Wie der Vater, so der Zoo(n): Ein Besuch im Leipziger Gondwanaland

Endlich haben wir festgestellt, was bei Facebook einschlägt wie der Haken von Vitali & Wladimir, was die Likes im Sekundentakt hageln lässt und die Meute amüsiert wie sonst nur die Flatrate-Witze von Fips Asmussen: Bilder, die irgendwas mit Drogen zu tun haben. Wieso wir da nicht schon viel früher drauf gekommen sind, weiß wohl nur Pete Doherty selbst. Fest steht jedenfalls: Abermals widersetzen wir uns dem eigentlich logischen Folge-Schachzug und berichten über etwas, das sich nicht weiter weg auf der offiziellen Berichte-Skala befinden könnte. Denn sind wir mal ehrlich: Ein weiterer Meme-Kracher hätte wahrscheinlich die Datenzentren von Facebook in die Luft gejagt. Deswegen beschäftigen wir uns mit einem Thema – wenigstens auch größtenteils in Bildform – für die frisch Verliebten, für die „MÖÖÖÖÖÖNSCHBISTDUGROßGEWORDEN“-Eltern, aber natürlich auch die Sodomisten, denn: Wir waren im Leipziger Zoo!

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„Einfach Tanzen!“ – Hercules and Love Affair am 04.03.11 in Leipzig (Conne Island)

Andrew Butler ist der Kopf von Hercules and Love Affair. Und Andrew Butler ist, naja, raus. Ziemlich raus.

Der Versuch, ihm im Interview güldene Geheimnisse seines Disco-Daseins zu entlocken beginnt mit einem eher unglamourösen Schmatzen. Andrew hat schließlich Hunger. Gänzlich unglamourös auch sein T-Shirt, auf dem das  eher angsteinflößende Logo einer Death-Metal-Kombo (der seines Bruders nämlich) prangt. Ohnehin mag Andrew Metal, wie er uns verrät. Hätte er die Wahl zwischen einem Konzertbesuch von … and you will know us by the trail of dead oder Slayer – er würde Slayer nehmen. Klar. Musikalische Extreme sind sein Ding. Disco und Deathmetal, vereint in dem löchrigen Sweater, der das Metal-Shirt umrahmt. Dieser, so philosophiert Andrew, könnte ja genau so auch von Yves Saint Lauren stammen. Stammt er aber nicht. Sondern vom Flohmarkt. Überhaupt ist das mit dem Geschmack ja so eine Sache, sagt Andrew. Schließlich ist dieser nicht angeboren, sondern konditioniert. Hat er alles in seinem Studium gelernt. Gender Studies. In New York. Worüber wir hier aber eigentlich gerade sprechen, ist Disco. Warum ist Disco so verschrien? Und ist Disco wirklich so oberflächlich? Nein, ist es nicht, sagt Andrew. Zumindest nicht das, was Hercules and Love Affair machen. Das, ja, das hat einen tieferen Sinn. Disco, als Ausdruck von Melancholie. Deshalb auch der Albumtitel „Blue Songs“. Obwohl, blau kann ja so vieles bedeuten. Himmel und Meer und so, meint Andrew. Aber eigentlich, verrät er, eigentlich heißt das Album ja nur so, weil das Wort „blue“ so häufig fällt.

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