Marsimoto Soundsystem am 30.10.2011 im Brauclub

Eine Party im Wert von 50.000 Euro. Klingt das nicht umwerfend? Was sich der gemeine Bafög-Student alles dafür leisten könnte… Wie auch immer – der Brauclub jedenfalls, unser aller Chemnitzer Lieblingsclub, hat genau diese Stange Geld von diesem Wodka-Fusel namens Smirnoff zur Verfügung gestellt bekommen (wobei ja wir alle das Gesöff zu uns nehmen und somit die Party eigentlich selbst bezahlt haben … aber das ist wohl eher Aufgabe der Philosophie), nachdem sich das Team in einem knallharten Wettkampf (es ging immerhin um VOTINGS bei FACEBOOK…!) gegen zwei Mitstreiter aus Dresden und Leipzig durchsetzen konnte. Ein Tag vor Halloween war es dann soweit: Chemnitz wurde Grün, denn kein Geringerer als Marteria alias Marco Stahn (noch einmal der Hinweis: Starco vs. Marteria) alias Marsimoto gab sich mit seinem Soundsystem die Ehre.

Die Voraussetzungen für eine gelungene Sonntagssause waren gegeben, denn es hieß bereits einige Tage vorher: Ausverkauft! Keine Abendkasse! Nachdem der investigativeoderwiedaswortheißt und unbestechliche re:marx-Journalist Jochen L. gerade so daran gehindert werden konnte, komplett in grün an diesem Event teilzunehmen (Hallo? Green Berlin! Man beachte: Green Berlin), und ein Teil seines eigentlichen Szene-Outfits in Form eines grünen C&A-Pullovers im Wert von stolzen neun Euro (mit Flecken!) an eine Begleitung für diesen Abend ausgeliehen hat, wobei er selbst mit einer grünen Hose vorlieb nahm, konnte es auch schon losgehen. Im Brauclub selbst war es dann nicht so voll, wie zunächst befürchtet, was sich auch im Laufe des Abends nicht änderte. Gut gefüllt, aber Bewegung war glücklicherweise möglich. Fragt sich nun, für was neben dem hochklassigen (das ist ernst gemeint!) Mainact alles Geld ausgegeben wurde. Da hätten wir beispielsweise extra dafür gemietete Shuttle-Busse, die regelmäßig die Leute in Chemnitz zum Club des Brauens befördert haben. Bereits hier darf durchaus gefragt werden: Ist das wirklich notwendig gewesen? Sind bisher nicht auch so alle an die Zentralhaltestelle (!) gekommen, wenn sie wirklich wollten? Zusätzlich gab es Begrüßungsgetränke in Form von Wodka-Energy (na wer hätte das gedacht!). War erwartbar, deswegen wohl in Ordnung. Draußen und später drinnen stolzierten zwei fremdwirkende Wesen auf Stelzen durch die Gegend. Ihre Köpfe waren Geschenke. Noch immer erschließt sich dem Autoren nicht so richtig die Funktion dieser Gestalten. Möglicherweise handelte es sich dabei um Sozialkritik. Man weiß ja nie beim BC (so darf ihn übrigens nur ein auserwähltes Publikum nennen)! Das (zugegebenermaßen subjektive) Highlight war jedoch die Verlosung einer Reise nach Moskau im Wert von 650 Euro. Inklusive Flug und ****-Hotel für zwei Personen. Um den Gewinner zu ermitteln, ritt ein junger Mann auf seinem Ross durch den Brauclub, und fotografierte mit seiner Polaroidkamera Personen, die irgendwie auffielen, und Marsimoto (und niemand anderer sonst!!!) kürte später am Abend seinen persönlichen Gewinner. Womit wir wieder beim grünen neun Euro C&A-Pullover (immer noch mit Flecken!) wären, denn spätestens jetzt sollte wohl allen klar sein, wer diese romantische Traumreise letztendlich gewonnen hat. Glücklicher-, höflicher- und dankbarerweise ernannte der Gewinner Jochen L. zu seiner Begleitung in den halbwegs fernen Osten, wodurch sich der geneigte re:marx-Leser spätestens im nächsten Sommer auf einen packenden Bericht inklusive Wodka, Wodka, Wodka und dem größten McDonalds der Welt freuen kann.
(Quelle: www.progolog.de)
Achja – noch ein paar abschließende Worte zu der Megasause (da war ja noch was): Die Dekoration war lieblos (ein paar Luftballons an der Decke…wo blieb der grüne Nebel?!), Marsimoto und seine beiden DJs (immerhin mit grünen Masken) wechselten die Musikrichtungen wie ihre Unterwäsche (das soll jetzt „oft“ bedeuten), was der Stimmung eigentlich keinen Abbruch tat, sondern sehr unterhielt. Vor allem bei den Dubstep-Parts wurde deutlich, dass der, nennen wir ihn mal freundlich und halbwegs neutral, Standard-Brauclub-Gänger noch nie etwas davon gehört haben kann. Irgendwie süß.
Aus 50.000 Euro hätte man sicherlich mehr rausholen können, und sich vielleicht sogar auch den Eintritt (sechs Euro) sparen, beziehungsweise deutlich mindern können. Nichtsdestotrotz lohnte sich der Besuch. Vor allem für C&A-Einkäufer.

Marsimoto Soundsystem live beim Soundclash

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