I’m Never Gonna Dance Again: Eine imaginäre Clubtour durch Chemnitz
I’m Never Gonna Dance Again: Eine imaginäre Clubtour durch Chemnitz

I’m Never Gonna Dance Again: Eine imaginäre Clubtour durch Chemnitz

Früher war „FOMO“ eines der vielen First-World-Probleme (FIWOPRO) westlich sozialisierter Millennials: die  exklusive Angst, im Überfluss der Angebote etwas zu verpassen. Heute steht FOMO höchstens noch als Abkürzung für „Ford Mondeo“ oder äh „Follmond“ und ist mindestens so ausgestorben wie eure Lieblingsdinosaurier. Aus der „Fear of missing out“ ist der „Frust of missing going out“ geworden, FOMGO. Vielleicht ist das Aussterben der FOMO die letzte große Gerechtigkeit der Corona-Pandemie, denn jeder sitzt derzeit auf seine Art allein für sich zuhause, und wenn nichts passiert, kann auch niemand was verpassen. Doch das staatlich verordnete Ableben der FOMO trifft einige hart: das Nachtleben zum Beispiel, und alle Existenzen, die daran hängen. Vor allem das Chemnitzer Nachtleben hat schon ziemlich viel durchgemacht, also nicht nur Nächte, sondern auch Clubschließungen, Lärmbeschwerden, Kürzungen, Nazizeug, Stockfisch-Anschläge, Brauclub-Abende, schlechte Partys, unzählige endlose Halbkreise und jetzt auch noch das. Immer wieder wurde ihm unterstellt, es sei „tot“ oder nach Leipzig gezogen oder schon um acht eingeschlafen. Aber Totgesagte leben länger, und das Chemnitzer Nachtleben ist immer noch da (also rein theoretisch zumindest) – man könnte ihm durchaus eine gewisse Resillienz nachsagen, es lässt sich einfach nicht wegbeschweren. Aus Solidarität mit dem Chemnitzer Nachtleben, und weil wir FOMGO schieben, haben wir eine ausführliche imaginäre Clubtour gemacht, an nur einem Abend fast alle heiligen Stätten des Chemnitzer Nachtlebens besucht, und dabei endlich mal wieder die üblichen Verdächtigen getroffen. Wir haben um 17 Uhr im Balboa angefangen und um 5 Uhr im aaltra aufgehört und natürlich war Sommer. Was wir alles erlebt haben, steht in diesem Text.

Balboa: Weil wir etwas schüchtern sind, parken wir unser Fahrrad vorsichtshalber ein bisschen weiter weg, also am Brühl-Eingangsschild, und laufen über die Seitenstraßen vor ans andere Brühl-Ende. Auch vorm Balboa muss man sich zeigen, wobei es nicht ganz so anstrengend ist wie anderswo, dafür ist das Balboa viel zu sehr Safe-Space: Ein Ort für alle, der angenehmerweise nichts sein will und deshalb letztendlich eine Mischung aus ostdeutscher Eck-Kneipe und “wir spielen Italien” ist. Wir spielen also Italien, bestellen Spumoni, Aperol Spritz und Asi-Snickers, setzen uns rüber auf die spanische Treppe vorm Dreamers, kneifen die Augen fest zusammen und stellen uns vor, der Brühl wäre eine belebte italienische Altstadtgasse. Es funktioniert nicht: Statt Grillen zirpt nur ein fernes Grölen, statt kleiner flinker Vespas rattern gigantische Ego-SUVs auf der Straße, der Kaffee gibt sich zwar Mühe, aber er schmeckt hier nie auch nur irgendwo wie in Italien, und wenn man ganz ehrlich ist, ist jedes süditalienische Sechzig-Seelen-Dorf belebter als der Brühl oder Chemnitz im Allgemeinen. Wenigstens sind die Drinks gut. Wir öffnen die Augen wieder und sehen das, was man immer sieht, wenn man ins Balboa geht: Den inklusiven Akteurs-Tisch, ein Zufluchtsort für alle Akteure, die nicht auf dem Sonnenberg wohnen. Den Tisch gleich nebenan, an dem die OG-Sonnenberg-Akteure sitzen und den Nicht-Sonnenberg-Akteuren ihre städtisch institutionalisierten Projekte unter die Nase reiben. Den Künstlertisch, an dem nonchalant geraucht und getrunken wird, den Ingenieurs-Tisch mit nur Männern, die viel zu laut lachen, #Lärmbeschwerdeistraus. Und den coolen Tisch, der es irgendwie immer schafft, gleichzeitig im Weltecho-Hof und vorm Balboa zu sein, ein Wunder der Quantenmechanik äh Bekanntenmechanik. Wir bleiben in kritischer Distanz am re:marx-Tisch sitzen, an den sich leider niemand traut, bestimmt aus Angst, das eigene Inszenierungsverhalten könnte Stoff für den nächsten Artikel werden, was wir überhaupt gar nicht verstehen können. Wir grüßen fröhlich aus der Ferne und gucken schon mal wissend, uns entgeht sowieso nichts. Plötzlich erscheint eine gigantische Menschengruppe am Horizont, ungefähr 500 Leute, alle jung, alle kreativ, alle gut gekleidet, und die Tage der anderen angesehenen Tische sind gezählt: Es ist das Bikini Kommando! Aber unser Spumoni-Glas ist leer und wir müssen weiter, der Sonnenberg ruft. 

Lokomov: Ins Lokomov geht man nicht zum Tanzen, sondern weil in der Galerie Hinten jemand ausstellt, den man kennt. Wir sind auch nur aus diesem Grund hier, und natürlich, weil wir Lars lange nicht gesehen haben. Wir schließen unser Fahrrad ans Geländer an der Kreuzung, bestellen Kunstkenntnis und Weißweinschorle an der Bar und schleichen vorsichtig Richtung Ausstellung, die aus fünf großformatigen Fotografien besteht. Blitzlicht auf Papier, Szenen einer Stadt, ein bisschen Osten und Tristesse. Die Fotos gefallen uns gut, wir nicken anerkennend und vielleicht ein bisschen zu heftig, damit nicht auffällt, dass wir eigentlich nur insgesamt drei Minuten im Ausstellungsraum verbringen. Dann gehen wir vor die Tür und tun, was man im Lokomov eben so tut, nämlich am Geländer lehnen und gucken, wer gerade gegenüber am anderen Geländer lehnt. Eine einschlägig bekannte Sonnenberg-Akteurin lehnt auch am Geländer und sieht nach szenigem Smalltalk aus. Natürlich geht es direkt um den NSU-Komplex, denn so ist der Party-Smalltalk hier in Chemnitz: Man redet über tiefgreifende Dinge wie Nazis, städtische Strukturen, psychische Probleme, prominente Frisuren und wer sich von wem getrennt hat. Wer übers Wetter reden will, sollte lieber in die Leipziger Südvorstadt ziehen. Es ist eine laue Lokomov-Nacht: SUV-Diesel in der Luft, seichte Discomusik und Pizzaduft, ein paar einsame Eintänzer, die ihre Halbkreise auf der Tanzfläche ziehen, offene Fenster und Lärmbeschwerden, denn wenn nicht mindestens einmal die Polizei kommt, um zu sagen, dass es zu laut ist, ist es einfach kein guter Abend. Plötzlich weht ein ehrfürchtiges Tuscheln durch die Akteurs-Reihen, Menschen machen Knickse oder stehen stramm, manche fangen an, am Straßenrand mit Förderanträgen zuwinken, denn Lars XIV. schreitet heran, der König ist da. Aber wir sind Anarchisten und flüchten, rüber ins 

Nikola Tesla: Das Tesla ist der clubgewordene Chemnitzer Halbkreis, und trotzdem hatten wir hier immer die besten Abende. Wobei die besten Abende vor allem darin bestehen, dass man draußen rumsteht und (in unserem Fall) passiv raucht, weil es drinnen so verdammt stickig ist. Im Tesla spielt mal wieder eine Post-Punk-Band mit kyrillischem Namen und vorm Tesla tummelt sich mal wieder die Chemnitzer Punk-Bourgeoisie, also diese coolen, anarchistischen Kettenraucher, die Samstagnacht ihren Fatalismus in die Luft blasen, sonntags dann aber meistens zuhause mit schwerem Rotwein vorm Kachelofen sitzen und Proust lesen. Wie bei jedem guten Tesla-Abend gehen wir rein tanzen, nach zwei Liedern wieder raus abkühlen, dann wieder rein tanzen, dann wieder raus abkühlen. Zwischendurch trinken wir wahlweise passiv oder massiv Mexikaner an der Bar und füllen auf der Toilette am Waschbecken Leitungswasser in unsere leere Bierflasche, was den Eindruck macht, man könnte unendliche Mengen an Alkohol unendlich gut verkraften. Ein Auto mit Stollberger Kennzeichen fährt vorbei, und jemand schreit “Scheiß Zeckööööön” aus dem Fenster, weil auch das zum Chemnitzer Nachtleben gehört. Irgendwann erkennen wir im Nebel unsere eigenen Freunde und Lifegoals nicht mehr, und wissen, dass wir weiter müssen. Wir sind kurz neidisch auf die Punk-Bourgeoisie, die von hier nie wieder wegkommen muss, weil sie eine Wohnung mit Kachelofen im Umkreis von 500 Metern gemietet hat, aber was soll’s. Wir suchen im Dunkeln unser Fahrrad und fahren in die Innenstadt. 

Döner-Drive-In: Kurze Schweigeminute am ehemaligen Döner-Drive-In. Wir gedenken der fettigen Soße, den banausigen “Burgern”, den saftlosen Salatblättern, den latenten Lebensmittelvergiftungen und abenteuerlichen Ampheta-Mythen, die unter der prächtigen Plastikeiche gediehen, wollen aber nicht allzu sentimental werden und fahren schnell weiter ins

Atomino: Das Atomino ist brechend voll, und falls sich noch jemand an das antike Wort „Einlassstopp“ erinnert – hier passiert es gerade. Schweiß tropft von den Heizungsrohren, der steinerne Wald bebt, der Vulkan-Explosions-Ticker im tietz ist aus dem Takt, die Crowd eskaliert, denn im Atomino läuft die Musik der Jugend: Toto, Journey und Fleetwood Mac. Also Bands, deren Doubles drüben in der Stadthalle Tribute-Konzerte für Best-Ager spielen, aber das finden hier alle normal. Plötzlich fühlen wir uns furchtbar alt und wünschten, hier würde Musik laufen, die wir noch aus unserer Studentendisko-Zeit kennen. Wir brechen ganz kurz in Tränen aus, denn das Atomino liegt mindestens genauso im Keller wie unsere Laune bei akutem Weltschmerz. In diesem Club kann man einfach am besten weinen und sich in den dunklen Ecken zwischen all den Menschen und Heizungsrohren seltsam einsam fühlen. Nach nur zwei Stunden Heulkrampf wischen wir die Wodkatränen weg und drängen uns an die Bar. Eigentlich wollen wir an der Bar ein Becks bestellen, aber dann treffen wir einen Bekannten vom Schlag “mittelalter Monolog-Mann”: Er redet, wir nicken, er zitiert Sartre, wir tun so, als hätten wir’s gelesen. Die drei Stunden Gespräch vergehen wie im Flug, aber irgendwann müssen wir aufs Klo. Den mittelalten Monolog-Mann gibt es auch in etwas jünger – wir treffen einen mitteljungen Monolog-Mann auf dem Weg zum Klo und schlagen ihn mit seinen eigenen Waffen, indem wir erstmal ausführlich Engels marxplainen. Eigentlich würden wir jetzt gerne zu „Go Your Own Way“ tanzen, aber wir sind ein bisschen klaustrophobisch und die Tanzfläche ist wirklich sehr voll, deshalb ziehen wir weiter ins

Weltecho: Wir trauen uns nicht, vorne durchs Tor einzulaufen, weil uns noch die getrockneten Atomino-Tränen im Gesicht kleben und weil wir weder Segway, noch E-Roller, noch Fixie fahren. Deshalb beschließen wir, einfach hinten über die über Absperrungszäune zu klettern, das ist erstens viel weniger auffällig und setzt zweitens ganz neue Coolness-Maßstäbe. Der Plan geht nicht auf:  Wir stürzen ab und landen etwas unsanft auf dem harten Boden der Tatsachen, nämlich direkt neben dem coolen Tisch. Plötzlich ist es still im Innenhof, die Musik ist aus, niemand redet, alle schauen entsetzt, aber der coole Tisch ist nett und bietet Hilfe an, und wir verstehen zum ersten Mal, dass es eigentlich scheißegal ist, wie man in den Weltecho-Hof einläuft. Wir versuchen die peinliche Situation aufzulockern und machen einen Witz über die Chemnitzer Bekanntenmechanik, den niemand versteht, nicht mal wir selbst, stolpern schnell zu Vokuhila-Maik an die Bar, bestellen ein Radler und stürmen damit aus dem Hof. Dieses Mal durch den offiziellen Eingang, Hauptsache schnell weg hier. 

transit
Der Nebel steht tief im transit.
Das ist vor allem so, damit man nicht sieht, dass kaum Leute da sind, und sich nur zehn Menschen zaghaft zur brachialen Musik von raster* bewegen. Das transit ist ein schöner Club, aber irgendwie hängt hier für uns oft der graue Hauch einer Chemnitz-Depression in der Luft. Was daran liegt, dass wir immer zu den “falschen” Veranstaltungen gehen: Nämlich nicht zu Publikumsmagneten wie “Popsugars”, sondern zu verkopftem Biennale-Techno, den keiner versteht. Aber wegen genau solcher Veranstaltungen haben wir das Chemnitzer Nachtleben ins Herz geschlossen. Wir treffen zwar absolut niemanden, bleiben aber trotzdem noch ein bisschen. Das Leben ist schließlich wie eine Nacht in Chemnitz, man weiß nie, ob man die glückselige Eskalation oder den betrübten Halbkreis bekommt. Oh Gott, wir hören uns mittlerweile schon an wie die Mutter von Forrest Gump, und müssen deshalb dringend weiter, auf ins: 

Oberdeck: Das Oberdeck heißt so, weil hier die Chemnitzer Oberschicht feiert. Man fährt mit dem Privatlift hoch, auch, um die teuren tuffner-Sofakissen vor alkoholisierten Partygästen zu schützen, und betritt die glamouröse Welt der oberen Zehntausend. Das sagt man in Chemnitz so, wenn etwas oberhalb von zehntausend Euro teuren Möbelstücken liegt. Es läuft House, als wäre man über den Dächern von Berlin, und das hier die Panorama-Bar, und natürlich sind unzählige Prominente da: Til Schweiger bereitet sich auf seine neue Rolle als Chris Dietrich vor, Katarina Witt diskutiert mit Kretsche die schwierige Situation der Gastronomen, und die Männer in den wichtigen Anzügen kennen wir aus dem Top Magazin. Im Oberdeck werden Geschäfte gemacht, dicke Deals über den Dächern der Stadt, deshalb melden wir die re:marx-Firmenfeier an und bestellen zehn Gin Tonics für je zwölf Euro. Falls ihr euch jetzt fragt, wie viel wir eigentlich vertragen: gar nichts, unser Alkoholkonsum ist meistens nur fiktiv. Eigentlich wollen wir nur schnell ein Foto vom atemberaubenden Ausblick machen, doch die Secu schlägt uns freundlich das Handy aus der Hand, wir finden diese sinnlose Pseudo-Exklusivität peinlich, und fahren mit dem Privatlift wieder runter. Andere Clubs haben schließlich auch dekadente Formate.

Satir: Ehrlich gesagt waren wir noch nie im Satir, aber einen Club, der wie ein Mischwesen aus der griechischen Mythologie heißt, stellen wir uns auch genauso vor: Feuerspeiende Männer mit nacktem Oberkörper, künstliche Wasserfälle und Sektbrunnen, Weintrauben werden auf silbernen Tellern gereicht, alle tragen strassbesetzte Togas und es läuft seichter Nullerjahre-R’n’B, Dekadenz tropft von der Decke. Huch, wir müssen kurz eingeschlafen sein, wir sind gar nicht im Satir, wir sitzen an der Bushaltestelle, denn wir wollen das Kontrastprogramm, wir wollen ins

AJZ, finden aber weit und breit keinen Nachtbus, der dorthin fährt. Es ist spät und wir sind müde und uns tut vom Absturz im Weltechohof die Würde noch ein bisschen weh, und deshalb schleppen wir uns mit letzter Not die Kaßbergauffahrt hoch.

aaltra: Mittelalte Monolog-Männer hängen an der Bar und schweigen philosophisch in ihr frisch gezapftes PU, aaltra-Jörg hat Radiohead aufgelegt, Kid A, „How to Disappear Completely“, die Nacht war lang. Draußen im Biergarten sitzen versprengte Menschengruppen zwischen Laubhäufen oder am Feuer, hauptsächlich alteingesessene Kaßbergakteure, die den Anschluss verloren haben. Es ist schon wieder Herbst geworden, weil unsere Clubtour ein halbes Jahr gedauert hat. Wir atmen noch mal ganz tief das Nachtleben ein: der Winter kommt, und mit ihm erstmal lange nichts mehr.

Alle Fotos, außer die im Atomino, hat Mark Frost letztes Jahr für den Stay Home Club gemacht. 

Wenn ihr das Chemnitzer Nachtleben auch vermisst und unterstützen wollt, dann schaut mal beim Hand in Hand Bündnis vorbei, oder bei CityTicket, dort könnt ihr ein Soli-Ticket kaufen. 

4 Kommentare

  1. Kay

    Klar war die Clubszene früher besser, das kann dir jeder der älter als 30 ist, bestätigen. Das hat nichts mit „chemnitzerig“ oder was auch immer zu tun. Es liegt einfach an den Leuten selber, die mit dem zufrieden sind wie es jetzt ist und künstlich schönreden.

    Klar, ihr könnt nix dafür, wenn ihr damals noch zu jung wart. Aber man kann keinen verwehren aus der Vergangenheit zu lernen oder mit Blick dahin, darauf wieder aufzubauen.

    Das ist doch mit dem Splash das selbe… Die heutige Chemnitzer Jugend-Kultur ist so kaputt, weil die letzten 10 Jahre zu wenig dafür gemacht wurde. Mal abgesehen vom Kosmonaut…

    Dann entstehen eben solche Pseudo Kulturstätten wie im Blog genannte. Die aber letztendlich in jeder anderen Stadt durchfallen, aufgrund miesen Konzeptes.

    Man kann nur hoffen, dass durch die Kulturhauptstadt-Kampagne nachhaltig neue Jugend-Stätten entstehen, die überregional bekannt sind. Nicht ohne Grund kehren die meisten jüngeren der Stadt den Rücken, weil nix geboten wird.

    Zu den Hochzeiten der städtischen Clubszene, kamen die Leute noch aus München, Berlin oder Dresden hierher. Der Chemnitzer Sound (achtermai, Drum&Bass, HipHop, Electro) war überregional bekant…

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    …und da isser wieder, Kai aus der Kiste. Mit einem Kommentar der „chemnitzerig“ nicht sein könnte. Nirgends wird selbst die Hoffnung auf eine positive Zukunft schöner mit „Früher war alles besser“ kombiniert.

  3. Kay

    Das Chemnitzer Nachtleben war schon im Lockdown, wo die meisten das Wort noch gar nicht kannten. Wo nichts ist, kann auch nichts kaputt gehen. Chemnitz ist wahrscheinlich die einzige Großstadt in Deutschland wo der Lockdown den Clubs nicht schadet, weil es vorher schon ziemlich still war.

    Man sollte das ganze nicht schön reden, den wenigen Samstag-Abend Locations braucht man nicht hinterhertrauern. Der letzte vorhandene Club, der den Name auch wirklich verdiente, war die Sanitätsstelle, doch die war auch schon vor dem Lockdown zu.

    Was einem vielleicht etwas positiv stimmt ist, dass es eine Zeit nach dieser Zeit gibt. Es wird vieles neu entstehen. In den Träumen ist es endlich mal wieder ein verruchter, dunkler, dreckiger Techno-/Electro Schuppen, der wo die Jugend aus dem verträumten Dasein holt.

    Denn eins ist Fakt, als es den „Club Achtermai“, das „Voxxx“ oder „Kühlhaus“ noch gab, hat man wenigstens die verkommene Jugend von der Straße geholt. Es herrschte viel mehr Liebe (und Drogen) in der Luft und es hatte sowieso keiner Zeit Scheiße zu bauen. Wochenende wurde gefeiert und in der Woche sein Rausch ausgeschlafen.

    Das war noch eine Clubszene die diese Bezeichnung auch verdiente. Das was jetzt hier ist (außer Atomino) ist einer Kulturhauptstadt nicht würdig.

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