Brühl gegen Zietenaugustusburger: Das Duell der Szenestraßen

Wenn in Artikeln angesehener Zeitungen und in feinfühlig recherchierten Radioreportagen über Chemnitz als kommende Kulturhypestadt fantasiert wird, spielt sich das zart angedeutete neue Großstadtglück meistens nur an zwei Orten ab: Auf dem Brühl oder auf der Zietenaugustusburgerstraße. Bevor Chemnitz also von der Boomer- zur Boomtown wird, sollte man sich noch schnell günstige Immobilien auf beiden Szenestraßen sichern, doch leider kann […]

Die Post der Moderne: Was im November in Chemnitz geschah

Das No in November steht bekanntermaßen für „nichts“, denn nichts war gut im November. Das ist jetzt natürlich aus Gründen der qualitätsjournalistischen Überdramatisierung ein bisschen übertrieben, immerhin wurde Trump abgewählt, ein Impfstoff präsentiert und der Sonnenberg von tag24 zur Boom-Hood gekürt. Und trotzdem hat man sich beim resignierten Nachrichten-Scrollen gefühlt wie der Protagonist  einer düsteren dystopischen Bundesregierungs-Produktion, der zuhause bleiben und […]

Endhaltestellen im Chemnitzability-Check: Wieviel Chemnitz steckt in Leipzig?

Früher wollte Chemnitz immer unbedingt so sein wie andere Städte. Jetzt wollen andere Städte unbedingt so sein wie Chemnitz, Leipzig zum Beispiel. Zumindest haben dort neulich ganz normale Nazis von nebenan Krawall gemacht, während die stille Mitte aus Schwaben in der zweiten Reihe verschwurbelte Verschwörungs-Mantren getrommelt und so lange Polonaise getanzt hat, bis eine dicke, keimige Aerosol-Wolke über der ganzen […]

Post der Moderne: Was im Oktober in der Kulturhauptstadt geschah

Im Chemnitzer Oktober drehte sich wirklich alles um die wirklich alles entscheidende dreifache K-Frage, nämlich: Wer wird Kanzler von Karl-Marx-Stadt? Wie beschissen wird das Komeback von Korona? Und: Kann Chemnitz Kulturhauptstadt? Wer ernsthaft noch andere Gesprächsthemen außerhalb von Corona, Kuha und OB-Wahl hatte, musste entweder in einer abgefahrenen, nahezu beneidenswerten Parallelwelt leben — oder eben im abgehängten Chemnitzer Umland, in […]

Die Qual der Chemnitzer OB-Wahl: Der re:marx-Wahlomat

Derzeit bewegen vor allem zwei wichtige Themen die Menschen in Chemnitz: Die Kulturhauptstadtbewerbung – und die Baustelle auf dem Hartmannplatz. Und dann gibt es noch Ereignisse, die sich jenseits der öffentlichen Wahrnehmung abspielen, die Chemnitzer OB-Wahl zum Beispiel. Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, die Chemnitzer OB-Wahl wirft noch nicht einmal Schatten, so aussichtslos ist die Kandidatenlage, so langweilig ist der Wahlkampf. […]

abgefakt: Der Chemnitzer Minderwertigkeitskomplex

Spätestens seit der Kulturhauptstadtbewerbung ist es weltweit offiziell: Chemnitz hat den Größten!  Also nicht siebenfarbigen Schornstein, Wohnungsgenossenschaft-Phallus oder Meth-Anteil im Abwasser, wobei das natürlich auch alles richtig ist — nein, wir reden vom wirklich Allergrößten: Unserem Minderwertigkeitskomplex. Der Minderwertigkeitskomplex klebt in jeder Chemnitzer Betonritze, in jedem Chemnitzer Nebensatz und unter jedem zweiten Chemnitzer Facebookpost. Er hängt in den herabgezogenen Mundwinkeln und […]

Die unmögliche Anonymität des Chemnitz-Daseins

Vor etwa hundert Corona-Jahren, im Januar war das, haben wir mal einen Text angefangen, der ein gängiges Chemnitz-Phänomen beleuchten wollte, nämlich die unerschütterliche Tatsache, dass man in dieser Stadt das Haus nicht verlassen kann, ohne jemanden zu treffen, den man kennt. Egal wie sehr man sich im Edeka hinterm Bio-Regal oder vor Emmas Onkel hinter der Sonnenbrille versteckt, egal welches […]

Monotonie & Alltag: Der Chemnitzer Spaziergang

Früher, als es noch kein Corona gab, sondern Tageszeiten und Wochentage und Festivals und Barabende, galt Spazierengehen als eher biedere Freizeitbeschäftigung: Andächtig hinter dem Rücken verschränkte Arme, gemächliche Schritte, Kontemplation am plätschernden Gewässer, hach herrlich! Jetzt sind die Tage wie graue, zähe Zeitklumpen, wobei das Wetter meistens schön ist, also sind sie wie hellblaue, zähe Zeitklumpen mit einem festen Highlight […]

Die Post der Moderne: Was im März in Chemnitz geschah

Neulich haben wir uns an dieser Stelle noch über den Januar als Montag aller Monate beschwert. Dann kam der Februar mit seinem leider absehbaren Nazi-Scheiß, dann der März mit seiner leider absehbaren Pandemie, und mittlerweile weiß man: Verglichen mit jetzt war der Januar ein lauwarmer Sommerabend auf dem Weindorf. Jetzt ist jeder Tag wie ein Montag in Chemnitz: alles zu, […]

Liste mit Dingen, die man jetzt in Chemnitz machen kann

schlechte Witze darüber, wie sich in Chemnitz durch Ausgangsbeschränkungen eigentlich überhaupt gar nichts verändert Endlich bürgerliches Engagement zeigen und eine Corona-Wehr gründen (allein!), die tagsüber durch die Straßen patrouilliert und kontrolliert, ob sich Leute unbefugt im Park aufhalten Denunziationskultur wieder salonfähig machen: Den ganzen Tag aus dem Fenster schauen, wie es schlecht gelaunte Rentner gerne tun, und dabei alle Menschen beim […]