Die ultimativen re:marx-Geschenke-Tipps für Weihnachten, Teil eins: Die besten Gesellschaftsspiele für alle, die Gesellschaft hassen.

Was schenkt man einem eingefleischten Chemnitz-Fan zu Weihnachten? Etwas aus dem Lulatsch-Fanshop natürlich. Oder eine Dauerkarte für die Heimspiele des CFC. Einen Vier-Fahrten-Schein für den Nachbus. Ein re:marx-Jahres-Abo. „Parkhäuser einer Stadt“, den neuen Bildband im Chemnitzer Verlag. Eine DVD mit Aufnahmen von Chemnitz in den Siebzigerjahren. Oder – ganz klar – eines der „22 besten Bücher über Chemnitz, die man gelesen haben muss“. Nun ist Lesen eher eine einsame Sache, mögen alle Lesezirkel und Booktube-Accounts noch so heimelig gesellig wirken – am Ende bleibt der Leser allein. Aber „No man is an schlossteich-island“ dichtete mal irgendein einsamer und vielleicht auch betrunkener englischer Poet, und genau deshalb beschäftigen wir uns heute mit etwas, das passioniert isolierte Leser vermutlich hassen wie Game-Of-Thrones-Junkies Spoiler: Gesellschaftsspiele. Zwangsbelustigung in einer pfirschfröhlichen „Spiele-Abend“-Runde inklusive hysterisch kichernder Maschinenbau-Studentinnen. Überhaupt: Spieleabende. Menschen, die sich in Mensen treffen, um dort gemeinsam zu ..würfeln? Klar, immer noch besser, als Menschen, die sich in Bierzelten treffen, um danach gemeinsam zu würgen, aber für generelle Gesellschaftsfeinde wie uns dennoch ein Rätsel, so ungelöst wie der letzte Fall von Galileo Mystery.  Trotzdem: Warum zum Fest des plötzlich wieder gefundenen Gemeinsinns nicht mal etwas verschenken, das man auch zu dritt oder zehnt machen kann? Ein klassisches Brettspiel, spannender Würfel-Spaß, ein antikes Karten-Set. Mit freundlicher Unterstützung von Photoshop-Phillip haben wir eine kleine Auswahl der besten Chemnitzer Gesellschaftsspiele für alle, die keine Gesellschaft mögen, zusammengestellt.

P.S: Falls wir dieses Jahr keine Zeit mehr dafür haben, haben wir in den Links der Spielebeschreibungen einfach mal ein kleines Jahres-Best-Of-versteckt.

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abgefakt: Zeitgeist 2014. Teil II (Juli bis Dezember)

Juli:
Eintrag vom 02. Juli 2014
Liebes Tagebuch,
„Heute ist wieder einer dieser Tage. An dem eine unendliche Leere die Seele umschlingt wie Lianen die Bäume im Dschungel. Denn heute ist fußballfrei. […] kein Tor in der Nachspielzeit der Nachspielzeit, kein Wet-Look-Jogi im Regen von Recife, keine Kathrin Müller-Hohenstein, die mit Poldi am Pool sitzt und mit den Füßen leise Muster ins Wasser malt. Und so droht man in ein bodenloses Loch zu fallen, ein Loch, größer als das Conti-Loch, ein Loch, größer als das größte Sommerloch jemals sein kann.“


Was sonst noch geschah:

Der Aufreger des Monats:
Diese „bloggende Selbstherrlichkeit“, diese „Bastion der Arroganz“, dieser „lose Verband wahnsinniger Geisteswissenschaftler“ (Zitat re:marx über re:marx) ging uns so richtig auf die Eier. Zeit für ein abgefakt! Die Chemnitzer Community dankte es uns inständig – scheinbar haben wir damit vielen Lesern aus der Seele geschrieben.

IMG_6249Was außer sonst noch sonst noch geschah:

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re:marx bastelt: Schwibbogen Modell „Tausendundeine (Weih)Nacht“

Unser geliebtes Erzgebirge: Heimliche Hipsterwiege und heimelige Traditions-Trutzburg im Süden Sachsens. Hier wird Volkskunst noch geschätzt, werden Werte noch groß geschrieben und Bräuche liebevoll gepflegt, hier gab es Weihnachten schon, bevor der große Coca-Cola-Truck den ahnungslosen Rest der Welt damit missionierte. Jeder eingefleischte Erzgebirgs-Experte weiß: Am allerschönsten ist es hier in der Adventszeit. Wenn die eifrigen Bergmänner durch festlich geschmückte Straßen marschieren. Wenn die kleinen Dörfer und Crystal-Küchen unter der zuckerweißen Schneedecke glitzern. Wenn Weihnachtspyramiden brennen und der Räucherma hustet, wenn es auf den Märkten verführerisch nach Stollen duftet, nach gebrannten Mandeln und nach ausgekotztem Glühwein. Dann, ja dann, wird endlich auch wieder gelichtelt im Erzgebirge.

schwibbsbogen

Bilder aus vergangenen Tagen, Weihnachten, wie es früher war: der klassische selbstgesägte erzgebirgische Schwibbogen.

Dieses Jahr jedoch schien die Sehnsucht nach der erzgebirgischen Gemütlichkeit besonders groß. So groß, dass man in Schneeberg im November – ohne lange zu fackeln – sozusagen schon mal auf Verdacht vorlichtelte.
So kam es, dass die Autorin aus Recherche-Gründen in die Facebook-Gruppe „Schneeberg wehrt sich“ klickte, um sich (unter der Gefahr einer möglichen späteren NPD-Werbung am rechten Facebook-Werbe-Rand) davon zu überzeugen, wie abgrundtief blöd der Mensch eigentlich sein kann, wenn ihn der Sozialneid innerlich zerfrisst und eine rechtsextremistische Partei dessen Ängste erst ein bisschen schürt und anschließend, in Kombination mit wertbehafteten Bräuchen, stark instrumentalisiert. Unter den unzähligen kotzhohlen Kommentaren befand sich auch der einer besonders besorgten Bürgerin. So könne das mit Schneeberg unmöglich weitergehen, schrieb sie. Was solle denn dann bloß aus unserem schönen Weihnachten werden? Unsere geliebten Weihnachtsmärkte und die Schwibbögen und überhaupt, das alles werde es bald nicht mehr geben, alarmierte sie ihre ebenfalls besorgten Mitleser.

Weil heute Nikolaus, und weil wenigstens Weihnachten das Fest der Liebe und der friedlichen Koexistenz ist, sagen wir es mit Siegmar (höhö) Gabriel: Das ist natürlich Quatsch und mindestens absoluter Blödsinn. Schwibbögen sind schließlich für alle da, Glühwein scheint interkulturell konsensfähig und die drei Weisen aus dem Morgenland waren keine „Asylbetrüger“, sondern ein wichtiger Teil der hier doch so frenetisch gefeierten Weihnachtsgeschichte.
Unser Vorschlag für eine friedliche Vorweihnacht im Erzgebirge: Das integrative Schwibbogen-Modell „Tausendundeine (Weih)Nacht“ zum Selbersägen (Achtung: nur für Fortgeschrittene) – für ein weltoffenes Lichteln im abendländischen Advent.

schwibsbogen

The re:marx Diaries Vol. IV – I am so artsy. 17./18.12.2011

Fuck Art Let’s Dance. Oder Fuck Dance, Let’s Art? Ein artsy-Party Wochenende in Wort und Bild.

Sa. 17.12.

14:00, Chemnitz – Mitte
Chemnitz, kurz vor Weihnachten. Das humane Fassungsvermögen der Stadt und die Finanzlage der Welt kurz vorm Kollaps. Konsumieren geht aber immer. Glühwein auch. Bin eigentlich voll gegen Mainstream und so. Gehe aber trotzdem auf den Weihnachtsmarkt und esse experimentellen Crêpe mit Roter Grütze. Geht natürlich daneben. Egal, hauptsache die Coverband auf der Bühne ist geil.

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