Post der Moderne (KW 16): Was diese Woche überall geschah.

Was für eine Woche! Wieder einmal scheint die Welt aus den Fugen geraten zu sein: Tief erschüttert vom #Trainerbeben liegt sie nun in tausend schwarz-gelbe Einzelteile zerbrochen rautenförmig vor uns. Für alle die, die Mittwochmittag durch nutzlose Taten wie Arbeit oder Studium oder Vergleichbares verhindert waren und somit keinen einzigen der unzähligen Katastrophen-Live-Ticker live mitverfolgen konnten, haben wir die spekulativen Live-Ticker-Ereignisse des gestrigen Tages im ersten großen re:marx Live-Ticker-Live-Ticker zusammengestellt. Hier und jetzt zum Nachlesen, für die, die nachlesen möchten, in dieser professionellen PDF-Datei. Warum? Weil #slowjournalism der neue Live-Ticker ist: Trainerbeben-Liveticker-Liveticker
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Die MS BEAT vital re:marx Umschau als kostenloser illegaler Download.

Am vergangenen Wochenende traf sich, wie bereits erwähnt, die westsächsische Pharma-Lobby unter dem Decknamen „MS BEAT vital“ in Oberrabenstein, um mittels  geheimer Studien an wehrlosen Wellensittichen und physisch fitten Festivalbesuchern die heilsame Wirkung von Pfeffi und Musik in unmittelbarer Korrelation zu testen.
Re:marx war vor Ort, um die Test-Ergebnisse für die durch Schleichwerbung finanzierte „re:marx umschau“ (Rum:schau) festzuhalten. Während die Testgruppe echte Berliner Luft schnuppern durfte, erhielt die  Kontroll-Gruppe ein Placebo namens Peffi – mit verheerenden Konsequenzen auf den Bewegungsapparat und das mentale Stadion, die vor allem ein Mann ganz besonders zu spüren bekam: Rico Ranunkel.

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Medizinisches Fachpersonal bei der Weiterbildung.

Wie es Ranunkel mittlerweile ergeht, wann man Wurst-Wasser besser nicht trinken sollte und wohin der längste Treppenlift der Welt führt, erfahrt ihr exklusiv im für den Pulitzerpreis 2015 nominierten, qualitätsjournalistischen Fachmagazin „Rumschau“, das wir euch an dieser Stelle ohne Risiken und Nebenwirkungen als kostenlosen Download zur Verfügung stellen wollen.

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Gebraut to beer a Chemnitzer! Abgefüllt: Die Nacht der langen Schnäpse.

Fast jeder, der schon mal in Italien war, erzählt von typisch italienischen Nächten, in denen man nachts draußen sitzt, statt in Clubs oder Kneipen zu gehen. Auf Treppen, in Parks und an Brunnen in historischen Stadtzentren. Doch das bedeutet eben auch: Mehr Müll, mehr Lärm und mehr Wildpinkler – was im inkontinenten sozialen Gefüge einer Stadt wie Chemnitz manche mehr und manche weniger stört.
Diese Italiener sind uns jedenfalls sehr sympathisch. Und immer, wenn wir nachts draußen sitzen, auf Treppen, in Parks und an Brunnen und was trinken oder auch nicht, weil in Kneipen oder Clubs nichts los ist oder gerade deswegen, denken wir: Ist ja fast wie in Italien. Oder in Spanien.
Nur eben hier.
Warum ist Draußensitzen nicht gleich Draußensitzen? Hat der Italienneid ein Zimmer im champagnerfarbenen Neubaublock des kollektiven Unterbewusstseins der Karl-Marx-Städter? Was ist der Unterschied zwischen Großstadtflair und Ruhestörung? Wir wissen nicht, ob das die Fragen sind, die Rico Ranunkel beschäftigen. Der hat einen Abend, bevor das Alkoholverbot in der Innenstadt in Kraft getreten ist, zur Nacht der langen Schnäpse eingeladen. Zeit für ein sommerlich-schnapsgetränktes Abgefakt Abgefüllt über den ersten Chemnitzer Flasch-Mob.

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Ein Ort friedlicher Ko-Existenz, die Quelle italienischen Lebensgefühls: Der Brunnen im post-historischem Stadtzentrum.


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Zehn Kurze/Fragen mit: Gerrard Schueft.

Markus Lanz ist der letzte Apologet des Qualitätsjournalismus. Ein Märtyrer im Namen des Öffentlich-rechtlichen, an dem die Petitionen abprallen wie einst Leverkusener Stürmer an Oli Kahn. Nach einem verkaterten, dunkelwolkigen Moment der Einsicht, in dem wir unseren Abstieg auf tittenfixiertes Bild-Zeitungs-Niveau und öffentlich propagierten Alkoholmissbrauch reflektierten, haben wir deshalb Lanz engagiert, damit er uns zurückführt ins Licht der unverschämten Fragen, die seine Studiogäste immer plagen. Sein Auftrag: den Poetry-Slam-Organisator und Dichter Gerrad Schueft in gewohnter Lanz-Qualität zu prekären Geständnissen zwingen. Aus unerfindlichen Gründen oder insulinunterversorgter Fantasie stellte Lanz behämmerte Paareime in den Mittelpunkt seiner Interview-Strategie.
Dabei stellte Lanz so viele Lanz-Fragen, dass es Schueft, seines Zeichens Gentleman, öfter zum Schnapsglas trieb, als das Drehbuch eigentlich vorschrieb. Lanz hat unserer Meinung nach seinen Bildungsauftrag deshalb einmal mehr verfehlt und muss zur Strafe bis zur Ausrottung des Kalauers alle zwei Wochen in einer Halle voller Rentner seine Seele verwetten. Als Einsicht blieb: Es kommen und gehen beim Poeten, die Freundinnen, die Schreibblockade und die Moneten. Als nächste Gastinterviewerin freuen wir uns auf Alice Schwarzer.

Der nächste Wortscharmützel Poetry Slam mit Gerrard Schueft findet am Freitag im Weltecho statt.