I’m Never Gonna Dance Again: Eine imaginäre Clubtour durch Chemnitz

Früher war „FOMO“ eines der vielen First-World-Probleme (FIWOPRO) westlich sozialisierter Millennials: die  exklusive Angst, im Überfluss der Angebote etwas zu verpassen. Heute steht FOMO höchstens noch als Abkürzung für „Ford Mondeo“ oder äh „Follmond” und ist mindestens so ausgestorben wie eure Lieblingsdinosaurier. Aus der „Fear of missing out“ ist der „Frust of missing going out“ geworden, FOMGO. Vielleicht ist das […]

Die Post der Moderne: Was im Januar in Chemnitz geschah

Traditionsgemäß ist die erste Post der Moderne des Jahres immer etwas schlecht gelaunt bis depressiv verstimmt, denn der Januar gilt in Zeitgefühl-Fachkreisen als längster und langwierigster Monat des Jahres, er nimmt einfach kein Ende. Dieser Januar hat sich besonders lang angefühlt, er hat sich angefühlt, als wäre für immer Dezember 2020. Doch zum Glück leben wir in Chemnitz, einer Stadt, in […]

Brühl gegen Zietenaugustusburger: Das Duell der Szenestraßen

Wenn in Artikeln angesehener Zeitungen und in feinfühlig recherchierten Radioreportagen über Chemnitz als kommende Kulturhypestadt fantasiert wird, spielt sich das zart angedeutete neue Großstadtglück meistens nur an zwei Orten ab: Auf dem Brühl oder auf der Zietenaugustusburgerstraße. Bevor Chemnitz also von der Boomer- zur Boomtown wird, sollte man sich noch schnell günstige Immobilien auf beiden Szenestraßen sichern, doch leider kann […]

Die Post der Moderne: Was im November in Chemnitz geschah

Das No in November steht bekanntermaßen für „nichts“, denn nichts war gut im November. Das ist jetzt natürlich aus Gründen der qualitätsjournalistischen Überdramatisierung ein bisschen übertrieben, immerhin wurde Trump abgewählt, ein Impfstoff präsentiert und der Sonnenberg von tag24 zur Boom-Hood gekürt. Und trotzdem hat man sich beim resignierten Nachrichten-Scrollen gefühlt wie der Protagonist  einer düsteren dystopischen Bundesregierungs-Produktion, der zuhause bleiben und […]

Endhaltestellen im Chemnitzability-Check: Wieviel Chemnitz steckt in Leipzig?

Früher wollte Chemnitz immer unbedingt so sein wie andere Städte. Jetzt wollen andere Städte unbedingt so sein wie Chemnitz, Leipzig zum Beispiel. Zumindest haben dort neulich ganz normale Nazis von nebenan Krawall gemacht, während die stille Mitte aus Schwaben in der zweiten Reihe verschwurbelte Verschwörungs-Mantren getrommelt und so lange Polonaise getanzt hat, bis eine dicke, keimige Aerosol-Wolke über der ganzen […]

Post der Moderne: Was im Oktober in der Kulturhauptstadt geschah

Im Chemnitzer Oktober drehte sich wirklich alles um die wirklich alles entscheidende dreifache K-Frage, nämlich: Wer wird Kanzler von Karl-Marx-Stadt? Wie beschissen wird das Komeback von Korona? Und: Kann Chemnitz Kulturhauptstadt? Wer ernsthaft noch andere Gesprächsthemen außerhalb von Corona, Kuha und OB-Wahl hatte, musste entweder in einer abgefahrenen, nahezu beneidenswerten Parallelwelt leben — oder eben im abgehängten Chemnitzer Umland, in […]

Die Qual der Chemnitzer OB-Wahl: Der re:marx-Wahlomat

Derzeit bewegen vor allem zwei wichtige Themen die Menschen in Chemnitz: Die Kulturhauptstadtbewerbung – und die Baustelle auf dem Hartmannplatz. Und dann gibt es noch Ereignisse, die sich jenseits der öffentlichen Wahrnehmung abspielen, die Chemnitzer OB-Wahl zum Beispiel. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, die Chemnitzer OB-Wahl wirft noch nicht einmal Schatten, so aussichtslos ist die Kandidatenlage, so langweilig ist der Wahlkampf. […]

abgefakt: Der Chemnitzer Minderwertigkeitskomplex

Spätestens seit der Kulturhauptstadtbewerbung ist es weltweit offiziell: Chemnitz hat den Größten!  Also nicht siebenfarbigen Schornstein, Wohnungsgenossenschaft-Phallus oder Meth-Anteil im Abwasser, wobei das natürlich auch alles richtig ist — nein, wir reden vom wirklich Allergrößten: Unserem Minderwertigkeitskomplex. Der Minderwertigkeitskomplex klebt in jeder Chemnitzer Betonritze, in jedem Chemnitzer Nebensatz und unter jedem zweiten Chemnitzer Facebookpost. Er hängt in den herabgezogenen Mundwinkeln und […]

Monotonie & Alltag: Der Chemnitzer Spaziergang

Früher, als es noch kein Corona gab, sondern Tageszeiten und Wochentage und Festivals und Barabende, galt Spazierengehen als eher biedere Freizeitbeschäftigung: Andächtig hinter dem Rücken verschränkte Arme, gemächliche Schritte, Kontemplation am plätschernden Gewässer, hach herrlich! Jetzt sind die Tage wie graue, zähe Zeitklumpen, wobei das Wetter meistens schön ist, also sind sie wie hellblaue, zähe Zeitklumpen mit einem festen Highlight […]

Die Post der Moderne: Was im März in Chemnitz geschah

Neulich haben wir uns an dieser Stelle noch über den Januar als Montag aller Monate beschwert. Dann kam der Februar mit seinem leider absehbaren Nazi-Scheiß, dann der März mit seiner leider absehbaren Pandemie, und mittlerweile weiß man: Verglichen mit jetzt war der Januar ein lauwarmer Sommerabend auf dem Weindorf. Jetzt ist jeder Tag wie ein Montag in Chemnitz: alles zu, […]