La Vie en Rose: Montkass, le plus beau quartier du monde.

Ein Freitagabend im April. Im Hinterhof eines großen, grauen Eckhauses an der Weststraße wird Glut geschürt. Jemand hat einen halben Baum ins Feuer geworfen und die Flammen haben jetzt die Höhe eines siebenfarbigen Schornsteins – natürlich stilsischer gestaltet von einem Franzose – erreicht. Farbton: Feuerwehrrot. Irgendwo nebenan geht ein Fenster auf, die Stimmung: Beschwerdegrau. „Jetzt macht doch mal das verdammte Feuer aus. Wisst ihr wie das stinkt? Wir versuchen schon seit ’ner halben Stunde zu schlafen“, pöbelt die einsame Eingabe aus dem Nichts der Nacht. Das Fenster knallt wieder zu. Freitagabend, um elf: Die Ruhe auf dem Berg wird nur gestört vom Knistern des Feuers.
Ein Freitagabend im Mai. Im Hinterhof eines großen, grauen Eckhauses an der Weststraße wird Grillgut kredenzt. Keine profanen Bratwürste, sondern feinste, fettige Chorizo. Es gibt lauwarmes Pils aus dem Fass, „VIPils“ der Edelbiermarke Perlbacher, aus dem Lidl von der Limbacherstraße. Mit der Nacht hat sich auch die Stille über Dächer gelegt, vereinzelt ertönt schrilles Mitvierziger-Lachen. In einer Wohnung flackert blaues Strobo-Licht. Irgendwo nebenan steht ein Fenster offen: Jemand hat Sex und das ganze Karree, vielleicht auch der halbe Hügel, hört mit. Keine Beschwerden an dieser Stelle. Schließlich muss man dafür sorgen, dass der erhöhte Kinderwagenverkehr auf der Weststraße nicht zum Erliegen kommt. Schließlich wird Ramontik hier noch falsch geschrieben. Schließlich ist Chemnitz die Stadt der Liebe.

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Willkommen am Kaßberg: Dem Prenzlauerberg des Sächsischen Manchesters, das München Chemnitz‘, das Paris des Ostens. Der Kaßberg ist nicht nur Chemnitz bevölkerungsreichster Bezirk, sondern vermutlich auch der einzige Stadtteil, in dem die Geburtenrate höher ist als die Sterberate. Und außerdem ist hier, wo die Bohème wohnt: Während der Industrialisierung hat sich das Bürgertum auf dem Kaßberg angesiedelt, weil die Luft hier oben, auf 30 Meter Höhe, sauberer war als im luftverschmutzten Tal des rußigen Industriekessels. Weil mehr Frischluft an die Hirnzellen geriet, vermehrte sich auf dem Berg also das Bildungsbürgertum, während unten am Fluss der Schmutz die Synapsen verstopfte. Der Kaßberg ist auch heute noch ein Ort, wo man auf den eisenumgitterten Balkon tritt und die Nachbarn gerade Französisch sprechen, Klavier spielen oder Yoga-Kurse belegen, wo ältere Herren an Sonntagen ihre Merceden und die Kreativen ihre Macbooks sauber streicheln oder mit ihrem Violinenkoffer lässig am Zaun lehnen. Wo man zur Mittagspause mit einer Flasche Dom Perignon im Park flaniert. Wo selbst die Jugend Stil hat. Wo gut gekämmte Schnösel in marineblauen Anzügen und gepunkteten Fliegen im Cafè auf Madeleines mit marineblauen Kostümchen und Chihuahua warten. Wo man ohne akademischen Grad nur schwer eine Wohnung bekommt und sich beim Bio-Gemüse-Brunch auf dem samtroten Cannapeè wälzt. Und im Hintergrund läuft leise John Coltrane. Oder Chopin.
Wenn man in die gardinenlosen Fenster der stuckverzierten Altbauwohnungen schaut, dann sieht man hier nur dreimeterhohe Bücherregale statt 300 Zoll Flatscreens. Über die schmalen Straßen rollen Busse voller Touristen – „Chemnitz in one day“ – und man sollte hier stets auf seine Wertgegenstände aufpassen, weil Kleinkriminelle aus den umliegenden Gettos es einem sonst aus der Hand reißen, das kleine Stück vom großen Traum eines Lebens mit Luxusproblemen. Experten empfehlen Besuchern deshalb einen sorgfältigen Umgang mit Wertsachen sowie den Verzicht auf das demonstrative Tragen von Firstworld-Statussymbolen wie grünen Smoothies oder dm-Stoffbeuteln.

Man könnte den Kaßberg auch als das Disneyland Sachsens bezeichnen: Ein Ort, der nur noch nach dem Venedig-Prinzip funktioniert. Touristen überrennen die Straßen im Sommer, wenn die Erzgebirgsrundfahrten Hochsaison haben, während den Einheimischen dadurch zunehmend Lebens- und Mietraum verloren geht. Das Stadtviertel droht nicht nur an Besuchern, sondern auch an seiner eigenen Schönheit zu ersticken – und seine Bewohner an Intellekt und Stil. Wie herrlich einfach und dreckig schien da das Leben, als man noch in Bernsdorf wohnte, wo man nachts um drei entweder von einem Kotzenden oder morgens um sieben von einem Raubüberfall geweckt wurde, alles direkt vor der eigenen Haustür. Wo im Netto immer eine Alkoholfahne hinter einem an der Kasse wehte und betrunkene Pärchen nachts auf offener Straße kopulierten. Aber wir wollen nicht immer nur die räudigen Randgebiete der Stadt zeigen – sondern auch mal positiv berichten. Und weil Chemnitz das Paris des Ostens und re:marx die Coco Chanel des Erzgebirges ist, folgt nun die langersehnte Fotostrecke über die schönen Seiten der Stadt.

Bienvenue à Montkass. Montkass est le plus connu et beau quartier de Chemnitz. La colline butte Montkass est un quartier bien-aimé par les BoBos – toutes les Hipsters et les yuccies habitent ici. Montkass est connu pour son grand nombre des entfants et sa plèthore de diplômès. Les gens de Montkass ont toujours des rapports sexuelles, parce que Montkass a besoin des noveaux enfants et Chemnitz, c’est la ville de l’amour. Ici les voisins parlent Français, jouent de piano ou lisent les livres de Proust. Sur le Montkass il fait toujours du soleil et on trouve beaucoup des petits parcs et des cafès avec la pâtisserie délicieuse. Montkass est un quartier très vert et en outre le plus grand quartier art noveau d’allemagne. Sa maisons n‘ ont pas été dètruite á la guerre et sont protégées à titre de monument historique – pour cette raison Chemnitz s’appelle aussi „La Paris de l’est“. L’autocars de tourisme conduient les touristes du monde entier à la montagne. Parce que Re:marx, qui naturellement habite au Montkass aussi, c’est la Coco Chanel d’Hâute-Erz, on maintenat veut montrer les plus belles photos de Montkass a vous.

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