Re:portage – The Sound Of MS Beat.

Das war nun also dieser Weltuntergang von dem jetzt immer alle reden. Mit Pauken und Trompeten verabschiedete sich Mutti Erde vergangenes Wochenenede am Staussee Oberrabenstein mit einer fetten Party von ihren Fans. Unzählige Jünger pilgerten friedlich und feierwütig zum Ort des Geschehens, um noch einmal ein zweitägiges apokalyptisches Abendmahl zu zelebrieren, ein letztes Abenteuer voller Tanz, Musik, Kunst und Krempel, kurz: ein wundervolles Wunderland namens MS Beat. 

re:marx war dabei. Stolz können wir nun von uns behaupten: we survived the Weltuntergang. Doch verarbeiten wir die Erlebnisse auf dem diesjährigen MS Beat Festival nicht mit ödem Text, sondern in opulentem Bild und wildem Klang. Letzterer macht nun den Auftakt. In Kooperation mit re:marx und dem MS Beat Festival war unser rasender Reporter Tag und Nacht (vor allem da!) für uns unterwegs um apokalyptische Impressionen eines imposanten Spektakels zu sammeln. Ein Stimmungsbild zum Nachhören. Hier und jetzt. Viel Spaß.

Apocalypse, now!

MS BEAT FESTIVAL 2012 +++ erste Stimmen wurden laut +++ Exklusiv bei re:marx Freikarten gewinnen +++ heiße Polen-Mädchen +++ grobe Bratwurst+++
Endlich: Ende in Sicht! Einst von den Maya in ziemlich weiser, unglaublich weiter und wissenschaftlich total fundierter Voraussicht prophezeit, droht am 21.12.2012 nun die Deadline des Daseins auf unserem wunderbaren Planet Erde. Alle Zeichen stehen dabei schon längst auf Untergang, die Uhr schlägt fünf vor Zwölf – und jeder hat ein dickes, rentables Stück vom letzten Kuchen. Die Maya hatten ihren Kalender, die apokalyptischen Reiter ihre Gäule, die Europäische Union hat den Euro, manche haben Atombomben, andere haben Terroristen, der Himmel hat das Ozon-Loch und Pro7 den Disaster-Day…
Und Chemnitz??

Weiterlesen

re:gen -Der Fluch des Erzgebirges Teil 2. MS Bilderflut (24.06.11)

Gegen so fiese finstere Regenwolken, wie sie sich an den vergangen zwei Tagen (nein, eigentlich waren es mehr als zwei. Gefühlt sind es schon mindestens 1000 Schlechtwettertage) heimtückisch am Chemnitzer  Festival-Himmel herumtrieben, kommt leider keiner an, auch nicht die omnipotenten partikulären Super-Kräfte des ALL gegenwärtigen Kosmos. (Einzig eine Behörde für Wetteränderungen könnte hier Abhilfe schaffen. Aber eine solche existiert in Chemnitz und regionaler Peripherie wohl leider noch nicht.) Leibhaftig konnte man die sture Abstinenz der Wärme und die dafür umso penetrantere Überpräsenz von Nässe feat. Kälte, oder auch kurz: den Fluch des Erzgebirges, also mal wieder beim diesjährigen MS Beat spüren. Aber egal:  richtig mieses Wetter gehört zu einem guten Festival wie der geile Vergleich, der mir an dieser Stelle mal wieder nicht einfällt. Weiß ja eigentlich jeder. Alle diejenigen also, die sich von den drei zarten Regentropfen haben abschrecken lassen, werden büßen, reuen und zum Mars geschickt. Da unsere produktiven Zellen allerdings im FestivALL verstrahlt wurden, die Anziehungskraft der Erde auch nach Eintritt in die Hemisphäre noch auf sich warten lässt (beziehungsweise ohnehin und allgemein nur sehr selten zu spüren ist in unseren Kreisen! – andere Sphären sind doch eh viel schöner) und der wirren Worte genug getippt wurden, lassen wir lieber die Eindrücke sprechen, die wir für euch auf dem MS BEAT gesammelt haben.

Weiterlesen

24 hour party people: ein ganz normaler Tag in der Stadt der Moderne – 14.05.2011

3:30  Irgendwo in Bernsdorf:
eine studentische Wohngemeinschaft; laues Balkonlüftchen und Nachtgeschwätz am Küchenfenster.

8:15  Irgendwo anders in Bernsdorf:
Brutal: ein Wecker.

11:30 Der Campus am Samstag:
Leere Straßen, leere Bushaltestellen, leere Parkplätze.  Nur irgendein Catering-Service vorm Turmbau. Leben findet woanders statt.

12:00 Kompass am Campus:
Der SAEK lehrt Jingle-Produktion für Radiomacher. Unauffällig dazu setzen. Professionalität heucheln.

15:15: Netto in Bernsdorf:
Polizei-Einsatz an den Einkaufswagen. Zwischen Assi und Alkoholiker. Auweia.

15:20  Weltecho; Designmarkt:
Chemnitz kann so schön bunt sein. Prinzip DaWanda funktioniert schließlich auch hier: Individualitäts-Expansion durch Selbstgemachtes. Zwischen floralen Mustern, farbenfroher Familienfreundlichkeit und Mädchenkram auch das Chemnitzer Label SpangelTangel. Demnächst bitte öfter.

18:00 Zentralhaltestelle: Chemnitzer Museumsnacht.
Mal wieder trübt sich der Himmel und droht mit Dunkelheit.
Auf der Straße: „Dürfen wir sie von hinten filmen? Erscheint ab 01.06! Auf YouTube!“

18:45 Industriemuseum:
Auch Industrie ist Kreativität. Lernen wir. Außerdem: Original-Zeichnungen der wunderbaren  Mummins. Und: 175 Jahre Technische Universität Chemnitz. Betonung bitte auf technisch. Als Geisteswissenschaftler durch Missachtung gestraft.

20:00 Museum Gunzenhauser.
Otto Dix verkriecht sich.

20:15  Uferstrand. Unten am Fluss.
Leergefegt vom Gewitter. Dennoch mutiger Wurst-Test beim charismatischen Würstchenmann.

21:00 DasTIETZ
Unten tobt finnischer Jazz und die trashige Reste – Rampe der Stadtbibliothek. Allgemeiner Andrang.
Im Naturkundemuseum: Lebendige Insekten und tote Vögel.
In der neuen Galerie: bewegende Fotoausstellung (Pipe Dreams).  Geschichten entlang einer Pipeline, irgendwo in Aserbaidschan… Im Keller: ein verrückter Finne fotografiert totalitäre Tempel des Tourismus.

22:00 Der Bus rast. Destination: Felsendome.
Rabenstein, Arsch der Chemnitzer Welt? Der Regen prasselt feindselig. Konsumiere Kola in altertümlichen Ambiente. Nebenan: Fragwürdige Familienfeier. Gegenüber: selige Bierzeltidylle. Höhlenangst – Tiefpunkt erreicht.

23:30 Zentralhaltestelle:
Nass. Kalt. Müde.

00:00 Im Fernsehen:
ESC. Oder wie das jetzt so neumodisch heißt. Aserbaidschan again. Bewegt allerdings weniger.

0:30 Im Kopf:
Entscheidungsschwäche. Erstaunlicher Grund: das gar nicht mal so übliche Überangebot. Techno im Weltecho, Dubsteb im Atomino. Disco in der BETA-BAR. Und, und, und. Wer will sich schon entscheiden?

1:00 – 3:00  Weltecho: Concorde Club Label Night.
Taxi, Tee und Techno. Taxi transportiert, Tee wärmt, Techno belebt.