Die Post der Moderne: Was im Januar und Februar in Chemnitz geschah

Als wir uns für den Zweimonatsrückblick nochmal reizüberflutet durch die letzten Meldungen geklickt haben, ist uns aufgefallen, dass es in den vergangenen Wochen abseits der Kulturhauptstadtbewerbung eigentlich nur drei andere große Themen gab: Sonne, Grippe und Nazis. Wobei sich die beiden letzteren ziemlich ähnlich sind: Viraler Rotz, der gefährlich ansteckend ist und in jeder Hinsicht krank macht. Die Kulturhauptstadtbewerbung wiederum ist mit ihren Lenkungsgruppen, Programmräten, Beratern und Kulturbotschaftern so bürokratisch verwirrend, dass sie ein eigenes „abgefakt“ verdient hat. Die Sonne hingegen scheint. Der einzige zuverlässige Hoffnungsschimmer für die Stadt zu sein, denn kaum liegt die erste zarte Ahnung von Frühling in der Luft, eiskaliert ganz Chemnitz auf einem Niveau wie man es sonst nur aus dem mediterranen Süden kennt. Plötzlich tut die halbe Stadt so, als gäbe es sie im Winter gar nicht, bildet Schlangen vor Eiscafés wie die Leute in DDR-Witzen, lächelt manchmal sogar, sitzt selig in der Sonne und trinkt Aperol und sieht dabei kurz, ganz kurz nur, ein bisschen italienisch aus. Überall sind dann Menschen, wirklich überall, sogar auf dem Brühl, und man muss sich erstmal zurechtfinden mit so viel seltener Chemnitzer Lebensfreude. Wenn man sich erstmal aklimatisiert und vorm Café feierlich angesessen hat, kann man sich zurücklehnen undl in Ruhe die Post der Moderne lesen.

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Mikroprojekte für Chemnitz2025 II: Ich bin ein Star, holt mich wieder heim

Die Chemnitzer Kulturhauptstadt-Bewerbung wirft einige Fragen auf. Zum Beispiel, warum das Motto „AUFbrüche“ heißt, wenn doch so viele ihre Zelte hier ständig ABbrechen und wer da eigentlich auf der Caplock-Taste mAUSgerutscht ist. Oder ob sich später irgendjemand die zufallsgenerierten Slogans „Opening Minds“ und „Creating Spaces“ auf die Wade neben das CFC-Wappen tätowieren lassen wird.
Chemnitz wirkt wie ein tief verunsicherter Teenie zwischen Selbstsuche und Selbstbefriedigung, dem es nicht gelingt, sich von den spießigen Anderen abzugrenzen, aber auch nicht, sich einer coolen Subkultur-Szene anzuschließen und eine respektierte Underground-Größe zu werden. Frage: Was braucht ein taumelnder Teenie in der schwierigen Phase der Identitätsfindung? Genau: Vorbilder, Idole, Bravo-Starschnitte an der Wand. Da sieht es nicht so gut aus in Chemnitz, da gibt es quasi nur den Lulatsch, aber der ist vielen Chemnitzern  zu tolerant, und Kraftklub, aber die sind vielen Chemnitzern zu linksradikal. Nein, der gemeine Chemnitzer will endlich mal ungehemmt lokalstolz sein, will jemanden, der ihn im MDR-Riverboot repräsentiert und in der Carmen-Nebel-Show, will jemanden, den er am Marktplatz mit Deutschland-Fahnen empfangen kann, der einmal wöchentlich im Roten Turm Autogramme schreibt. Anschlussfrage:  Was haben Michael Ballack, Matthias Schweighöfer, Katarina Witt und Alexander Gauland gemeinsam? Genau: Sie leben alle nicht mehr in Chemnitz. Und die ganze Stadt trauert zumindest den ersten drei, vielleicht auch letzterem, nach wie ein Kleinkind dem verlorenen Lieblingskuscheltier. Das wollen wir ändern und beantragen hiermit 2.500 Euro Mikroprojekt-Gelder für die erfolgreiche Rückführung von ehemaligen Chemnitz-Legenden. Damit die gesamte Stadt auch mal eine Identifikationsfigur abseits des Sprechenden Nischels hat, damit Chemnitz endlich Kulturhauptstadt wird. Folgend ist aufgeführt, wie die vier deutschen Megastars die Stadt und ihre Bewerbung um die europäische Städtekönigin 2025 bereichern könnten.

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All I Want for Christmas is… aus dem Chemnitzer Souvenirshop. Die besten Geschenktipps für Chemnitzfans.

Vergesst selbstgeklebte Fotokalender, selbstgebackene Hanf-Kekse, selbstgesungene Lieder, selbstgelötete Lulatsche oder selbstgestrickte Sockensets – die besten Weihnachtsgeschenke kommen aus den Chemnitzer Souvenirshops. Egal ob für den grantigen AfD-Onkel, den Guido-Knopp affinen Großvater oder für die beste Insta-Freundin, hier ist für alle was dabei. Unser Geschenke-Guide für Kurzfristige und Chemnitzfans.

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Die Post der Moderne: Was im November in Chemnitz geschah.

Es wird kalt in Deutschland. Es wird gemütlich in Chemnitz. Es wird Weihnachten auf der Welt, und alle schlimmen Dinge pausieren im Sinne des scheinheiligen Weihnachtsfriedens. Selbst Pro Chemnitz geht in die Winterpause, die hoffentlich bis zum nächsten Asteroiden-Einschlag dauert. Weil bei den harten Temperaturen die Reichsfahnen einfrieren und natürlich aus Rücksicht vor dem Weihnachtsmarkt und seinen glühweinseligen Besuchern sowie dem Weihnachtsgeschäft, wolle man erstmal pausieren, erklärte Kohlmann. Das finden wir wirklich großzügig. Konsumtradition und traditionelle Trunkenheit müssen schließlich beschützt werden, mehr noch als demokratische Grundwerte und dieses vollkommen überbewertete gesellschaftliche Miteinander, von dem  immer alle reden. Und während sich ganz Twitter gerade wegen „Soko Chemnitz“ an der Zenti für politische Schönheit prügelt, wird es Zeit für unseren meditativen Monatsrückblick: Die Post der Moderne für November.

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I Bless the Rains Down in Africa – Spaziergang im Chemnitzer Tierpark

Wir wollten einen tristen Ausflug machen. In Chemnitz. Im Herbst, unter grauem Himmel, im feinen Nieselregen vielleicht. Aber dann war Wetter zu schön, der Himmel zu blau, die Sonne zu strahlend — wie immer in den letzten sechs Monaten. 2018, ein einziger ewiger Sommer, der selbst in einer Stadt wie Chemnitz mittelschwere Paradiesdepressionen ausgelöst hat. Ein Sommer, so gnadenlos schön, so furchtbar lang, dass man sich mit Regengenerator auf voller Lautstärke in abgedunkelten Räumen verschanzen und zum Netflix gucken in den Keller gehen musste, um gegen das schlechte Schöne-Wettergewissen anzukämpfen.
Was kann man also tun, wenn sich die mittlerweile weltberühmte Chemnitzer Tristesse, wegen der man die Stadt so verzweifelt liebt, aber auch so verdammt oft verflucht, einfach nicht einstellen will, nicht mal dann, wenn die Nazis mit ihren tätowierten Mondgesichtern die Sonne verfinstern?
Wir empfehlen einen ausgiebigen Spaziergang im Chemnitzer Tierpark. 

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Nie wieder Selfiestick: Der große Überwachungskamera-Check

Chemnitz, wir müssen über Chemnitzer Gefühle reden. Während andere Städte vom Völlegefühl völlig übersättigt vor Bars und Kneipen hängen, ist Chemnitz eher so der Schnaps-Exzess auf nüchternen Magen: Eine Mischung aus melancholischem Leere- und postmodernem Freiheitsgefühl. Nachts mitten auf der Straße nachhause zu laufen und dabei nicht überfahren zu werden, weil überhaupt niemand da ist, der einen überfahren könnte, das ist so ein typisches Chemnitz-Gefühl. Sich bei einem Konzert nicht aus dem schüchternen Halbkreis heraus vor die Bühne zu trauen, auch. Dann gibt es noch die soziopathische Angst, vor Emmas Onkel vorbeizulaufen und Leute grüßen zu müssen. Das traurige Geltungsbedürfnis der Chemnitz-Krankheit. Das euphorische „Fast-wie-eine-richtige-Stadt“-Gefühl und das warmherzige Gefühl der Familien-Zusammenführung, wenn man irgendwo hinkommt, und alle die man kennt, sind auch schon da. Und dann wäre da noch das Sicherheitsgefühl Komma subjektiv. Warum das Sicherheitsgefühl neuerdings immer mit dem Zusatz subjektiv versehen wird, ist uns ehrlich gesagt vollkommen unklar, denn Gefühle können ja von Natur aus gar nicht objektiv sein. Mit dem Sicherheitsgefühl Komma subjektiv ist es jedenfalls kompliziert, denn wie alle Gefühle ist es vollkommen fakten– und vernunftresistent, quasi postfaktisch. Es ist immer nur dann da, wenn es nicht da ist, bezieht sich seltsamerweise ausschließlich auf deutsche Städte, nicht aber auf die deutsche Autobahn, ist das wütend lamentierte Lieblingsargument bei Bürgersprechstunden, vielleicht ist es auch nur als Angst getarnte Fremdenfeindlichkeit. Denn gefühlt betrifft es vor allem beigejackige Jammerossis zwischen 50 und 70, die abends ohnehin nie rausgehen, weil sie lieber die hundertste Tatort-Wiederholung auf ihrem 2478 Zoll Flatscreen gucken, und sich ihr Sicherheitsgefühl aus den Tag24-Schlagzeilen konstruieren.
Das Sicherheitsgefühl ist kein alleiniges Chemnitz-Problem, sondern allgemein das fragilste aller deutschen Gefühle, schlimmer noch, als die Angst davor, auch bei der nächsten Fußball-WM wieder in der Vorrunde auszuscheiden. Deshalb hat die Stadt Chemnitz dem kleinen Sensibelchen jetzt gleich mehrere videofähige Babyphones neben das Bett gestellt: 31 schicke neue Überwachungskameras vom Typ Panomera S4 und S8, im Mai vom Stadtrat beschlossen, im Sommer installiert, seit heute in Betrieb. Echte Herbst-Babys also, wobei Herbst auch wieder nur so ein Gefühl ist, genauso wie das Gefühl, von Big Babalu beobachtet zu werden. Die Kameras, ob sinnvoll oder nicht, sind jetzt jedenfalls da, und wir müssen das Beste daraus machen, wie ein Sportverein in der Krise twittern würde. Und was ist das Beste, das man mit einer Kamera machen kann? Genau: Selfies! Unser Guide zum Beobachten und Beobachten lassen in Chemnitz Mitte. 

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Es gibt ein richtiges Chemnitz im Falschen.

Seit sieben Jahren schreiben wir über Chemnitz, und im Prinzip immer wieder dasselbe: Über Lärmbeschwerden, Leeregefühle und Lulatschfarben. Über schlechte Zugverbindungen, die Betonsünden von Kellnberger, die chronischen Midlife-Krisen der Stadt und die seltsamen Ideen der Stadtverwaltung. Immer wieder sind auch Nazis und Rechtspopulisten Thema, mal mehr, mal weniger mehr, meistens jedoch nur in den Nebensätzen, irgendwo erwähnt am rechten Rand.
Jetzt sind die Rechten in die Hauptsätze marschiert, in die Schlagzeilen, auf die Titelbilder. Sie sind Innenminister, sie sind Verfassungsschutzpräsident, in den Kommentarspalten sind sie sowieso schon die ganze Zeit. Mit ihnen in den Fokus gerückt ist Chemnitz: Die Stadt, in der man sich über fehlende Parkplätze mehr aufregt als über grölende Nazis, in der es eher unwahrscheinlich ist, dass man nachts überhaupt noch andere Menschen auf der Straße trifft. Die alte Arbeiterstadt, die eigentlich nur ihre Ruhe haben will — und das ist vielleicht ihr größtes Problem.

Noch nie haben wir mehr über diese Stadt gelernt als in den letzten zwei Wochen. Gleichzeitig war es noch nie schwerer, über die Stadt zu schreiben, als in diesen letzten zwei Wochen. Weil wir aber nicht zur Normalsatire übergehen können, als wäre nichts passiert (dafür gibt’s ja außerdem schon die CDU Sachsen), müssen wir es doch tun. 

Was andere denken, wie Chemnitz ist.

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Sonnenberg vs. Kaßberg: Das Duell der Hoods im Faktencheck.

Ausgerechnet vorm Nischel und ausgerechnet an diesem sonderbar hitleresquen Datum (18/08/18), schwenken am Samstag ein paar braunverbrannte Trottel mal wieder eifrig ihre Reichsfahnen und demonstrieren dafür, endlich ungehemmt „deutsch und stolz“ sein zu dürfen. Die wirklich wichtige Frage aber wird nebenan im Stadthallenpark geklärt: Sonnenberg und Kaßberg kämpfen gemeinsam gegeneinander in einer historischen Wasserschlacht um die Chemnitzer Vorherrschaft und zeigen den Nazis, wo und wie sich eine Spaltung der Gesellschaft wirklich lohnt. Sojalatte gegen Sterniflasche, Großbourgeoisie gegen Arbeitermentaliät, Onkel gegen Loko, Bonzenedeka gegen Assinetto, Firstworldprobleme gegen Problemviertel, kurz: Kaßberg gegen Sonnenberg. Ihr wisst nicht, auf welcher Seite ihr dabei stehen sollt? Wir haben beide Stadtteile für euch auf essentielle Chemnitz-Kriterien wie „Ringbushaltestellen“, „Inszenierungspotenzial“ und „Kriminalitätsrate, gefühlt“ faktengecheckt. 
Eingang: Auf den Sonnenberg geht man viral durch einen dunklen Fußgängertunnel, der im Volksmund liebevoll Bazillenröhre genannt wird, weil man sich dadrin so schnell anstecken kann mit Chemnitz und mit Kriminalität. Die Bazillenröhre wäre in jedem finsteren deutschen Krimi ein zentraler Schauplatz: Für Verbrechen, für Verfolgungsjagden mit Nick Tschiller, für Drogendelikte oder für quälend lange Angstszenen. In Chemnitz ist sie wahlweise eine No-Go-Area für chronisch besorgte Tag24-Leser, eine Pilgerstätte für Kraftklubfans oder ein  potenzieller U-Bahn-Schacht für alle 2025-Visionäre. 
Auf den Kaßberg gelangt man nur über die Kaßbergauffahrt — wie bei einem alten Adelssitz. Weil die Kaßbergauffahrt derzeit aber restauriert wird, kommt man weder auf den Kaßberg rauf, noch vom Kaßberg runter, weshalb der urbane Adel quasi im goldenen Käfig festsitzt. Die Kaßbergauffahrt ist deshalb aber nicht weniger gefährlich: Wer sie mit dem Bus runterfährt, ohne sich manisch am Rollator festzuklammern, könnte auch genauso gut ohne Fallschirm Fallschirmspringen. Offizielle Alternative zur Kaßbergauffahrt ist übrigens die aaltra-Treppe — eine Art Freiluft-Bazillenröhre, nur viel viel anstrengender.
Fazit:  Die Bazillenröhre hat mehr Streetcred als jeder Citytunnel – 1:0 für den Sonnenberg.  Weiterlesen

Schöner Cornern in Carparkstadt — Chemnitzer Parkhäuser im Test.

Bei 371 Grad im Schatten kann es selbst im sozialkalten Chemnitz schon mal warm werden. Dann wird Chemnitz zum sächsischen Death Valley: Ein grauer Hitzeschleier senkt sich über die Stadt wie die Burka-Bedrohung über die Frauen von AfD-Anhängern. Der Asphalt flimmert, die Sonne knallt so unerbittlich wie der dritte Sangria-Eimer, der Beton zerfließt in der Hand, Tumbleweed-Tüten rollen durch den leeren Stadthallenpark. Die Rentner sitzen trotzdem beim Weinfest als sei es eine Donaukreuzfahrt und schunkeln sich bei Riesling und Roster zum Hitzschlag. Es gibt kein Wasser in der vorerzgebirgischen Wüste, nur Museen statt Seen, nur zwei Frenchfrybäder (man geht ja nur wegen der Pommes ins Freibad) statt Gunzenhauser und einen Tümpel in Niederwiesa, der unschuldige Schwimmer in grün glitzernde Aliens verwandelt als wäre er die Zauberkugel der Mini-Playbackshow. Es gibt nichts, wirklich nichts, was man an solchen heißen Hundstagen in Chemnitz machen kann, außer sich im nächstgelegenen Edeka vor das Kühlregal zu stellen und so tun, als bräuchte man zwei Stunden, um sich für die richtige Wurstsorte zu entscheiden.
In Chemnitz badet man deshalb in der kalten Klimaluft, die aus den unzähligen Einkaufsgalerien strömt, planscht zwischen Sale-Schildern, erfrischt sich am Wühltisch. Doch das muss nicht sein — wir haben den ultimativen Hitzetipp für heiße Tage, für kalte Tage, für alle Tage, genau: Parkhäuser. Sie sind angenehm dunkel, kühl und videoüberwacht, es riecht nach Benzin und die Luft ist viel besser als auf den Straßen. Parkhäuser gibt es in Chemnitz wie Sand am Uferstrand, mehr als Freibäder, Museen und Spätis zusammen. Wir haben alle für euch getestet, natürlich fachgemäß zu Fuß, haben am Asphalt geleckt, in Kameras gewunken, haben die Türsteher ausgetrickst, sind die Rampen runtergerollt als wären es blühende Bergwiesen. Alles für den großen Parkhaus-Test, so ausführlich und so lang wie eine Parkplatzsuche auf dem Kaßberg.

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Die Post der Moderne: Was im Juli in Chemnitz geschah.

Früher war mehr Loch: Mehr Sommerloch, mehr Conti-Loch, mehr Schlagloch. Na gut, vielleicht war früher ein bisschen weniger Arschloch, aber das sind ja angeblich immer nur gefühlte Wahrheiten. Und weil heute viel mehr Arschloch ist, also gefühlt, gibt es auch kein Sommerloch mehr. Stattdessen überall menschlich vollkommen verkorkste Debatten: Darüber, ob Özil nun ein aufrichtiger Deutscher ist oder ernsthaft auch darüber, ob man ertrinkende Menschen aus dem Meer rettenden sollte, viel zu wenig aber darüber, was eigentlich mit dieser verdammten Gesellschaft gerade nicht stimmt. Wer das alles nicht mehr erträgt, weil das alles kaum noch zu ertragen ist, der kann nach Chemnitz gucken.
In Chemnitz ist alles wie immer, denn das Einzige, das hier debattiert wird, ist die Frage, ob Chemnitz jetzt fast wie eine richtige Stadt oder doch nur ein bedeutungsloser Furz zwischen Gera und Görlitz ist. Deshalb haben wir ein neues Sommerloch für euch ausgehoben: Die Post der Moderne im Juli. 


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