Unser Album des Monats: Thom Yorke – Tomorrow´s Modern Boxes

„Die größte Hit-Vielfalt“ und „Spaß nonstop“ verspricht es einem. Hier läuft das Beste, das Tollste und natürlich das Neuste. Keiner entkommt ihm, es ist allgegenwärtig und angeblich niemand kann es leiden: Das zeitgenössische Mainstream-Radio.

Doch ist Mainstream-Radio wirklich per se schlecht?

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Unser Album des Monats Juni: Glass Animals – ZABA

Heute ist wieder einer dieser Tage. An dem eine unendliche Leere die Seele umschlingt wie Lianen die Bäume im Dschungel. Denn heute ist fußballfrei. Spielpause! Keine WM! Kein Kahn, kein Scholl, keine geballte Expertise von Bla Rethy, kein tattriger Blatter auf der Tribüne, kein Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit, kein Wet-Look-Jogi im Regen von Recife, keine Kathrin Müller-Hohenstein, die mit Poldi am Pool sitzt und mit den Füßen leise Muster ins Wasser malt. Und so droht man in ein bodenloses Loch zu fallen, ein Loch, größer als das Conti-Loch, ein Loch, größer als das größte Sommerloch jemals sein kann.

Aus dem Boden dieses bodenlosen Loches kriecht nun die Re:marx-Redaktion, oder das was von ihr übrig blieb – ein armseliger Haufen fußballfressender Zombies, getrieben von der ewigen Erinnerung daran, dass es noch ein Leben jenseits der grünen Hölle von Manaus gibt.
In Chemnitz zum Beispiel! Aber Moment: Gibt es Chemnitz überhaupt noch? Nach unserer ausgelassenen Abi-Feier am Staussee am vergangenen Wochenende waren wir uns eigentlich ziemlich sicher: Ja, Chemnitz hat Swag, oder wie man das so sagt, wenn man gerade Abi feiert. Aber jetzt ist es wieder da, dieses Loch. Dieser gefährliche Sog des Sommers, obwohl ja eigentlich noch gar nicht so richtig Sommer war.
Doch auch wenn wir uns in dieses Loch haben fallen lassen wie Robben in den Strafraum – der Druck bleibt enorm, Experten sind sich einig: Re:marx muss jetzt liefern, re:marx ist inhaltlich noch nicht wieder bei 100 %. Nachdem Ideen wie „mit einer Algerien-Flagge zum Public Viewing auf den Markt gehen“ an der Mauer der Motivationslosigkeit scheiterten und Chemnitz auch sonst nichts weiter zu bieten hat, außer Pressefest und Filmnächte und irgendwelche mickrigen Festivals, blieb für diesen Beitrag nur eine der letzten Säulen unseres leeren Lebens: Musik. Das Album des Monats. Wobei hier in der redaktionsinternen Befragung das Panini-Album ganz weit vorne lag und kurz dahinter „One Love, One Rhythm – The Official Fifia World Cup Album 2014“. Letzteres kann man aber getrost in die Eistonne treten, denn hier kommt die mit Abstand heißeste Platte des Jahres. Sagt re:marx. Frauenzeitschriften würden an dieser Stelle vermutlich irgendwas von smooth und sexy schreiben, Pitchfork irgendwas von Jungle und LSD faseln und Rihanna würde tweeten how „phucking hot da music“ is. Und wenn wir schon mal bei Twitter sind:

Ein Album, 140 Zeichen (0614)


Glass Animals – Black Mambo from Harry Reavley on Vimeo.

Unser Album des Monats (April): S O H N – Tremors

Diese Kategorie existiert aus exakt zwei Gründen: A) Wir wollen als diejenigen, die das Musik-Knoff-Hoff (alter Dii-Dii-Arr-Insider) im Blut, Urin und Speichel haben, Euch grundsätzlich mitteilen, was klangtechnisch im jeweils vergangenen Monat #StateOfTheArt war. Scheiß auf all die Plattenfirmen, Radiostationen, und vor allem MUSIKBLOGS, die innerhalb ihres pseudo-intellektuellen Geschwafels einfach unzählige Wortneuschöpfungen und Ausdrücke verwenden, die selbst der gute alte Walther von der Vogelweide (R.I.P.!) nicht mehr verwendet hat, um letztendlich ihre völlig verfehlte Meinung dem Leser ninjamäßig in die Synpasen zu pflanzen. Und das auch noch verteilt auf gefühlte drei Trillionen Zeichen!!! Dabei lernt Stanley Ballz (neuhochdeutsch für Hans Wurst) doch mittlerweile bereits im Mutterleib, dass die Aufmerksamkeitsspanne unserer heranwachsenden Generation in etwa mit der Haltbarkeit des Bartes von Conchita Wurst beim Duschen gleichzusetzen ist. Deswegen B) die simple, aber dennoch nobelpreisartige Idee der Twitterrezensionen. Geballtes Wissen innerhalb von 140 Zeichen. Geiles Album, warum, fertig. Und trotzdem zeigt die Erfahrung (#Klickzahlen), dass sich der wunderschöne (an dieser Stelle ein kleines Kompliment – ihr seht alle wirklich hervorragend aus!) re:marx-Leser lieber minutenlang von vermeintlichen Chemnitzer Koryphäen zuschwafeln lässt, anstatt Sekunden für diese Kategorie zu spenden. Deswegen könnten wir hier jetzt auch schreiben, was wir wollten ladida-dasistderwirschreibenwaswirwollen-bluuuuuuhuuuuuuues)… Naturellement, il ne faut pas – wie der Spanier sagen würde. Genug des Klamauks – Sonntage sind schließlich zum Trauern da. Dafür eignet sich bestens das Debütalbum eines jungen Briten, der wahrscheinlich einen Vater hat. (………….. der musste noch sein!)

Ein Album, 140 Zeichen (0414)

SOHN-TremorsS O H N – Tremors

Unbenannt

SOHN // ARTIFICE from thomglunt on Vimeo.

Unser Album des Monats (März): Cloud Nothings – Here And Nowhere Else

Die Frage nach Raum und Zeit ist keine, die ausschließlich von Quantenphysikern gestellt wird, sondern, zumindest in der Lebenswirklichkeit des re:marx-Kosmos, vorrangig von jungen Heranwachsenden, fachsprachlich „Adoleszente“ genannt, die zwischen Abschlussarbeit, Jobsuche und Feieralltag vor allem nach einem Ort suchen, den Sie Zuhause nennen können. Das befreiende Gefühl endlich angekommen zu sein, nicht mehr die Angst mit sich rumzutragen, man könnte jetzt gerade in diesem Moment die beste Party seines Lebens verpassen, scheint für die Generation Y das gleichermaßen erstrebenswerte wie unerreichbare Gut zu sein. Einer, der es offensichtlich geschafft hat, sich zu erden, ist der 23-jährige Dylan Baldi, seines Zeichens Kopf der Clevelander Garage-Band Cloud Nothings, die in diesen Tagen ihr inzwischen viertes Album veröffentlichen. Für diesen für unmöglich gehaltenen Akt der Selbstfindung, der ganz nebenbei auch noch so verdammt gut klingt, küren wir „Here And Nowhere Else“ zu unserem Album des Monats.

Ein Album, 140 Zeichen (0314)

cloudnothings_herelpCloud Nothings – Here And Nowhere Else

Unbenannt

Unser Album des Monats (Februar): Bombay Bicycle Club – So Long, See You Tomorrow

Wenn wir ganz und gar ehrlich zu uns selbst sind, zählte Konstanz bisher nicht unbedingt zu den herausragendsten Tugenden eines re:marx-Redakteurs. Zu viele neue Ideen, die unbedingt realisiert werden mussten, oder einfach bloßes Verdrängen von einst vermeintlich revolutionären Ideen verhinderten die manchmal notwendige Beständigkeit. ABER DAMIT IST JETZT VERDAMMT NOCH MAL SCHLUSS!!!!!!111111 ………. Verzeihung, aber das musste sein. Wachrütteln ist schließlich der erste Schritt zur gelobten Besserung. Der zweite, noch viel wichtigere, lautet: Umsetzung! Und so setzen wir unseren Lauf fort und präsentieren bereits zum sage und schreibe zweiten Mal nacheinander unser Album des Monats. Jubelschreie! Freudentänze! Tränen der Rührung! Das natürlich alles (nicht nur) für uns, sondern insbesondere für ein Kollektiv aus London, das bereits zum vierten Mal feinste musikalische Leckerbissen bereithält (Pflichtrezensionsmetapher: ✔).

Ein Album, 140 Zeichen (0214)

bombay-bicycle-club-so-long-see-you-tomorrow-678x678Bombay Bicycle Club – So Long, See You Tomorrow

Album des Monats Februar 2014

‚Luna‘ Bombay Bicycle Club from Freddy Taylor on Vimeo.

Unser Album des Monats (Januar): James Vincent McMorrow – Post Tropical

Totgeglaubte leben länger. Und abgedroschene Phrasen stinken. Und sich über abgedroschene Phrasen aufzuregen sowieso… Ein Teufelskreis. Wie auch immer: Wir begrüßen das mittlerweile schon wieder zu 2/12 (was sich ja bekanntlich auf 1/6 kürzen lässt) angebrochene Jahr (haaach – was hätte ich alles in der Zeit tun können, Julia Engelmann – SAG.ES.MIR.DOCH.BITTE!!!) mit einer fast verloren geglaubten Kategorie: DEM Album des Monats. Bekanntlich kann man ja auf Konsorten wie Intro, VISIONS, Spex & Co. keinen Furz geben (und wir haben immerhin zweitausendfurzen – haha……… na egal). Deswegen besteht unsere Mission darin, das einzig wahre Album des Monats zu küren. Ab jetzt regelmäßig. Word! Beginnen wir mit einem ir(d)ischen Leisetreter:

Ein Album, 140 Zeichen (0114)

James-Vincent-McMorrow-Post-TropicalJames Vincent McMorrow – Post Tropical

Album des Monats Januar 2014

Cavalier – James Vincent McMorrow from AOIFE MCARDLE on Vimeo.

Unser Album des Monats (September): Efterklang – Piramida

Es wird sich wohl niemals in der Geschichte der Menschheit ändern, dass während der Sommerzeit lediglich Alben herausgebracht werden, deren Halbwertszeit nach etwa drei Songs bei null liegt, und sie somit besser unerwähnt bleiben sollten. Ein Blick aus dem Fenster verrät jedoch, dass sich die Zeit der knappen Kleidung langsam dem Ende neigt. Doch selbst wenn man kein Fenster besitzt – auch anhand der Plattenveröffentlichungen wird klar: Es geht wieder los! Ob nun die ewigen Leisetreter mit den zwei „xx“-en, die neue „Future“-R&B-Hoffnung How To Dress Well, oder der Mann mit den 48 Gesichtern Bob Dylan: Es wird wieder richtige Musik auf den Markt geworfen. Doch bei uns hat sich im letzten Monat ein dänisches Künstlerkollektiv in den Ohren eingenistet, das wieder einmal zeigt, wie Beständigkeit und Qualität in einem Satz passen können.

Ein Album, 140 Zeichen (0912)

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Unser Album des Monats Juni: Alt-J (∆) – An Awesome Wave.

Achtung: unser Liebling im Juni trägt ein Hype-verheißendes ∆ im Namen. Doch Delta führt uns in die Irre, denn Alt-J klingt erstaunlich Hype-resistent und Hipster-frei. Kein neues Subgenre, kein lofi-witch-ambient-soul-autotune-house, sondern eine lupenreine, schöne Pop-Perle. Undbedingte Hörempfehlung.

Ein Album, 140 Zeichen (0612)

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Unser Album des Monats (Mai): Poliça – Give You The Ghost.

Was (Jon) Bon Eiwer empfiehlt, kann nur unser Album des Monats werden!
Deshalb Vorhang auf für: Poliça!

P.S.: Kanye steht auch drauf. Eigentlich egal, aber wir wissen ja alle: ohne richtiges Name-Dropping geht gar nichts mehr dieser Tage.

Ein Album, 140 Zeichen (0512)

Poliça – Give You The Ghost.

Unser Album des Monats (April): Pupkulies & Rebecca – Looking For The Sea

Fast hätten wir es vergessen, aber angesichts der aufreibenden Ereignisse am letzten April-Wochenende kann sowas schon mal passieren. Deshalb nun mit etwas Verspätung unser Album des Monats April. Wie gehabt mit Klangbeispiel und Twitter-Reze.

Ein Album, 140 Zeichen (0412)

Pupkulies & Rebecca – Looking For The Sea

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