgeschrieben, liefert die Stadt wieder mal mehr als die DHL erlaubt: Kunst-Skandal, CFC, Dammbruch-Moment im Stadtrat, die gesamte Innenstadt wird zum „gefährlichen Ort“, Impfen bei Käse Maik und dann auch noch […]

abgefakt: Der Chemnitzer Hauptbahnhof

In anderen Großstädten ist der Hauptbahnhof ein Ort des Gewimmels und Gewusels, des Ankommens und Abschiednehmens. Ein Ort der großstädtischen Geschäftigkeit, ein Ort mit Geschäften. Man kann das Fernweh hören, wenn Nachtzüge oder Eurocities aus anderen Ländern langsam einrollen, wenn Rollkoffer über die Bahnsteige klackern. Es gibt Destinationen, die weiter als 70 Kilometer vom heimischen Bahnhof entfernt sind und abgehetzte […]

Die Post der Moderna: Was im Frühling in Sachsen geschah

Mit 2021 ist es wie mit dem Snoozen: Eigentlich will man nur noch kurz liegen bleiben, ist ja schließlich erst März, aber dann wacht man plötzlich auf – und es ist Juni. Juni heißt, der Sommer geht los und das Jahr ist fast vorbei. Die Pandemie ist plötzlich auch vorbei, und fühlt sich verdächtig wie Gaslighting an: Erst sitzt man […]

Die Kultur-Post der Moderne: Was im April nicht in Chemnitz geschah 

Vor ein paar Wochen hatten wir mal wieder einen dieser fast schon rührenden Realsatire-Momente, wie man sie nur in Chemnitz erlebt: Die Stadt hatte eine Pressemitteilung herausgeben, die stolz verkündete, dass die viel verlachte „Stadt der Moderne“ nun der Antike angehört und bald nur noch als nostalgisches Relikt in verbitterten Boomer-Witzen ausgegraben wird. Denn Chemnitz schaut nach vorn – genauer genommen […]

Die Post der Moderne: Was im März in Sachsen und Chemnitz geschah

Keine Ahnung was ihr zur Zeit so macht, aber wir stehen meistens nur noch am Fenster, schauen mit verschwommenem Blick nach draußen und fragen uns, ob wir nach Monaten der sozialen Isolation jemals wieder vollständig gesellschaftsfähig sein werden. Manchmal versuchen wir auch, die ganze Lage auf einer Skala von „sinnlos“ bis „sinnlos“ zu bewerten, und kommen dabei meistens zur Erkenntnis, […]

abgefakt: Das Erzgebirge

Aktuell gilt das Erzgebirge als eine Art sächsischer Sündenbock, mal wieder. Und zwar mal wieder vollkommen zurecht – denn irgendwas ist immer im Erzgebirge, meistens sind es aber Nazis, aktuell ist es die bockige Bevölkerung, die die Nazis wählt.  Das Erzgebirge ist der Boomer unter den Gebirgen: Es hat zwar damals maßgeblich mit zur Industrialisierung und zum gesellschaftlichen Fortschritt beigetragen, […]

Brühl gegen Zietenaugustusburger: Das Duell der Szenestraßen

Wenn in Artikeln angesehener Zeitungen und in feinfühlig recherchierten Radioreportagen über Chemnitz als kommende Kulturhypestadt fantasiert wird, spielt sich das zart angedeutete neue Großstadtglück meistens nur an zwei Orten ab: Auf dem Brühl oder auf der Zietenaugustusburgerstraße. Bevor Chemnitz also von der Boomer- zur Boomtown wird, sollte man sich noch schnell günstige Immobilien auf beiden Szenestraßen sichern, doch leider kann […]

Endhaltestellen im Chemnitzability-Check: Wieviel Chemnitz steckt in Leipzig?

Früher wollte Chemnitz immer unbedingt so sein wie andere Städte. Jetzt wollen andere Städte unbedingt so sein wie Chemnitz, Leipzig zum Beispiel. Zumindest haben dort neulich ganz normale Nazis von nebenan Krawall gemacht, während die stille Mitte aus Schwaben in der zweiten Reihe verschwurbelte Verschwörungs-Mantren getrommelt und so lange Polonaise getanzt hat, bis eine dicke, keimige Aerosol-Wolke über der ganzen […]

Post der Moderne: Was im Oktober in der Kulturhauptstadt geschah

Im Chemnitzer Oktober drehte sich wirklich alles um die wirklich alles entscheidende dreifache K-Frage, nämlich: Wer wird Kanzler von Karl-Marx-Stadt? Wie beschissen wird das Komeback von Korona? Und: Kann Chemnitz Kulturhauptstadt? Wer ernsthaft noch andere Gesprächsthemen außerhalb von Corona, Kuha und OB-Wahl hatte, musste entweder in einer abgefahrenen, nahezu beneidenswerten Parallelwelt leben — oder eben im abgehängten Chemnitzer Umland, in […]

abgefakt: Der Chemnitzer Minderwertigkeitskomplex

Spätestens seit der Kulturhauptstadtbewerbung ist es weltweit offiziell: Chemnitz hat den Größten!  Also nicht siebenfarbigen Schornstein, Wohnungsgenossenschaft-Phallus oder Meth-Anteil im Abwasser, wobei das natürlich auch alles richtig ist — nein, wir reden vom wirklich Allergrößten: Unserem Minderwertigkeitskomplex. Der Minderwertigkeitskomplex klebt in jeder Chemnitzer Betonritze, in jedem Chemnitzer Nebensatz und unter jedem zweiten Chemnitzer Facebookpost. Er hängt in den herabgezogenen Mundwinkeln und […]