Match ärger dich nicht: Der erkenntnisreiche Weg vom Tinder-Date zum Samenstau

Hinweis: Dieser Artikel ist offenkundig aus der Sicht eines Herren mittleren Alters geschrieben. Außerdem die obligatorische Anmerkung: Die Ähnlichkeit mit real existierenden Personen und Geschichten ist durchaus korrekt. #gähn

Eine Zeit lang war es modern, cool und fast schon ein Zwang, irgendeinen Senf über die Dating-App Tinder zu verfassen. Ob nun Erfahrungsberichte, Statistiken über Nutzerzahlen oder die schlichte Betitelung als Apokalypse, die die Form und Verkörperung einer App angenommen hat – jeder musste seinen oftmals sinnentleerten Brei dazugeben. Nun sind wir nicht gerade bekannt dafür, auf irgendwelche vor sich hin rasenden Hype-Züge aufzuspringen. Vielmehr warten wir ab, bis sich die Wogen wieder geglättet haben und sammeln in der Zeit Erfahrungen, um letztendlich davon doch noch zu berichten – wenn es aber auch wirklich gar keine Sau mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Genau so verhält es sich beim Phänomen Tinder: Bereits vor geraumer Zeit stand die Idee im Raum, selbst ein Profil zu erstellen und einen vollkommen uneigennützigen Test zu starten. Und in der Tat wurde dieses waghalsige Vorhaben auch vor fast exakt anderthalb Jahren in die Realität umgesetzt. Nach 550 Tagen, 250 Matches und 0 Mal Geschlechtsverkehr können wir mit Fug und Recht behaupten: So lang und intensiv wurde bisher kaum ein Produkt auf dieser Welt jemals getestet.

Was wurde Tinder nicht schon alles vorgeworfen: Es sei der moralische Untergang des Abendlandes. Eine Plattform, die lediglich dafür da ist, in kürzester Zeit sexuelle Kontakte zu knüpfen. Nichts mehr als eine weitere App, die durch fragwürdige In-App-Käufe und Funktionen den Nutzern lediglich das Geld aus der Tasche ziehen will. Natürlich sind sämtliche Vorwürfe in gewisser Weise auch nicht wirklich realitätsfern. Dennoch vergessen viele dabei oft das Atmen, denn eins sollte im Hinterkopf bleiben: Die Anmeldung ist freiwillig! Klingt nicht sonderlich spektakulär oder gar revolutionär, doch vielen scheint dies nicht immer präsent zu sein. Gerade Tinder-Hasser, die sich dort angeblich nie im Leben anmelden würden (und das dann doch zumindest für eine kurze Zeit machen – „nur aus Neugier und um es mal gesehen zu haben“), halten nicht ihren Unmut und die schiefen Augen zurück, wenn das Thema auf Tinder gelenkt wird.

Tinder vs. Aquaman

Doch wenn Tinder so unfassbar grauenvoll und rückständig sein soll – woher stammt dann dieser Erfolg? Immerhin soll die Plattform mittlerweile weit über eine Milliarde Euro wert sein. Tinder funktioniert unter anderem gerade aufgrund der Simplizität, der einfachen Handhabung: Die Funktionen sind auf das Notwendigste beschränkt. Genauso verhält es sich mit den visuellen Eindrücken und möglichen Angaben. Dafür sorgt beispielsweise eine Begrenzung von sechs Fotos beziehungsweise 500 Zeichen. Selbst die sogenannten „Momente“, auf die Tinder anfänglich setzte und die Instagram-ähnlich funktionieren sollten, wurden mittlerweile abgeschafft. Nichts lenkt ab oder wirkt überfordernd, und die eigentliche Funktion könnte nicht deutlicher im Vordergrund stehen: Die Beurteilung von Menschen, die (in der Theorie) zum Kennenlernen führen soll.

Eine Zusatzfunktion, die Tinder erst nach einiger Zeit eingeführt hat, ist der sogenannte „Super-Like“. Während die „normalen“ Likes innerhalb von 24 Stunden etliche Male verteilt werden können, kann der Super-Like lediglich exakt ein Mal in diesem Zeitraum gedrückt werden. Damit ist er zwangsläufig der Gigant, der Über-Vater, ja fast schon der Lemmy Kilmister unter den Likes – über alle Maßen erhaben und einzigartig, zumindest für eine gewisse Zeitspanne. Deswegen gilt es auch beim Super-Like, diesen bestmöglich unter das Volk zu mischen, denn ein sinnvoller Wisch nach oben soll eben einschlagen wie eine Bombe und dem Gegenüber mitteilen: ‚Meine Fresse – Du bist wahrscheinlich die geilste Sau auf diesem Planeten!‘ Wenn der Super-Like versehentlich ausgelöst wird, ist der Ärger groß. Okay – Ironie-Modus aus: Diese Funktion kann nicht anders als überflüssig, hirnrissig und kindisch charakterisiert werden. Sie klingt vielmehr wie eine Fähigkeit eines Superhelden, doch nur Aquaman hat wohl noch weniger sinnvolle Skills.

‚It’s a Match! Du und Chloe Victoria Abigail steht aufeinander.‘

Die Zeit, die in den anderthalb Jahren für das Swipen geopfert wurde, würde zusammengerechnet mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit dafür reichen, perfekt Isländisch zu lernen, einen Mitsubishi Carisma mit den eigenen Händen zusammenzuschustern oder die Welt zu umrunden. Dennoch überwiegen im nachhinein auf keinen Fall die Gedanken, diese Zeit als sinnlos und verschwendet anzusehen. Wie letztendlich alle nicht anspruchsvollen Tätigkeiten dient auch das Swipen hervorragend dazu, den Kopf voll und ganz auszuschalten. In diesem Moment richtet sich der Fokus komplett auf die jeweilige Person. Dieser Vorgang wird mit der Zeit perfektioniert, sodass die oberflächlichen Eindrücke innerhalb von Sekundenbruchteilen analysiert und verarbeitet werden. Natürlich kommt da automatisch der Verdacht auf, auf eine gewisse Art und Weise optisch abzustumpfen, da unzählige Menschen innerhalb kürzester Zeit immer und immer wieder beurteilt werden. Das mag auch bis zu einem kleinen Prozentsatz zutreffen – sollte aber auch nicht zu einer Überinterpretation führen. Es ist auch nach Tausenden Daumen nach-rechts-Bewegungen nicht so, dass Menschen auf der Straße anders wahrgenommen werden, als vor der Tinder-Zeit. Dennoch: Jeder, der diese Art von Massenabfertigung missbilligt und nicht gut heißt, erntet nachvollziehbares Verständnis.

Ein großes Ärgernis sind die Fake-Profile, die schubweise vermehrt auftauchen und bei einem Match folgende herzzerreißende Nachricht schreiben: „Hey, ich bin wirklich gelangweilt und will heute Abend noch etwas aufregendes erleben. Hast du heute Abend Zeit um mit mir viel Spaß im Bett zu haben? Wenn du Interesse hast und wir miteinander kompatibel sind, dann komm und triff mich auf…“ – gefolgt von einem Link, der garantiert angeklickt werden kann, ohne danach ein Smartphone voller Viren zu haben oder mit einmal 100.000 Euro zu verlieren. Meistens sind die Fake-Profile bereits an sehr freizügigen Bildern oder exotischen amerikanischen Namen zu erkennen – schließlich trifft man tendenziell eher selten in Chemnitz oder Leipzig auf Personen, die Amy, Stacy oder Madison heißen. Wenn „versehentlich“ trotz der deutlichen Anzeichen doch ein Match zustande kommt und die besagte Nachricht erscheint, empfindet man es schon fast als Pflicht, das Fake-Profil zunächst als Spam zu melden und erst danach zu entfernen. Geradezu Sheriff-mäßig wird in diesem Zusammenhang das Handeln empfunden. Das Gewissen, vermeintlich eine gute Tat vollbracht und naive notgeile Böcke vor einer Falle gerettet zu haben: unbezahlbar.

Ob diese Person wirklich Interesse hat?

Ob diese Person wirklich Interesse hat?

Entmystifizierung: Der geeignetste Ort, um zu Swipen

Wo befindet sich eigentlich der perfekte Ort, um eine Runde zu wischen? Abends, gemütlich auf dem Sessel mit einer Tasse Tee? Am lodernden Kamin? In der Badewanne? Die Antwort darauf ist viel leichter und wird vielleicht einige etwas vor den Kopf stoßen: auf’m Pott. Während früher die Lektüre von Comics auf dem Plan stand oder die Nackedeis der Bravo gründlich inspiziert wurden, eignet sich in der heutigen Zeit das Swipen als perfekter Notdurft-Zeitvertreib. Natürlich erwischt man sich selbst ab und zu bei dem Gedanken, dass dies vielleicht nicht unbedingt dem Gegenüber gefällt, an diesem Ort über seine Optik zu urteilen. Aber spätestens beim nächsten Swipe befindet sich dieser Gedanke wieder in den Tiefen der Kloschüssel. Generell bekommt die Bezeichnung „wischen“ in diesem Zusammenhang eine völlig neue Bedeutung.

Über Dich: ‚2,12m‘

Eine Angabe, die immer wieder zu finden ist, stellt die Körpergröße dar. Hier erreicht die Verzweiflung bei der Betrachtung des Profils bereits ihren Höhepunkt: Kann etwas unwichtiger in diesem Leben sein? Wie schon meine Großmutter nicht sagte: „Im Liegen sind sie alle gleich groß.“ Eine sehr allgemein gehaltene Aussage, die durchaus beide Geschlechter meinen kann.

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man selbst nicht 5,95 Meter misst und der potenzielle Geschlechtspartner in die Erde rankt. Alles andere ist doch aber sowas von egal! Diese Annahme scheint jedoch nicht weit verbreitet zu sein, denn oft ist die Körpergröße sogar die einzige Angabe des Tinder-Mitglieds. Stellt sich natürlich zwangsläufig die Frage: Warum? Möchte derjenige dort einfach nur überhaupt etwas stehen haben, um eine gähnende Leere zu vermeiden? Legt er tatsächlich wert darauf? Aber was, wenn der Andere das falsch interpretiert und denkt, er müsse zwangsläufig kleiner sein? Oder ganz genauso groß? Oder mindestens einen Meter größer? Wäre es bei der Angabe der Körpergröße nicht viel sinnvoller, gleichzeitig mitzuteilen, wie der Wert zu interpretieren ist? Vielleicht sogar in einer mathematischen Formel, um direkt sein unfassbares Denkvermögen unter Beweis zu stellen und die völlig hirnfreie Angabe auszugleichen. Alles absoluter Käse: Die Angabe der Körpergröße von Frauen ist so nervig wie Muckifotos von Kerlen. Oder umgekehrt.

Chat-Skill-Level = Kopulationsanzahl

Viele aus unserer Generation sind mit den „AH-OH“-Geräuschen des ICQ-Messengers und stundenlangen Chat-Gesprächen aufgewachsen. Auch die aktive Teilnahme in Foren oder öffentlichen Chats waren keine Seltenheit. Unbefangen konnte auch mit bisher fremden Personen kommuniziert werden, ohne in großem Maße über das nachzudenken, was man als nächstes schreiben könnte oder wie dies beim Gegenüber ankommt. Dieses Attribut verschwindet jedoch leider mit zunehmendem Alter. Über zehn Jahre später bedeutet dies: Die schriftlichen Small-Talk-Skills sind auf ein Minimum geschrumpft. Jedes Wort wird im Kopf umgedreht, jede Aussage mit einem Smiley garniert, um eine vermeintlich falsche Auslegung bestmöglich zu vermeiden. Gleichzeitig sinkt aber auch die Toleranzgrenze bei den Gesprächsthemen: Wenn also zum wiederholten Male auf die Aussage „gestern habe ich mir ein Bein gebrochen“ vom Gesprächspartner ein unmittelbares „vor zehn Jahren habe ich mir drei Beine gebrochen“ folgt, ohne auch nur ansatzweise auf die eigentliche Aussage einzugehen, minimiert sich der Drang, die Kommunikation aufrechtzuerhalten, auf’s Kleinste. Eindeutige Vorteile haben hier diejenigen, die darüber hinwegsehen und sich damit arrangieren können. Die Vermutung liegt nahe, dass dies bestens ankommt, denn man interessiert sich ja für den Anderen. (Vermutung deshalb, weil beim besten Willen ein Test noch nicht durchgeführt werden konnte.) Will heißen: Für jeden, der seine Seele verkauft, steigt die Chance, irgendwann doch noch ein Treffen in die Wege leiten zu können. Oder anders formuliert: Menschen mit auf Oberflächlichkeit perfektionierten Chat-Skills können mithilfe von Tinder immens viel Geschlechtsverkehr haben.

Hier spielt sich das Geschehen ab - hier holt sich der Daumen seine Sehnenscheidenentzündung.

Hier spielt sich das Geschehen ab – hier holt sich der Daumen seine Sehnenscheidenentzündung.

Bei den Gesprächen wird immer und immer und immer wieder erwähnt, dass ja Tinder lediglich eine „Sex-Plattform“ sei, die Kerle auf nichts anderes aus sind und man darauf aber gar keine Lust habe. Wenn diese Überzeugung wirklich vorhanden ist, stellt sich automatisch die Frage: ‚Warum zur Hölle meldest Du Dich dann überhaupt an?‘ Eine Frage, auf die einfach keine Antwort gefunden werden kann, weswegen sie fast schon als rhetorisch durchgeht. Mehr Unverständnis kann kaum aufgebracht werden. Ganz davon abgesehen, dass so eine absolute Verallgemeinerung nervt wie die Haare von Donald Trump. Selbst wenn bereits schlechte Erinnerungen gemacht wurden oder vermeintlich Horror-Storys aus dem Bekanntenkreis die Runde machen: Alle über einen Kamm zu scheren, ist mehr als fraglich und verdeutlicht, wie beschränkt manche in ihrem Denken sind.

Fallbeispiel: Treffen

Der Schreiber, nennen wir ihn der Einfachheit halber für die folgende Kurzgeschichte „Stanley“, hat in den über anderthalb Jahren und 250 Matches exakt drei Tinder-Treffen gehabt. Eins davon ist besonders im Kopf haften geblieben: An einem Sonntag, also dem Tag, wo Menschen eigentlich komplett gemieden werden, hat der Match-Partner, in diesem Falle „Larissa“, per Mitfahrgelegenheit die Fahrt von der Großstadt D. in die rund 80 Kilometer entfernte, etwas kleinere Stadt C. auf sich genommen. Die Ankunft von Larissa war an einem typischen Mitfahrgelegenheitsrausschmeißort am Rande der Stadt, weswegen Stanley sie mithilfe seiner Rakete (= Auto) abholen musste, was er natürlich gerne auf sich nahm. Beide hatten die Absicht, sich gegenseitig kennen zulernen und etwas Zeit gemeinsam miteinander zu verbringen – ohne jegliche Hintergedanken. So stieg Larissa nach der obligatorischen Begrüßung in Stanleys Auto und, jetzt folgt schon die eigentliche Pointe, posaunte in einem der ersten Sätze fröhlich und sichtlich stolz heraus: „Also Du bist ja bereits das dritte Tinder-Date von mir an diesem Wochenende.“ Stanley war bereits aktiv beim Fahrvorgang und musste sich zusammenreißen, nicht das Steuer urplötzlich nach rechts zu reißen.

Was diese kurze Anekdote verdeutlichen soll: Selbst wenn sich beide in den schriftlichen Gesprächen vorher bestens verstanden haben, wird die wahre Persönlichkeit erst in einem Aufeinandertreffen deutlich. In dem Beispiel stand bereits nach wenigen Sekunden fest: Dieses Treffen hätten sich beide mehr als sparen können. Selbst wenn die Aussage zutrifft und die Dame in der Tat bereits mehrere Treffen mit unterschiedlichen Menschen in der kurzen Zeit hatte: Wie wenig Verstand, Einfühlungsvermögen und Intelligenz kann eine Person eigentlich in sich vereinen? Auch in den folgenden circa vier Stunde wurde dann deutlich, dass hier zwei Menschen aufeinander treffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, weswegen glücklicherweise wenigstens die Einsicht, der Antritt der Rückreise vielleicht nicht die schlechteste Lösung wäre, dann doch relativ schnell folgte.

Der Traum, das Ziel, ja die Erfüllung eines jeden Tinder-Nutzers: das Match!

Der Traum, das Ziel, ja die Erfüllung eines jeden Tinder-Nutzers: das Match!

Fallbeispiel: Chat-Gespräch

Natürlich darf auch kein weiteres Beispiel fehlen, das prototypisch zeigt, in welcher Form viele Tinder-Gespräche schriftlich ab- und pfeilschnell im Sande verlaufen:

Mann: „hello! bei den gemeinsamen verbindungen kannst du eigentlich nur aus chemnitz kommen.“
Frau: „Hehe ja, Karl marx Stadt! Und du dann wohl auch 🙂 Dich hat aber eher dein Zenti Bild verraten :D“
Mann: „oha – sehr gut erkannt! 🙂 ein wahres adlerauge. kommst du ursprünglich von dort? bzw. was haste da gemacht?“
Frau: „Das war doch nicht schwierig 😉 Jap. Bin vor einem Jahr nach Leipzig gezogen“
Mann: „da hast du mir etwa zehn monate voraus! was machst du hier?“
Frau: „Ach bist ja noch ein frischling. Was treibt dich her? ich bin wegen meiner Ausbildung hergezogen“
Mann: „brauchte nach dem studium in chemnitz einen tapetenwechsel. war erfolgreich – hab‘ hier in leipzig arbeit gefunden! 🙂 was machste für ’ne ausbildung?“
Frau: „Ja so ging’s mir auch. ich mach Ergotherapie. Was arbeitest du denn bzw was hast du studiert?“
Mann: „Bin bei ’nem Wirtschaftsunternehmen als Journalist tätig und hab‘ vorher G*********k studiert. Was ist dein Zwischenfazit – war Leipzig die richtige Wahl für dich?“

Und dann: Ende. Das war’s. Danke für die intensive gemeinsame Zeit – es war mir eine Freude. Kein Einzelfall, sondern in der Form mehrmals vorgekommen. Was retrospektiv auffällt: Meistens geschah der Abbruch nach der Information über die derzeitige berufliche Aktivität. Scheinbar wird das journalistische Handwerk als minderwertig angesehen und nicht ernst genommen – so zumindest die Vermutung, wenn immer wieder danach der Kontakt eingestellt wird. Vielleicht sollte der Versuch unternommen werden, sich als Chirurg, Anwalt oder Pilot auszugeben. Doch dieses Projekt wäre dann eher ein Fall für einen weiteren Erfahrungsbericht und folgt heute in anderthalb Jahren.

Fazit: Tinder = Sorgenfresser No. 1 unserer Generation

Für den hart schuftenden Schwerstarbeiter von heute, dem die Zeit fehlt, sich in der Realität beim anderen Geschlecht ins Zeug zu legen, ist Tinder der optimale Ort. Ein Match bedeutet eben auch in gewisser Weise, Anerkennung als Person zu erhalten, und wenn dies schon „in Echt“ nicht eingeholt werden kann, dann zumindest virtuell.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, DEN Menschen für’s Leben bei Tinder zu treffen, bei geschätzten 0,1 Prozent liegt: Sie ist immerhin überhaupt vorhanden. Die dortige Aktivität kann als netter Zeitvertreib umschrieben werden, der wie eine Folge Gute Zeiten Schlechte Zeiten oder ein Song von Wanda zumindest während der Zeit der Nutzung beziehungsweise des Konsums das Gehirn von jeglichem Seelenschmerz befreit. Zusätzlich sorgt Tinder dafür, die ein oder andere Überraschung zu erleben und so später mehr Geschichten aus der Vergangenheit für seine Enkelkinder parat zu haben. Die Möglichkeit jedoch, dass die entsprechenden Eltern des Enkels mit einem Tinder-Match gezeugt werden, scheint sehr gering zu sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*