Re:spex – Unsere Lieblingsmusik 2014. Plus: Freikarten zu gewinnen.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu: Es verabschiedet sich mit einem tosenden Sturm, der die letzten Blätter vor dem Fenster aufwirbelt, während in der heimeligen Stube brandfeste LED-Kerzen romantisch am künstlichen Tannenbaum flackern, Frank Sinatra beschwingte Songs singt, man melancholisch am Apfelpunsch nippt und die Marzipan-Schicht vom Dominostein leckt. Und plötzlich weiß man: Die große Best-Of-Listen-Zeit ist gekommen. Endlich!
Denn als echter Popkultur-Nerd liebt man Listen. Sie geben die notwendige Orientierung in dem wirren Weltenchaos, das man als ständiger Gratwandler zwischen Genie und Wahnsinn tagtäglich durchlebt. Solche wegweisenden Listen kann man für ungefähr alles anfertigen, sie lassen sich in Zeiten diffuser Aufmerksamkeitspannen dem zappeligen User mund-und hirngerecht servieren und sind zudem wunderbar objektiv und aussagekräftig, auch wenn sie dank diverser Ranking-Shows durch den manipulativen Dreck der Unglaubwürdigkeit gezogen wurden – was wir natürlich gar nicht gut heißen.

IMG_6137Doch auch wir wollen an dieser Stelle auflisten, was wir, abgesehen von Mutti, in diesem Jahr inbrünstig liebten.
… zum Beispiel:

Die sechs besten dm-Hauls auf YouTube:
6. Barbielovelipsticks
5. Mary M.
4. D-Fashion
3. Vorstadtcinderella
2. Sami Slimani
1. Adi Hitler

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Unser Album des Monats: Thom Yorke – Tomorrow´s Modern Boxes

„Die größte Hit-Vielfalt“ und „Spaß nonstop“ verspricht es einem. Hier läuft das Beste, das Tollste und natürlich das Neuste. Keiner entkommt ihm, es ist allgegenwärtig und angeblich niemand kann es leiden: Das zeitgenössische Mainstream-Radio.

Doch ist Mainstream-Radio wirklich per se schlecht?

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Abgefakt: Re:marx – Party, Pop und Poesie.

Re:marx. Ein Name wie ein Verbrechen. Ein Name, der Industrie- mit Popkultur und kreativlose Arbeiterklasse mit arbeitsloser Kreativklasse vereint und der mit dem hippen Doppelpunkt zudem noch für grafische Raffinesse im steinernen Wortwitzwald der Chemnitzer Kulturszene sorgt. Party, Pop und Poesie: Ein Slogan, der das Gehör so zart umschmeichelt wie ausgelassene Butter ein saftiges Schnitzel. Nur inhaltlich scheint Re:marx derzeit passiver als die brasilianischen Abwehrreihen und ideenloser als Özil beim Passspiel. Das einzige was hier noch errichtet wird, ist eine Mauer der Ignoranz. Zeit, dieser bloggenden Selbstherrlichkeit eines unserer gefürchteten „abgefakts“ zu widmen.

Das war:
Gegründet:
wurde Re:marx vor dreihundert digitalen Jahren, nämlich 2011. Eine wilde, eine unbeschwerte Zeit, in der man noch Statusmeldungen und rote Herzen bei Facebook postete und dabei Witch House hörte. Aus Witch House wurde Future R’n’B und wofür genau Facebook eigentlich noch gut ist, weiß mittlerweile keiner mehr. Heute erzählt man sich die Legende, Re:marx sei ursprünglich als mediale Plattform für die sagenumwobene Beta-Bar gedacht gewesen. Der Hauch einer absurden Idee, zum Leben erweckt von einer handvoll irrer Musikredakteure des ausblutenden Radio UNiCC – eine sektenartig eingeschworene Gemeinschaft, fest vereint im Glaube, Jeffer sei der beste Song aller Zeiten.

Was bisher geschah: Nach Jahren mickriger Klickzahlen und monatlichen, als Redaktionstreffen getarnten, Besäufnissen zwischen ausbleibender Resonanz und sich anschleichender Resignation, blühte der Blog im vergangenen Jahr plötzlich auf und statt räudigem Sterni gab es bei den Treffen nur noch edlen Pfeffi. Re:marx avancierte zum letzten große Mythos des Chemnitzer Nachtlebens. Gerüchte wurden laut über einen Schatten im Osten, ein namenloses Grauen ging um, ein gnadenloses Gebashe: Herzlos und kaltblütig, feige gehüllt in den duckmäuserischen Deckmantel der Anonymität. Clubs schlossen reihenweise, nachdem Re:marx sie gecheckt hatte, Weltansichten gerieten ins Wanken, Lichtgestalten wie Rico Ranunkel erschienen auf der Bildfläche, andere verschwanden. Renommierte Chemnitzer Leitmedien wie das 371 sprachen bereits vom „wichtigsten popkulturellen Medium der Stadt“. Formate wie „Zehn/Kurze Fragen“, „Hit The Klo, Check“ und „Po:esie“ verhießen Sex, Drugs und Rock’n’Roll. Plötzlich wollte sich Prominenz gemeinsam mit Re:marx besaufen, plötzlich hatte Re:marx über sechshundert Likes bei Facebook, plötzlich glaubte man wieder an eine Chemnitzer Zukunft. Doch dann kam der Sommer.

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And the MS BEAT goes on: 2084 – Wir betreten #Neuland.

Vor vielleicht in etwa ungefähr genau einem Jahr schauten wir – ein ängstliches Kollektiv überflüssigerweise auch noch bloggender Großstadt-Neurotiker – gemeinsam mit unserer beherzten Leserschaft mit bangen Blicken dem Ende entgegen. Denn die Katastrophen-Experten vom MS BEAT-Festival hatten mit Hilfe ihrer Glaskugel berechnet, dass Ende Juli die Apokalypse ca. fünf Monate früher als eigentlich erwartet eingetreten sein und der Zeitpunkt des wahren Weltuntergangs zufälligerweise mit dem des Festivals korreliert haben wird.
Mit dieser düsteren, doch wissenschaftlich sehr fundierten Vorahnung sollten sie Recht behalten haben werden sein  (ab jetzt schreiben wir nur noch im falschen Futur II) und so ging die Welt ein infernalisches Festival-Wochenende lang so richtig unter, wie uns diese schaurigen Amateur-Aufzeichnungen beweisen.

Doch wo zwei Enden sind, da ist auch eine Wurst. Und ein Anfang. Und eine neue Zeitrechnung. Was dem Rest der mutierten Menschheit erschien wie ungefähr in etwa vielleicht fast ein Jahr, waren gemäß der neuen, von den Futur-Experten des MS BEAT Festivals höchst wissenschaftlich ermittelten Zeitrechnung jedoch genau 72 Jahre – 72 ziemlich kurze Jahre, die alle verbliebenen Lebensformen (die Zombie-Experten des MS BEAT-Festivals nennen sie auch „Hipster“ (Vgl. Veranstaltungstext, Facebook, 2013))  sowie die Welt, auf der ebendiese trendgeil wandeln, zur Regenerierung gebraucht haben (werden wird).
Jetzt also, im Jahre 2084, nach gefühlten Ewigkeiten des totalen Nichts, erblüht diese einst versunkene Welt wieder zu neuem Leben. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber Anarchie is‘ trotzdem nich: Da auch der leicht mutierte Mensch ohne System und Strukturen nicht sein kann, wird am 26. und 27. Juli am Staussee Oberrabenstein der erste staatliche Staat des Jahres 2084 gegründet. Ein Inselstaat mit Flugplatz und Festlandanbindung, ja es soll sogar Musik, Kunst und Wetter geben.

Aufgrund unseres ausgeprägten Neurotizismus wurde uns die Ehre zuteil, das dortige Ministerium für InseL-und Festlandsicherheit, kurz M.I.L.F., zu übernehmen, um Sicherheit für alle Bürgerinnen und Burger zu gewährleisten. Schließlich ist das MS BEAT für uns alle ähm… #Neuland. Aber der Staat, das sind immer noch wir. Und genau deshalb werden wir zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit am Wochenende ganz skandalfrei für fürsorgliche Video-Überwachung und qualitative Abhörung sorgen – und eigens eine öffentliche Denunziations-Stelle für alle einrichten.

In dem Sinne: wir werden euch gesehen haben!

Unser Album des Monats (September): Efterklang – Piramida

Es wird sich wohl niemals in der Geschichte der Menschheit ändern, dass während der Sommerzeit lediglich Alben herausgebracht werden, deren Halbwertszeit nach etwa drei Songs bei null liegt, und sie somit besser unerwähnt bleiben sollten. Ein Blick aus dem Fenster verrät jedoch, dass sich die Zeit der knappen Kleidung langsam dem Ende neigt. Doch selbst wenn man kein Fenster besitzt – auch anhand der Plattenveröffentlichungen wird klar: Es geht wieder los! Ob nun die ewigen Leisetreter mit den zwei „xx“-en, die neue „Future“-R&B-Hoffnung How To Dress Well, oder der Mann mit den 48 Gesichtern Bob Dylan: Es wird wieder richtige Musik auf den Markt geworfen. Doch bei uns hat sich im letzten Monat ein dänisches Künstlerkollektiv in den Ohren eingenistet, das wieder einmal zeigt, wie Beständigkeit und Qualität in einem Satz passen können.

Ein Album, 140 Zeichen (0912)

Efterklang – Piramida Weiterlesen

Apocalypse, now!

MS BEAT FESTIVAL 2012 +++ erste Stimmen wurden laut +++ Exklusiv bei re:marx Freikarten gewinnen +++ heiße Polen-Mädchen +++ grobe Bratwurst+++
Endlich: Ende in Sicht! Einst von den Maya in ziemlich weiser, unglaublich weiter und wissenschaftlich total fundierter Voraussicht prophezeit, droht am 21.12.2012 nun die Deadline des Daseins auf unserem wunderbaren Planet Erde. Alle Zeichen stehen dabei schon längst auf Untergang, die Uhr schlägt fünf vor Zwölf – und jeder hat ein dickes, rentables Stück vom letzten Kuchen. Die Maya hatten ihren Kalender, die apokalyptischen Reiter ihre Gäule, die Europäische Union hat den Euro, manche haben Atombomben, andere haben Terroristen, der Himmel hat das Ozon-Loch und Pro7 den Disaster-Day…
Und Chemnitz??

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Unser Album des Monats Juni: Alt-J (∆) – An Awesome Wave.

Achtung: unser Liebling im Juni trägt ein Hype-verheißendes ∆ im Namen. Doch Delta führt uns in die Irre, denn Alt-J klingt erstaunlich Hype-resistent und Hipster-frei. Kein neues Subgenre, kein lofi-witch-ambient-soul-autotune-house, sondern eine lupenreine, schöne Pop-Perle. Undbedingte Hörempfehlung.

Ein Album, 140 Zeichen (0612)

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Lights & Music: ein Konzertabend mit den Me Succeeds im Lokomov.

Auf die Form kommt es an. Und die ist im besten Falle rund. Das Runde: ein weicher Kontrast zum rauen, kantigen Industrie-“Chic“ der Stadt. Die Rede ist von Lampen: Beleuchtungs-Konstruktionen im sozialistischem Design bringen hier (Chemnitz) vielerorts sehr oft sehr viel Licht ins Dunkel-Grau.
Wer einst gern unter den leuchtenden Monden des Pracht-Brühls wandelte, findet nun vielleicht Trost irgendwo zwischen Sonnenberg, Lutherviertel und Gablenz. Denn in der Augustusburger Straße, Nr. 102, gibt es ziemlich schöne, ziemlich ostalgische Lampen in einer Indoor-Variante zu bestaunen.


Lokomov nennt sich der „Klubraum“: ein lichtdurchfluteter Raum im überaus charmanten urban-retro Style, wie man im fernen Hipsterhausen (Berlin) vielleicht sagen würde.

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Unser Album des Monats (Mai): Poliça – Give You The Ghost.

Was (Jon) Bon Eiwer empfiehlt, kann nur unser Album des Monats werden!
Deshalb Vorhang auf für: Poliça!

P.S.: Kanye steht auch drauf. Eigentlich egal, aber wir wissen ja alle: ohne richtiges Name-Dropping geht gar nichts mehr dieser Tage.

Ein Album, 140 Zeichen (0512)

Poliça – Give You The Ghost.

Interview mit Ghost of Tom Joad.

„Ghost of Tom Joad“ sind Christoph, Jens und Henrik aus Münster. Ihr neues Album „Black Musik“ ist seit März  diesen Jahres auf dem Markt und ist somit ihr drittes Album. Wir trafen die drei Musiker letzte Woche in Chemnitz und dabei heraus kam dieses wunderschöne Video: