And the MS BEAT goes on: 2084 – Wir betreten #Neuland.

Vor vielleicht in etwa ungefähr genau einem Jahr schauten wir – ein ängstliches Kollektiv überflüssigerweise auch noch bloggender Großstadt-Neurotiker – gemeinsam mit unserer beherzten Leserschaft mit bangen Blicken dem Ende entgegen. Denn die Katastrophen-Experten vom MS BEAT-Festival hatten mit Hilfe ihrer Glaskugel berechnet, dass Ende Juli die Apokalypse ca. fünf Monate früher als eigentlich erwartet eingetreten sein und der Zeitpunkt des wahren Weltuntergangs zufälligerweise mit dem des Festivals korreliert haben wird.
Mit dieser düsteren, doch wissenschaftlich sehr fundierten Vorahnung sollten sie Recht behalten haben werden sein  (ab jetzt schreiben wir nur noch im falschen Futur II) und so ging die Welt ein infernalisches Festival-Wochenende lang so richtig unter, wie uns diese schaurigen Amateur-Aufzeichnungen beweisen.

Doch wo zwei Enden sind, da ist auch eine Wurst. Und ein Anfang. Und eine neue Zeitrechnung. Was dem Rest der mutierten Menschheit erschien wie ungefähr in etwa vielleicht fast ein Jahr, waren gemäß der neuen, von den Futur-Experten des MS BEAT Festivals höchst wissenschaftlich ermittelten Zeitrechnung jedoch genau 72 Jahre – 72 ziemlich kurze Jahre, die alle verbliebenen Lebensformen (die Zombie-Experten des MS BEAT-Festivals nennen sie auch „Hipster“ (Vgl. Veranstaltungstext, Facebook, 2013))  sowie die Welt, auf der ebendiese trendgeil wandeln, zur Regenerierung gebraucht haben (werden wird).
Jetzt also, im Jahre 2084, nach gefühlten Ewigkeiten des totalen Nichts, erblüht diese einst versunkene Welt wieder zu neuem Leben. Die Hoffnung stirbt zwar zuletzt, aber Anarchie is‘ trotzdem nich: Da auch der leicht mutierte Mensch ohne System und Strukturen nicht sein kann, wird am 26. und 27. Juli am Staussee Oberrabenstein der erste staatliche Staat des Jahres 2084 gegründet. Ein Inselstaat mit Flugplatz und Festlandanbindung, ja es soll sogar Musik, Kunst und Wetter geben.

Aufgrund unseres ausgeprägten Neurotizismus wurde uns die Ehre zuteil, das dortige Ministerium für InseL-und Festlandsicherheit, kurz M.I.L.F., zu übernehmen, um Sicherheit für alle Bürgerinnen und Burger zu gewährleisten. Schließlich ist das MS BEAT für uns alle ähm… #Neuland. Aber der Staat, das sind immer noch wir. Und genau deshalb werden wir zur Gewährleistung der staatlichen Sicherheit am Wochenende ganz skandalfrei für fürsorgliche Video-Überwachung und qualitative Abhörung sorgen – und eigens eine öffentliche Denunziations-Stelle für alle einrichten.

In dem Sinne: wir werden euch gesehen haben!

Sin und Sinderella – Die große re:marx Fotolovestory.

Ach ja, da war ja noch was. Während wir um das Sachsenfernsehen trauerten, nur knapp der Evakuierung entgingen, unseren Wohltätigkeitssinn entdeckten (das könnt ihr übrigens auch – einmal hier für Rabenstein und einmal dort für das Flussufer) und zur neuen re:marx Leser-Challenge aufriefen, haben wir ganz vergessen, die letzte große re:marx Party-Aktion gebührend auszuwerten, was zum Teil aber auch daran lag, dass wir eigens dafür erstmal einen Photoshop-Könner-Kurs belegen mussten, um endlich Photoshop-Level 1000 zu erreichen, schließlich wollen wir ja nur das Beste für euch, für uns, für Chemnitz.

Vielleicht erinnert sich jemand noch dunkel an die große, überaus erfolgreiche re:marx Leseraktion, die im Herbst 2012 begann und scheinbar nie endete und die LeserInnen (ab heute wird gegendert) dazu aufmunterte, eine Alternative zum ewigen Chemnitzer Party-Einerlei zu entwerfen. Dem Sieger-Konzept gelang es durch den sexy Slogan  „Glatze&Bauchfrei erwünscht“ sowie diversen konzeptuellen Anstößigkeiten, die Massen zu mobilisieren. Sex sells. Und so stieg am 18. Mai die sündige Sause, die den verlockenden Name „Sin und Sinnlichkeit“ sowie ein „sensual Healing by Smoota“ im Untertitel trug und sich irgendwo zwischen romantischer Jane Austen-Referenz und wilder Massage-Orgie bewegte. Naja, vielleicht nicht ganz.

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Leserlyrik: Party vs. Poesie

Warum wir damals den schönen Slogan „Party, Pop und Poesie“ als catchy re:marx-Trademark auserkoren haben, wissen wir ehrlich gesagt selbst nicht mehr so genau. Vermutlich war es die anmutige Alliteration im besten Bauer-Sucht-Frau-Stil, die uns von geflügelten Worten als blühende Bastion der Hoffnung im grauen Gemnitz hat träumen lassen. Doch die Realität kennt keine Gnade und holte uns schnell auf den harten Beton-Boden der urbanen Tatsachen zurück. Alles was blieb war Party hier, Party da, ab und an ein Hauch von Pop, ansonsten jedoch jede Menge blinde Wut (wir nennen es den „kritischen Bloggerblick“), die in brutalen Bashings gipfelte und den Lesenden the Rage of re:marx mit jeder zweifelnden Zeile spüren ließ.

Für subtile poetische Wortgewächse hatte unser Aggressionsventil 2.0  bisher irgendwie keinen Platz, doch das soll sich ab nun ändern, denn zum Glück gibt es euch – und die Möglichkeit, uns anonyme Fanpost via Mail zukommen zu lassen.

So erhielten wir bereits im Februar von einem uns unbekannten Absender dieses wundervolle Gedicht, das uns zunächst zwar ein wenig zweifeln ließ, aber das wir euch dennoch um keinen Preis vorenthalten möchten. Interpretationsvorschläge sind willkommen.

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re:make your own party. Die Konzepte, Teil Fünf.

Motto:
Warmes Wasser und zarte Luft.

  • halbbekleidete Menschen (maximal 60 Leute)
  • Glatze & Bauchfrei erwünscht
  • Musik: Smoota-Sounds, Prince und auch ein bisschen Soul
  • alte Softpornostreifen auf Leinwand
  • Getränke: Martini & Absinth
  • luftige Garderobe (Nude-Töne, Transparenz, Weiß, Netz und Wunderkerzen)
  • Raum: Tücher, Discokugel, Luftballons (viele), Lollipops
  • Farbgebung: hellblau bis zartrosa
  • Tiermasken erwünscht (wahlweise auch venedische Karnevalsmasken)
  • Specials: Kerzenlicht und Massagesalon

re:make your own party. Die Konzepte, Teil Vier.

Konzept für die ultimative remarx Party des Jahrtausends

Musik:
Mainact: Cuki aus Leipzig, das spannende Projekt, des Leipziger Djs und Newcomer Produzenten DJ Gimmix, welcher damit neue Wege beschreitet. Er würde ein circa einstündiges Live Set spielen, was sich zwischen Tanzbarkeit und entspanntem Musik-Genuss bewegt.
Hörprobe.
Rahmen Djs:
Elly Gold aus Mittweida, welche dort Mitglied im Uniradio ist und jede Woche eine zweistündige Sendung hält. Früher hat sie in Dresden regelmäßig bei Indie Partys aufgelegt. Ihr Sound bewegt sich somit an der Schnittstelle von Indie und Electronica.
Hörprobe.
Zorro aus Chemnitz, der in letzter Zeit mit sehr eigenen Produktionen sein Talent bewiesen hat. Seine DJ Sets sind sowieso gut. (plus: Er zieht Leute!)
Hörprobe.

Da es keine Mottoparty wird, fallen spezielle Raumgestaltung und Spezialgetränke im Prinzip weg, wobei man bei der Beleuchtung darauf achten sollte, dass es nicht zu hell ist und der Focus auf den Künstlern liegt. Eine ebenerdige Bühne wäre weiterhin auch interessant, da man als Gast dem Act somit direkt auf die Finger schauen kann.
Dementsprechend ist der Feier-Stil eher entspannt und gemeinschaftlich, wobei natürlich auch das Tanzen nicht zu kurz kommen wird.
Getränke müssen keine speziellen angemischt werden, aber ich denke dass niemand etwas gegen einen guten alten Goldi-Cola für 3 Euro einzuwenden hat.

Zur Vermarktung könnte man die Djs fragen, ob sie ein exklusives Mixtape aufnehmen, welches am Abend dann unter den Gästen auf einem entsprechenden Datenträger (CD, Kassette, Diskette,…) verteilt wird. Somit bleibt die Erinnerung an diesen schönen Abend bestehen, bei dem es vorrangig um die Musik und um das gemeinsame Erleben ebendieser gehen soll.

re:make your own party. Die Konzepte, Teil Drei.

Thema: Collegerock- / Highschoolparty

Klangtechnische Rahmenunterhaltung:

  • Musikalischer Stil: College-Rock a la Sum 41, Blink-182, The Offspring, Zebrahead
  • Band: …thanks and get ready
  • DJ: Falko Rock (oder irgendeiner, der sich mit sowas auskennt)

Raumgestaltung:

  • Glasvitrinen mit Pokalen
  • Farbe Rot im Vordergrund
  • Dancefloor vs. Sofas (Ein-Familien-Häuser-Style)

Getränke:

Feier-Stil:

  • Ausgelassen unter Freunden
  • Konzert als Höhepunkt

Specials:

  • Swimming Pool (unrealistisch)
  • Beer Pong
  • Dresscode? (nicht allzu sehr als Zwang verkaufen)

Vermarktung:

re:make your own party: Die Konzepte, Teil Eins.

Große Themen-Woche bei re:marx. Anstelle der gewohnten täglichen kritischen Chemnitz-Berichterstattung sind wir wider allen Witterbedingungen in richtiger Springbreak-Laune und präsentieren euch ab heute täglich eines der von euch eingereichten Konzepte zum Thema re:make your own party.

Abstimmen könnt ihr ab Ende der Woche – bis Ende des Monats und zwar via Facebook.
Die Party-Idee, die euch (und uns) am besten gefällt, hat Chancen auf eine Realisierung im Lokomov.

Zum Auftakt schmeißen wir nun erstmal unsere Zeitmaschine an … aber lest selbst:

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Re:make Your Own Party. Das ultimative re:marx-Leser Party-DIY.

Nichts los, komische Leute, blöde Musik, schlechter Sound, total langweilig, naja – besoffen ging’s, och nö, nicht schon wieder DJ Sven Schnaps, iiieh Dubstep, nee – die Band kenn ich nicht, was – so teuer? – ach da geh ich lieber ins Flowerpower, hey im Brauclub ist heute Eintritt frei, geil – fünf Liter Freibier!

Ehrlich gesagt: der Chemnitzer Party-Gänger ist ein mysteriöser Gast mit undurchschaubaren Ambitionen. Keiner weiß, wann er kommt. Keiner weiß, wer kommt. Keiner weiß, ob er kommt. Keiner weiß, was der Chemnitzer eigentlich wirklich will.

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abgefakt: Holi Open Air Chemnitz || Alter Spinnereimaschinenbau

Ehrlich gesagt: Die Invasion der Holi Open Airs in Deutschland finden wir fragwürdig. Sehr fragwürdig. Das Gelände des ehemaligen Spinnereimaschinenbaus als Veranstaltungsort mit Potenzial finden wir hingegen reichlich spannend. Beides in Kombination: zumindest interessant und bestimmt totally abgefakt.

Das war:
Ein uraltes Frühlingsfest im Norden Indiens. Eine spirituelle Farborgie mit erotischem Charakter (Vgl. Wiki Pedia, 2012). Menschen, frei von jeder Kaste, bewerfen sich mit bunt gefärbtem Wasser und ebensolchem Pulver, in Indien auch Glual genannt. Damals alles natürlich noch voll öko und so. Jetzt bestimmt so schädlich wie Bubble Tea.

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