Dating Chemnitz

Vorwort
In Chemnitz treffen Dorfbekanntheit und Stadtherumgevögel so hart aufeinander, dass es zum Ekeln ist. Re:marx hat sich für euch mittels aufopferungsvoller Vice-artiger Selbsterhebung in der hiesigen Fickszene umgeschaut und erklärt euch, wie ihr alles richtig macht.

Motivation
Es gibt viele Gründe, sich intim mit anderen Menschen einzulassen. In Chemnitz ist der wichtigste Grund der ermäßigte oder freie Eintritt bei Veranstaltungen mit Zugang zum Backstage. Bis zu 80% der Gäste halten sich in Chemnitz durchschnittlich in diesem auf, die Tanzfläche bleibt meist leer. Ein anderer Grund ist die Erhaltung der Chemnitzer Art, die dafür sorgt, dass die Veranstaltungen in der Familie bleiben und alles so bleibt wie ist. Falls keiner der beiden Gründe auf dich zutrifft, suchst du wahrscheinlich nur jemanden, der dich für Instagram fotografiert, natürlich ungestellt. Oder du möchtest deine chemnitztypische Unsicherheit wegvögeln.

re:marx Dating-Tip: Mit den richtigen PartnerInnen schaffst du es in Chemnitz bis ganz nach oben!

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Chemnitzer Einkauf.

Unser neues und liebstes Kneipenspiel ist das Erraten der unbekannten Adresse eines Gegenübers anhand der Fußminuten zu ALDI, NETTO und EDEKA. Bernsdorfer machen uns dabei bisweilen durch ihre naive Unkenntnis der Tatsache, dass es zwei NETTO in ihrem Stadtteil gibt, die größten Schwierigkeiten, während Kaßbürger durch ihre starke EDEKA-REWE-Polarität schnell zu erraten sind.  „5,5,10“, das ist leicht als Bodelschwinghstraße identifiziert. „15,1,1“, das muss die Wartburgstraße sein, während „14,1,1“ die Dittesstraße ist. Doch nicht nur der Wohnort eines Chemnitzers lässt sich mithilfe der Supermärkte aufschlüsseln, nein, der gesamte Charakter wird dem Kenner offenbar. Bereits die Betonung der stets in zwei Handklatschern sauber als zweisilbig zu klassifizierenden Ladennamen lässt uns die Zu- oder Abneigung erkennen, die unser zu analysierendes Opfer für den genannten Supermarkt in sich trägt – und auf sein Wertesystem schließen. Beginnen wir dazu unsere Reise sanft auf der hinteren Limbacher Straße, einer Zwischenwelt aus Kaßbergidyll und Tscheljabinsk. Wenn wir die Stadt auf diesem Weg betreten, staunen wir immer wieder über die Vielfalt an scheinbar willkürlich platzierten Märkten.

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Die Post der Moderne: Was zuletzt in Texas geschah.

Dresden, wir haben ein Problem: Sucksen, das Bundesland, in das wir ungefragt hineingeboren wurden, hat sich wieder mal selbst in seiner eigenen Widerwärtigkeit übertroffen, und es damit sogar bis in den Guardian geschafft, wo unser liebster Lügenpresselokalmatador, also die Freie Presse, erwähnt wird, was uns eigentlich echt freuen würde, wenn der Anlass nicht so traurig wäre. Die Briten, von denen Reisezeugenberichten zufolge einige immer noch glauben, dass dieser Hitler gar nicht so übel war, wird’s freuen. German Nazi-awkwardness at it’s best. Prinz Harry kramt schon mal die alte SS-Uniform aus seiner Kostümkiste, beschulterpolsterflügelt von der neuen Erkenntnis, dass SS vielleicht ja auch für Sachsen-Staffel steht und die neuen Bürgerwehren meint, die nachts wutentbrannt ihre Kreise in Käffern ziehen, in die eh keiner freiwillig kommt, nicht mal bedürftige Beschaffungskriminelle oder sonstige vagabundierende Banden. Oder SS steht für Sachsen-Sheriffs, denn Bürgerwehren sind hier eigentlich ziemlich überflüssig, schließlich haben wir unsere (Chemnitzer) Polizei, die zuverlässiger denn je für Rechts und Ordnung sorgt, in dem sie Nazis schützt und Flüchtlingskinder zum weinen bringt, das dann auch noch richtig findet und deshalb jetzt  gegen Insassen des Busses ermittelt. Zum Beispiel gegen einen zehnjährigen Jungen, der dem Mob den verdienten Mittelfinger zeigte – und damit angeblich der wahre Übeltäter ist. Man hat gar nicht so viele Hände, wie man besorgten Bürgern und Behörden da Stinkefinger zeigen möchte.

Doch Sachsen hat mehr zu bieten als nur Menschen-Hass und menschliche Hässlichkeit.

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