Die Post der Moderne: Was im November in Chemnitz geschah.

Es wird kalt in Deutschland. Es wird gemütlich in Chemnitz. Es wird Weihnachten auf der Welt, und alle schlimmen Dinge pausieren im Sinne des scheinheiligen Weihnachtsfriedens. Selbst Pro Chemnitz geht in die Winterpause, die hoffentlich bis zum nächsten Asteroiden-Einschlag dauert. Weil bei den harten Temperaturen die Reichsfahnen einfrieren und natürlich aus Rücksicht vor dem Weihnachtsmarkt und seinen glühweinseligen Besuchern sowie […]

Nie wieder Selfiestick: Der große Überwachungskamera-Check

Chemnitz, wir müssen über Chemnitzer Gefühle reden. Während andere Städte vom Völlegefühl völlig übersättigt vor Bars und Kneipen hängen, ist Chemnitz eher so der Schnaps-Exzess auf nüchternen Magen: Eine Mischung aus melancholischem Leere- und postmodernem Freiheitsgefühl. Nachts mitten auf der Straße nachhause zu laufen und dabei nicht überfahren zu werden, weil überhaupt niemand da ist, der einen überfahren könnte, das […]

Schöner Cornern in Carparkstadt — Chemnitzer Parkhäuser im Test.

Bei 371 Grad im Schatten kann es selbst im sozialkalten Chemnitz schon mal warm werden. Dann wird Chemnitz zum sächsischen Death Valley: Ein grauer Hitzeschleier senkt sich über die Stadt wie die Burka-Bedrohung über die Frauen von AfD-Anhängern. Der Asphalt flimmert, die Sonne knallt so unerbittlich wie der dritte Sangria-Eimer, der Beton zerfließt in der Hand, Tumbleweed-Tüten rollen durch den leeren […]

re:marx auf dem Kosmonaut: Als Oldtimer auf dem Autotuner-Treffen. 

Früher war Auto-Tuning ein Großereignis für Leute mit tiefergelegten Freizeitinteressen und fragwürdigen Felgenfetischen, die sich regelmäßig im größtmöglichen Parkhaus ihrer Stadt trafen, um Speziallacke anzurühren, Motorhauben mit Wolfsmotiven airzubrushen und natürlich für die Sexy Carwash-Show. Auto-Tune war auch das, was Xzibit damals bei „Pimp my Ride“ gemacht hat, der zweitbesten MTV-Show nach „Cribs“: Pools und Cocktails-Bars und bombastische Bassanlagen in Kofferräume […]

Lonely Planet Chemnitz: Als Tourist im rauen Herz des Ostens.

Bis vor kurzem fuhr man für die Selbst- und Sinnsuche und natürlich für den Insta-Travelfame noch mit dem Rucksack durch Südostasien, in überfüllten alten Rumpelzügen, jeder Halt ein kleines Abenteuer auf dem langen Weg zur Katharsis. Zwischendurch musste man den Kopf aus dem Fenster in die tropisch-schwüle Luft halten und ganz tief vom Kulturschock inhalieren, damit man sich das später […]

Draußen vor Emmas Onkel: Eine Anleitung zum szenischen Sitzen.

Chemnitz war schon immer cool, das wusste bisher nur keiner, am wenigsten die Chemnitzer selbst. Hier hat man sich schon mit Pfeffi die Zähne geputzt und den Lippenstift abgeschminkt, bevor Puma überhaupt auf die Idee kam, Turnschuhe in „Berliner Luft“-Farben zu verkaufen, hier sind die Clubs schon gestorben, da hatten sie in Berlin noch nicht mal eröffnet, hier heißt das, […]

abgefakt: 875 Jahre Chemnitz. Industrie. Krieg. Zerstörung.

Als Event-entwöhnter Chemnitzer ist man direkt immer überfordert, wenn in der Stadt mehr als drei interessante Sachen gleichzeitig passieren. Das ist aktuell der Fall:  Überall sprießen Projekte, Feste, Festivals, Vorträge, Thementage und Podiumsdiskussionen aus dem geliebten Betonboden, ständig gibt es wichtige Ereignisse, die irgendwas mit 2025 Jahren Chemnitz und Kulturhauptstadt 875 zu tun haben, und man ist schon ganz verwirrt […]

Essen mit Sozialphởbie: Ein Streifzug durch die Chemnitzer Streetfoodszene.

Chemnitz ist eine Großstadt mit sehr dörflicher Struktur. Wissenschaftler der TU  Chemnitz haben herausgefunden, dass die Stadt so engmaschig vernetzt ist, dass alle Chemnitzer Frauen erwiesenermaßen zeitgleich menstruieren, dementsprechend auch zeitgleich ovulieren und demnach auch alle zur selben Zeit schwanger werden und dann reihenweise Kinderwägen über den Prenzlauer Kaßberg schieben. Aufgrund der dörflichen Stadtstruktur ist das Risiko also sehr groß, […]

re:marx in Gefahr: Als Reptiloid auf der Esoterik-Messe.

Jedes Jahr zum Jahreswechsel beschließt re:marx überhaupt gar nichts, außer an Silvester kurz vor zwölf ins Bett zu gehen und die Welt zu hassen, aber nicht mal das bekommen wir hin. Und so stehen wir jedesmal doch wieder mit Wunderkerzen an Kaßbergkreuzungen, und nehmen uns fest vor, endlich ein besserer Blog zu werden. Das nennt sich „guter Vorsatz“ und hält meistens […]