Das große Schlagerzeilenfest der Volkslogik: Die Top Ten Schlagzeilen-Hitparade des Sachsenfernsehens.

In Chemnitz ist alles alt. Wirklich alles. Okay – das iPhone im Apple-Store ist immer auf dem neuesten Stand und auch die Dekoration in der Sachsen-Allee entspricht immer der aktuellen Jahreszeit. Aber ansonsten zieht diese Stadt und der Großteil ihrer Bewohner Fäden. Das gilt auch für die städtische Medien“landschaft“, die man grob auf die Entscheidung zwischen BILD und Morgenpost zum Kürbiskernbrötchen beim Zenti-Bäcker reduzieren kann.
Besonders angestaubt ist aber die Berichtbe… äh. ERstattung des modernsten Chemnitzer Mediums: des Sachsen Fernsehens. Als langjähriger Begleiter sämtlicher Sterbehospize, schon weit vor der Debatte um legale Sterbehilfe als Brücke über den Jordan genutzt und todsicherer Garant für die Verwandlung von Tele-Vision in Tele-Aversion, so kennt man das Sachsen Fernsehen. Neben cineastischen Beiträgen für die Flimmerkisten aller sächsischen Haushalte, hat die in der Carolastraße ansässige Redaktion aber auch in puncto Online-Artikel richtige Hard-Skills. Grundlage für investigative Recherchen zu den neuesten Unfällen auf der Reichsstraße, den Bauarbeiten an Buswendeschleifen und den aktuellen Topsellern beim sächsischen Kartoffelfest sind vermutlich noch mit Faustkeilen auf Steintafeln geschlagene Wortsammlungen, die bei Ausgrabungen direkt neben dem versteinerten Wald gefunden wurden. In Kombination mit dem Humor ehemaliger SED-Funktionäre ergeben sich so wunderbar anachronistische Artikel, bei denen man zwischen jedem Buchstaben die Spinnweben wegkehren möchte. Wir haben uns die Mühe gemacht und diese Schatzkammern des Lokaljournalismus einer gründlichen, re:marxistischen Analyse unterzogen.

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Wir lieben Sachsen – vor allem im Fernsehen drin.

Wir präsentieren feierlich:
Das ultimative Wörterbuch von re:marx:

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Zwischen Druckschluss und Trugschluss: Die Chemnitzer Presselandschaft. Ein abgefakt in eigener Sache.

Die Veranstaltung, über die hier geschrieben werden soll, fand im Druckhaus des Chemnitzer Verlages statt, kuratiert von Kreatives Chemnitz, das in verschiedenen öffentlichen Diskussionen einen Blick auf die städtischen Kreativ-Szenen wirft und in diesem Rahmen unter anderem schon die hiesige Film- und Designwirtschaft beleuchtete. Die Podiumsdiskussion über den Chemnitzer Pressemarkt bot für uns den perfekten Anlass selbigen endlich mal skeptisch zu beäugen.

Geladen:
waren Vertreter der Freie Presse (u.a. Geschäftsführer Ulrich Lingnau), des Sachsenfernsehens, Stadtstreichers und ein freier Fotograf. Moderiert wurde das Ganze von Lars Neuenfeld, dem Chefredakteur des 371.

Re:marx: wurde komischerweise nicht eingeladen, weshalb wir es uns zum Ziel machten, diese Podiums-Party – verkleidet als profesionelle Presse-Mitarbeiter – durch extremes Hyper-Lokal-Guerilla-Blogging aus dem Hinterhalt zu sabotieren.

Wer ebenfalls fehlte:
Dass Frau Baburske, eine absolute Koryphäe der Chemnitzer Medienlandschaft, eine Frau, die schon in Chemnitz Fernsehen machte, als die Braun`sche Röhre noch gar nicht erfunden war, nicht auf dem Podium anwesend war, ist schlichtweg ein Skandal. Für ein bisschen mehr Brisanz hätten sicher auch Gäste von BILD und Morgenpost gesorgt. Wobei die Morgenpost vermutlich zu beschäftigt damit ist, üble Fremdwörter wie präsentieren vom Leser fernzuhalten und die BILD in letzter Zeit derart starke Konkurrenz durch re:marx bekommen hat, dass beide auch einfach gar nicht mehr relevant sind.

Wie oft re:marx erwähnt wurde: Einmal.

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Seltener Anblick: eine echte Zeitung in freier Wildbahn.

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