Zehn/Kurze Fragen mit Lin Baker.

Seit zwei Jahren existiert das Erfolgsformat „Zehn/Kurze Fragen“ – Zeit für harte Fakten: 200 Gläser Schnaps wurden gefühlt gefüllt, fünf Kotzehäufen kunstvoll geformt,  drei Interviewer-Lebern verschleißt, 122 Fragen nicht gestellt, 400 Stunden Video Material schlecht geschnitten. Achtundneunzigkommafünf Prozent unserer Interview-Gäste waren männlich, weiß und Chemnitzer. Der beste Beweis dafür, wie tief auch die Chemnitzer Kulturszene von patriarchalischen Strukturen durchwirkt ist – seit zwei Jahren kämpft das Matriarchat von re:marx (Frauenquote im Vorstand von 1000 Prozent) gegen das männlichweiße Privileg. Jetzt ist es uns endlich gelungen: Die erste Frau, die im Schnaps-Weltall von re:marx Gläser poliert (schlechter Klischee-Witz zum Hausfrauentarif), ist Lin Baker, die vielleicht schon an jeder Bar der Stadt Schnaps ausgeschenkt hat, als Betreuerin für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge arbeitet und ganz nebenbei gemeinsam mit „and the“ Musik macht – und zwar Soul. Das das bekanntermaßen schwarze Musik ist, haben wir unsere selbstgesetzte Marginalisierte-Minderheiten-Quote fast erreicht und mit diesem Satz bestimmt auch irgendwo einen Aufschrei generiert, aber um lupenreine political correctness können wir uns zu dieser späten und wirren Dienstag-Abendstunde nicht mehr kümmern, deshalb bleibt uns nur noch, die bereits wundgelegenen Problemstellen unserer komplexen Welt mit ganz viel Gisela zu desinfizieren. Dass Lin Baker and the gerade eine EP namens „Cigarettes and Whisky“ draußen haben, die man in Chemnitz auch kaufen kann,  ist absoluter Zufall und hat rein gar nichts mit diesem Interview zu tun.
Ein Gespräch, von dem wir schon wieder vergessen haben, worum es eigentlich ging, weil unser Techniker zu lange gebraucht hat, um es zu schneiden und es natürlich wie immer viel zu lang ist, um sich das Ganze noch mal in Ruhe anzugucken. Weil wir Blogger und als solche ja ständig busy und dizzy sind. Ihr jedoch müsst diesen Film geschoben haben, unbedingt! Vielleicht, so munkeln unsere vom Pfeffi ganz weichgespülten Gehirnzellen, geht es um Frauen, Männer, Armlängen und um den Klang von Chemnitz. Prost!

Zehn Kurze/Fragen mit der Zukunft.

Ruhig geworden ist es in der Stadt der Stille – nicht nur, weil just in diesem Augenblick der CFC gegen den BVB die eigenen Gesetze des Pokals neu formuliert, sondern weil derzeit – ihr habt es vielleicht mitbekommen – ziemlich viel Wetter ist. Regelrechte Hitzewellen aus Nordafrika rollen auf West- und Nordeuropa zu, flimmern illegal über alle EU-Außengrenzen hinweg, selbst das Mittelmeer kann sie nicht abhalten. Deutschland ächzt unter den Temperaturen, die Kapazitäten der Freibäder und Ostseestrände sind längst überschritten, es drohen Eis-Engpässe im Edeka, das Grillgut wird knapp – wie viele Sonnenstrahlen wollen wir denn noch aufnehmen? Das Thermometer ist voll! Wir fordern: Wetter raus aus Deutschland!

Aber wie engagiert man sich nun gegen diese Hitze? Genau, indem man viel trinkt. Aus diesem Anlass werfen wir heute einen Blick zurück in die Zukunft – dort haben einige absturzgefährdete Re:marx-Reporter vor einigen Wochen einige politisch unkorrekte Fragen gestellt und den Chemnitzer Gonzo-Journalismus mal wieder auf ein ganz neues distanz- und hemmungsfreies Level gehoben. Ein – nunja – Gespräch über die Vergangenheit und die Zukunft der Zukunft und darüber, warum re:Marx besser ist als Engels.

 

Zehn/Kurze Fragen mit: Kraftklub.

Was haben wir nicht alles diskutiert: Über den Verfall unserer Arbeitsmoral, über die Verherrlichung von Alkoholismus und über die Zumutbarkeit von zwanzigminütigen YouTube-Videos, in denen es eigentlich nur darum geht, viele seltsame Fragen mit vielen schmackhaften Schnäpsen zu rechtfertigen. An Streitpunkten wie „Mit fünf Schnäpsen macht das Format doch überhaupt keinen Sinn“ oder „Eine zweite Kamera wirkt viel zu professionell“ oder „Wir schneiden diese Frage auf keinen Fall raus“ wäre die Redaktion fast zerbrochen. Gebrochene Leute waren auch unsere exekutierenden Redakteure nach den Interviews, nicht nur weil sie Goldspray gekotzt, sondern weil sie stets das letztes Hemd, die letzte Hirnzelle und vielleicht auch ihre Herzgesundheit gegeben haben. So sieht echte Hingabe aus und davon lebt re:marx, aber sie hinterlässt eben auch Spuren.
An unseren Interview-Gästen scheinen die Schnäpse jedoch nahezu spurlos vorüber gegangen zu sein. Nur einer, der danach sein Handy gesucht und nur einer, der sich danach über zu volle Gläser beschwert hat. Zehn/Kurze Fragen wird ein Jahr alt! Zu diesem beeindruckenden Jubiläum (länger hat es kaum eine andere Kategorie bei re:marx ausgehalten) schenken wir uns Weltmachtfantasien und euch ein Gespräch mit (Trommelwirbel!): Kraftklub.
Beziehungsweise mit Felix und Till, über die wir nicht mehr viel sagen müssen, außer dass sie uns im Interview unter erheblichen Mengen Alkohol endlich verraten haben, dass sie eigentlich Brüder sind. Weswegen wir ihnen spontan einige Fragen stellten, die wir auch dem Mann stellten, der damals dafür gesorgt hat, dass sie heute Brüder sind.

10854873_828001920601401_5056623529558631891_oUnd vielleicht verschafft uns dieses Video ja endlich den lang ersehnten Weltruhm, vielleicht aber auch nur die Klage irgendeines Ethik-Rates – wie auch immer: Es folgt das Video vom Vergnügen, mit Kraftklub für den Tourstart (heute!) trainieren zu dürfen.
„Entweder du stirbst oder du hörst auf“ – ein Gespräch über das Rauchen, Til Schweiger, Heinz Harald Frentzen und Triceratops:

abgefakt: Zeitgeist 2014. Teil I (Januar bis Juni)

Die Jahresrückblicke im Fernsehen inszenieren die bewegensten Momente des Jahres ja gerne als diejenigen, in denen sich eine ganze Nation stolz selbst feiern darf: „Deutschland“, wie es vorübergehend auf dem ersten Platz des Medaillien-Spiegels der olympischen Winterspiele steht, Bastian Schweinsteiger, wie er mit blutigem Heldengesicht den Pokal küsst, Helene Fischer, wie sie im Lady-GaGa-Gedächtnis-Dress Millionen Deutsche atemlos macht, ganz Berlin, wie es leuchtende Luftballons in den dunklen Novemberhimmel stiegen lässt. Natürlich gab es auch schlimme Bilder, die man für die tägliche Dosis Unwohlsein zwischen den ganzen Jubelarien immer mal wieder einschieben sollte: Ebola, wie es Europa bedroht, der IS, wie er britische Geiseln köpft, Putin, wie er ungeniert vor sich hin annektiert oder natürlich jüngst Ramelow, wie er als erster linker Ministerpräsident für konservative Kräfte eine größere Terror-Bedrohung darstellt als sämtliche Salafisten in Frankfurt. Aber solche schrecklichen Dinge will man doch eigentlich gar nicht mehr sehen, wenn einen der schöne Schein der Adventskerzen bereits in vorweihnachtliche Besinnlichkeit gelullt hat. Wir sind Weltmeister, das ist Erinnerung genug. Schnell noch mal  die schwarzrotgoldenen Millionen am Brandenburger Tor zeigen. Für manche war das einer der finstersten Momente deutscher Jubelgeschichte seit 1933, für viele Leitmedien war es jedoch endlich der Weg zur geschichtsbefreiten Selbsterkenntis Deutschlands als liebenswerteste, beliebteste und wirtschaftlich geilste Nation aller Zeiten –  endlich on top of the world, und das auf völkerrechtlich absolut legitimen Weg. In diesem Rahmen möchten wir unsere liebenswerte Nation ganz ohne Hintergedanken übrigens noch einmal an den Slogan der WM 2006 erinnern, die dieses tolle „Wir-Sind-Schland“- Gefühl einst so fürsorglich reproduzierte: Die Welt zu Gast bei Freunden. Hust.
Weil re:marx typisch deutsch ist und sich 2014 selbst endlich als liebenswertestes, beliebtestes und wirtschaftlich geilstes Blog in Chemnitz erkannte, beweihräuchert es sich deshalb anlässlich des großen Finales mit einer emotionalen Chronik der bewegensten Bilder, Wortspiele, Schnapsideen und Alliterationen des Jahres noch mal so richtig selbst!

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Wieder im Angebot: 10 Kurze/Fragen. Heute mit: Sir Henry.

Das redaktionelle Re:marx-Jahr folgt einem strengen Zyklus: Winterschlaf, Osterloch, Frühlingshoch, Sommerloch, Herbstdepression, Conti-Loch, Weihnachten: Best-Of-Loch-Listen. Da bleibt kaum Zeit für echte Inhalte, weshalb wir den Autorenkreis von fünf auf einen reduzieren, die Schnapsatmungs-Patienten zur Kur schicken, Rico Ranunkel als schlechtbezahlte Aushilfskraft ausbeuten und unser Erfolgsformat  „10 Kurze/Fragen“ vorerst auf Trockeneis legen mussten. Doch hiermit soll die fünfmonatige Durststrecke nun endlich offiziell enden, denn auf dem Sonnenberg – dem derzeit angesagtesten Viertel der Stadt – hat ein neuer Club eröffnet, der Nikola Tesla heißt und dem Kritiker einen gewissen Verwandschaftsgrad mit dem Atomino unterstellen. Weil Club-Betreiber erfahrungsgemäß die härtesten Interviewpartner sind und zehn+ Schnäpse trinken wie ayurvedisches Ingwerwasser, haben wir Sir Henry, Chemnitzer Adelsexperte und Ritter aus Leidenschaft, zur verheerenden Verbal-Verkostung geladen – oder war es eher umgekehrt?
Egal! Schonungs- und hemmungslos wie eh und je haben wir uns auch in diesem Gespräch an die Grenzen der menschlichen Würde herangetastet und die vielgefürchtete Lanz-Frage („Wieviel?“) gleich zum Einstieg gestellt – zumindest wenn man dem durch Schnitttechnik stark manipulierten Video glaubt. Was Nikola Tesla außer Wechselstrom sonst noch zu bieten hat, was an den Verschwörungstheorien rund um’s Atomino dran ist und ob wir wirklich alle Alkoholiker sind, verrät ein Klick auf folgenden Film.

Das Nikola Tesla steht auf der Zietenstraße, gegenüber vom Lokomov. Wir sagen: Nix wie gin!