Weiberfastnacht-Battle Church am 09.03.11 im Weltecho

Fasching. Eine doch oft so fuchsfröhliche Festivität, die die Nation aber spaltet, wie keine andere. Es gibt Regionen, in denen der bunte Kostümreigen nahezu religiös zelebriert wird – und es gibt eben Sachsen. Die Sachsen, vor allem natürlich die Chemnitzer sind auf dem Gebiet „Karneval“ eher Atheisten und beten am Aschermittwoch doch lieber treu zum heiligen Brauclubgott.

Doch selbst die Chemnitzer Club-Interpretation zum Thema „Absurder Abgesang auf das unselige Thema Fastnacht“, kurz gelabelt unter „Weiberfastnacht -Battle Church“ (Weiberfastnacht am Aschermittwoch! – schon das würden wahre Jecken als pure Blasphemie betrachten), die da letzten Mittwoch im Weltecho stattfand, blieb seltsam unfrequentiert. Wenn nicht mal Anti-Fasching geht, in der Stadt der Moderne, was geht dann überhaupt?

Das scheinheilige Motto („kommt als eure eigene Frau oder Torte mit Vollbart“) wurde von einigen Partygängern doch tatsächlich ernst genommen, und so gibt es Männer in körperbetonten Weihnachts-Kleidchen sowie Frauen mit angemalten Bärten zu bestaunen, was den Eindruck erweckt, man sei auf der ersten Transgender-Party Chemnitz‘ gelandet. Doch dieser anfängliche Eindruck wird durch die Feststellung eines erheblichen Männerüberschusses, welcher sich wiederum durch pornöse Animation in Dauerschleife erklärt, revidiert. Der Club „füllt“ sich schlagartig mit dem Auftreten von Underground-Szene-Star Wilhelm Not (siehe „auf ein Bier mit“), der gemeinsam mit seinen Partyjüngern die (mittlerweile fast schon Privat-)Party mal so richtig aufravet, sodass sogar der eigens eingerichtete Darkroom mit Bunga Bunga- Versprechen leer bleibt.

Letztendlich bleibt der Beigeschmacks eines irren Abends, der bei diesem vielfältigen Angebot an exklusiven Party-Extras (Porno! Rave! Schnaps am Einlass! Atemberaubende Deko! Allgemein populäre Genres wie „Tittenelectro“! Und diese musikalische Mischung erst!) doch eigentlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*