abgefakt: Konzerte in Chemnitz

Ein schönes Konzert  findet in Chemnitz mindestens einmal wöchentlich statt, natürlich je nach dem, was genau man als schön empfindet.
Wer kuschelige Folklore und große Gefühle in kleinen Räumen mag, kann sich im aaltra einlullen, mit echt gefühltem Befindlichkeitsfolkpop bespucken lassen und dabei vielleicht das ein oder andere frisch gezapfte PU-Tränchen vergießen.
Wer cool ist und die Intro oder zufällig Mitglieder einer (über-)regional agierenden Band kennt, steht an der Bar im Atomino und trägt ein fliederfarbenes Unknown-Basics-Sweatshirt.
Wer cool ist und die Intro kennt, dabei aber rotzigen Chuzpe beweisen will, steht halblässig verkrampft  im Tesla rum.
Wer im Herzen Punk oder vom Phänotyp her Hardcore ist, fährt mit dem Klapprad bis ins AJZ oder ins AC17. Wer generell geschmacklos ist, blüht im Flowerpower auf.
Wer ausgewiesener Popkulturkenner und etwas mutiger, also experimentell und so, und überwiegend in Nischen heimisch ist, geht einfach ins Weltecho zu HGichT oder einem Montagskonzert.
Wer alt ist, klatscht in der Stadthalle bei der großen PinkFloydQueenKaisermaniaLedZepplinPhuddys-Revivalshow sture Vierviertel-Takte in die Welt.
Wer gebildet und alt ist wartet damit bis zum vierten Satz.
Wer gerne Avocados isst, sitzt bei noch untapezierten Indieperlen gemütlich im Lokomov.

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